Kurze Session, viel Stress – und viele schöne Momente. Zur Halbzeit zwischen Prinzen-Proklamation und Rosenmontag wirft das Kölner Dreigestirn einen sehr emotionalen Blick auf das Leben als Herrscher der Kölner Jecke.
Vollgepackt ist der Terminkalender des Kölner Dreigestirns in der Session 2026: Etwa 420 Auftritte absolvieren Prinz Niklas I., Bauer Clemens und Jungfrau Aenne in den 38 Tagen zwischen Proklamation und dem Sessionshöhepunkt am Rosenmontag, den 16. Februar. Viel Zeit zum Ausruhen ist da nicht im Kölner Karneval – nicht einmal während der Halbzeit. Dennoch bleibt die Motivation des Trifoliums dauerhaft und ungebrochen hoch. Denn die Session ist voll von „Momenten, die man sein Leben lang mitnehmen wird“, sagt Prinz Niklas I. begeistert auf der Pressekonferenz nach der Hälfte der Session.
Zu solchen Momenten zählt zum Beispiel der Walzer, den der Prinz mit seiner Freundin mitten im Gang auf der Mädchensitzung tanzt. Oder wenn eine Besucherin der Blindensitzung die Freudentränen in die Augen schießen, weil sie vom Bauer die Prinzenspange als höchste Auszeichnung im Kölner Karneval überreicht bekommt. Das sind Szenen, welche den drei Tollitäten Energie verleihen, ihnen Tag für Tag den Schwung geben, um durchzuhalten. Selbst dann, wenn an manchen Tagen der Kalender des Dreigestirns mit bis zu 18 Auftritten aus allen Nähten zu platzen scheint.
Der Prinz drückt ein Auge zu
Bei aller Freude über ihren aufregenden und mitreißenden „jecken Job“ stoßen den drei Freunden hin und wieder einige Situationen sauer auf: zu vorgerückter Stunde lassen es einige Jecke an nötiger Distanz und notwendigem Respekt ihrem Gegenüber fehlen. Das wird das Dreigestirn bedrängt, der Prinz am Kragen gezogen, um ein Foto zu ergattern. Letztlich geht das Trifolium damit allerdings souverän um, denn „es sind nur etwa drei Prozent aller Begegnungen, die nicht so schön sind“ drückt der Prinz schon wieder ein Auge zu. Denn „am Ende des Tages machen wir doch alle nur Blödsinn, Fastelovend“.
Der stramme Zeitplan, die durchgetakteten Tage sowie das Protokoll, auf das der Prinzenführer ein strenges Auge hat, lassen wenig individuelle Freiheiten. Da muss man als Jeckenherrscher auch mal ausbrechen; so wie der Bauer, der des Nachts die Hofburg Hofburg sein lässt und sich schon mal gerne auf den Weg nach Hause zur Familie macht. Das wird dann zwar am nächsten Morgen knapp – die Tochter will des morgens zu Aktivitäten gebracht werden – doch schließlich „vermisse ich meine Familie mehr, als ich dachte“, gibt Clemens gerne zu.
„Leute lieben ihr Dreigestirn“
Wie sehr ihre Familien am hochoffiziellen Alltag jecker Tollitäten teilhaben, davon weiß auch Jungfrau Aenne gerührt zu berichten: Als er mit Prinz und Bauer eine Auftritt in der Grundschule hatte, in welche seine Töchter gehen, habe er „diese noch nie so glücklich gesehen!“ Tja, ein Leben als Kölner Trifolium birgt ganz, ganz viel Tolles in sich. Die wenigen dunklen Wolken sind da schnell verflogen. Denn vor allem anderen „lieben die Leute ihr Dreigestirn“! (hl)