Jugendschutz als besonderer Schwerpunkt

Das ist das Sicherheitskonzept für den Straßenkarneval 2026

Karnevalisten im Kwartier Latäng beim Auftakt des Kölner Karnevals nahe der Zülpicher Straße im Grüngürtel.
Foto: IMAGO / Panama Pictures / Christoph Hardt

„Fröhlich, sicher, respektvoll“ soll Karneval in Köln gefeiert werden. Damit dies gelingt, hat die Stadt auch in diesem Jahr gemeinsam mit Polizei, Feuerwehr sowie Organisationen wie DRK und KVB ein Konzept erarbeitet. Welche Regeln für die Jecken von Weiberfastnacht (12. Februar) bis Karnevalsdienstag gelten, stellte die Stadt nun vor.

Nachdem zur Karnevalseröffnung am 11.11. des Vorjahres weniger Feiernde als erwartet ins Kwartier Latäng gekommen waren, gibt es dort eine leichte Entspannung. Ein dritter Zugang wird geöffnet: Neben den Zugängen an der Beethovenstraße/Roonstraße und der Zülpicher Straße/Zülpicher Wall ist das Viertel jetzt auch vom Barbarossaplatz über die Kyffhäuser Straße erreichbar. Die östliche Seite des Hohenstaufenrings wird nicht gesperrt. Die KVB wird ihre Gleisanlagen im Bereich Chlodwigplatz absperren, damit der laufende Verkehr nicht gestört wird. Anwohner sollten auf die Halteverbote achten, die für das närrische Wochenende gelten.

Freiwilliger Glasverzicht in der Südstadt

Der Platz auf der Uniwiese als Transitstrecke wurde um ein Drittel verringert. Die Schutzbereiche im Hiroshima-Nagasaki-Park und um den Aachener Weiher bleiben bestehen. Dort findet kein Getränkeverkauf statt, auch Musik ist verboten. Dort herrscht an den närrischen Tagen ein Glasverbot, ebenso im Kwartier Latäng und der Altstadt. In der Südstadt setzen die Verantwortlichen hingegen auf freiwilligen Verzicht, die Stadt wird Pappbecher zum Umfüllen verteilen, Glascontainer aufstellen und Pfandannahmen einrichten. 

Bis zu 400 Mitarbeiter des Ordnungsamtes sind über die närrischen Tage im Einsatz. Unterstützt werden sie von insgesamt 2.600 privaten Sicherheitskräften. Sie sollen auch die Anwohner vor Belästigungen durch die Feiernden schützen. Allein im Kwartier Latäng stellt die Stadt 670 von rund 1.000 mobilen Toiletten und Urinalen auf. Müll kann in einer der 750 orangefarbenen Eventtonnen entsorgt werden – das sind doppelt so viele wie 2024. 

Brandschutz-Kontrollen in Clubs und Kneipen

Die Polizei schickt zusätzlich bis zu 1.500 Mitarbeiter auf die Straße. Der leitende Polizeidirektor Markus Lotz weist auf das Verbot von Waffen und Messer hin, auch waffenähnliche Gegenstände sollten nicht mitgeführt werden. Er und Käsbach appellieren an die Narren, respektvoll miteinander umzugehen und vor allem keine Hilfskräfte wie Sanitäter im Einsatz zu beleidigen oder gar tätlich anzugreifen. Dies habe in letzter Zeit leider zugenommen. 

Angesichts der Brandkatastrophe in einem Club des Schweizer Wintersportorts Crans Montana werden städtische Streifen Gastrobetriebe kontrollieren und Wirt ansprechen. Besonderes Augenmerk soll der Ein- und Auslasssituation sowie den Flucht- und Rettungswegen gelten. Schon im Vorfeld gab es eine Schulung vom Gaststättenverband, die stark nachgefragt war. 

Fokus auf Jugendschutz

Ein besonderes Augenmerk gilt dem Jugendschutz. Seit der Session 2024/25 führt die Stadt vor und während des Karnevals Testkäufe durch, um die Einhaltung des Verkaufsverbots von Tabak und Alkohol an Jugendliche zu kontrollieren. Seitdem hat die Stadt fünf Kioske in Kalk, Mülheim und der Innenstadt geschlossen. Ein Kiosk musste gleich dreimal Zwangsgeld in Höhe von 5.000, 8.000 und 15.000 Euro zahlen. Von den bislang 41 Testkäufen in dieser Session wurde in 31 Fällen (also 76 Prozent) gegen die geltenden Gesetze verstoßen.

Mitarbeiter von Polizei und Ordnungsamt stehen zur Kontrolle und Ansprache von Minderjährigen bereit. 22 Streetworker sind an Weiberfastnacht unterwegs, 13 am Rosenmontag. Weitere pädagogische Fachkräfte stehen im Notfallversorgungszentrum der Feuerwehr bereit. Im Vorjahr mussten Rettungssanitäter an Weiberfastnacht 944 Mal helfen – doppelt so oft wie im Jahr zuvor. 

Für Betroffene sexualisierter Gewalt arbeitet die Stadt erneut mit der Initiative Edelgard zusammen. Anlaufstellen sind das Jugendbüro am Heumarkt, der Ordnungsamt-Container am Rathenauplatz und die SkF-Zentrale am Mauritiussteinweg. Außerdem sind mobile Einsatzteams unterwegs. 

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