Alles zum Kölner Geisterzug 2026

Geisterzug 2025
Foto: Frank Metzemacher

Der Geisterzug – alternativer Umzug und politische Demonstration in einem – führt zu Beginn des Straßenkarnevals durch die nächtlichen Straßen Kölns. Bei Anbruch der Dunkelheit ziehen am Samstag, den 7. Februar 2026, Hexen, Vampire und Gespenster durch die Straßen.

Blutunterlaufene Augen, fahle Gesichter, Krallen statt Fingernägel: Finstere Kreaturen wandeln im Geisterzug durchs dunkle Köln. Dabei ziehen die Jecken am Samstag vor dem Start des Straßenkarnevals auf einer jährlich wechselnden Zugstrecke durch die Kölner Innenstadt oder die Stadtteile. In der Session 2026 sind die Geister am 7. Februar in Köln-Nippes unterwegs. Verkleidet sind sie so düster wie zu Halloween – nur eben mit karnevalistischer Note, zum Beispiel als Zombie mit Pappnase.

Jubiläumsfeier in Odonien

Anlässlich des 35-jährigen Bestehens des Geisterzuges -der erste fand im Jahr 1991 statt – haben sich die Macher etwas überlegt: Eine Jubiläumsfeier in Odonien, dem Abschlussort der Geisterzuges 2026. Dort erwartet die Besucher ab 21 Uhr ein Programm mit Live-Bands, Sambagruppen, Bars, Foodtrucks, Feuertonnen und einer Atmosphäre, die 35 Jahre Kreativität, Widerstand und Gemeinschaft feiert. Der Eintritt beträgt 5 Euro und wird für die Finanzierung des Geisterzugs verwendet.

Stets ein politisches Motto

Am Geisterzug kann jeder spontan und ohne Anmeldung als Geist oder dunkle Gestalt teilnehmen. Der Zug steht stets unter einem Motto, welches meiste von aktuellen politischen Ereignissen inspiriert ist. „Allerhühste Zick för en andere Wunnungspolitik – mer könne nit all em Dom schlofe!“ („Allerhöchste Zeit für eine andere Wohnungspolitik – wir können nicht alle im Dom schlafen!)“ ist das der aktuellen Session.

Der Zugweg ist so gewählt, dass er an Orten vorbeiführt, die mit dem jeweiligen Motto Verbindung stehen. Deswegen ist der Weg des Geisterzuges in jedem Jahr ein anderer, diesmalführt er durch Nippes. Außerdem ist er bewusst so gelegt, dass Fahrzeuge nicht teilnehmen können.

Musik gibt es im Geisterzug nur handgemacht, ohne Boomboxen oder Verstärker. Für die musikalische Unterstützung sorgen Musiker und Trommel- oder Sambagruppen; oder die Teilnehmer stimmen einfach selbst Karnevals- oder Politlieder an. Eine vorherige Anmeldung für die Teilnahme am Geisterzug ist, wie bei Demonstrationen üblich, nicht nötig. Und noch etwas: Wer Wurfmaterial wie Kamelle oder Strüßjer erwartet, der wird enttäuscht sein, denn so etwas gibt es nicht!

Der Geisterzug auf einen Blick

Wann
7. Februar 2026, Samstag vor dem Straßenkarneval
Aufstellung
gegen 18 Uhr, Clouth-Gelände, Josefine-Clouth-Straße ab Haus Nr. 15+17
Abmarsch
19 Uhr
Zugweg 
Josefine-Clouth-Straße – Seekabelstraße – Niehler Straße – Gneisenaustraße – Bülowstraße – Blücherstraße – Schillstraße – Simon-Meister-Straße – Turmstraße – Wilhelmstraße – Merheimer Straße – Hartwichstraße – Lämmerstraße – Hornstraße (dort Ende und Auflösung)

Strecke des Geisterzuges

Wie der Geisterzug entstand

Der Geisterzug in seiner heutigen Form hat seinen Ursprung im Jahre 1991, als wegen des zweiten Golfkriegs im Irak der Kölner Rosenmontagszug ausfiel: Es sollte auf der üblichen Strecke des Rosenmontagszugs eine Anti-Golfkriegs-Demonstration stattfinden. Letztlich gingen Anti-Kriegsdemonstranten und Karnevalisten gemeinsam durch die Kölner Innenstadt. Der Geisterzug war geboren.

Mehr Information zum Geisterzug unter www.geisterzug.de