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Beruf und Familie

Elternzeit und Elterngeld

Wenn das erste Kind unterwegs ist, können werdende Eltern ihre Freude kaum im Zaum halten. Doch der neue Lebensabschnitt wirft auch einige Fragen in beruflicher Hinsicht auf: Welche Rechte gelten in der Elternzeit? Wer bekommt Elterngeld? Wie geht es nach der Elternzeit weiter? koeln.de erklärt, was berufstätige Eltern wissen müssen.

 

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Wird der zweite Strich auf dem Schwangerschaftstest angezeigt, ändert sich für die werdenden Eltern einiges - nicht zuletzt beruflich. Diese Veränderung muss auch dem Arbeitgeber mitgeteilt werden, der schließlich einen Ersatzmitarbeiter für die schwangere Kollegin finden muss. Rechtlich gesehen darf die Frau selbst bestimmen, wann sie den Arbeitgeber informiert. Aus Fairnessgründen sollte die Information jedoch spätestens im dritten Schwangerschaftsmonat erfolgen, damit der Arbeitgeber frühzeitig planen kann.

Sechs Wochen vor der Geburt sowie acht Wochen danach befindet sich die (werdende) Mutter in Mutterschutz. Im Anschluss an den Mutterschutz folgt - sofern von den Eltern gewünscht - die Elternzeit, bei der es einiges zu beachten gibt.

Rechte in der Elternzeit

Die Elternzeit muss spätestens sieben Wochen vor Beginn schriftlich beim Arbeitgeber beantragt werden. Sie dient dazu, dass sich Arbeitnehmer - sowohl Vater als auch Mutter - die ersten Jahre nach der Geburt voll und ganz der Betreuung und Erziehung des Nachwuchs widmen können. Dabei hat der Arbeitnehmer pro Kind maximal drei Jahre Anspruch auf Elternzeit. Wer nicht ganz auf seine Arbeit verzichten möchte und das Arbeitsverhältnis nicht ruhen lassen will, kann innerhalb der Elternzeit bis zu 30 Stunden pro Woche arbeiten. Während der Elternzeit genießen Arbeitnehmer besonderen Kündigungsschutz: Nur in schwerwiegenden Fällen, beispielsweise aufgrund eines Diebstahles, darf der Arbeitgeber die Kündigung aussprechen.

Aufteilung der Elternzeit

Während früher klassischerweise nur die Mutter einen Antrag auf Elternzeit gestellt hat, wird die Elternzeit heutzutage von Paaren vielfältig genutzt. Sind beide Eltern berufstätig, können diese frei entscheiden, wer die Elternzeit wie lange beansprucht. So kann beispielsweise ein Elternteil die dreijährige Elternzeit alleine in Anspruch nehmen, beide Eltern können die Elternzeit untereinander aufteilen oder auch gemeinsam nutzen. Mit Zustimmung des Arbeitgebers ist es weiterhin möglich, bis zu zwölf Monate der Elternzeit nach hinten zu verschieben und auf einen Zeitraum zwischen dem dritten und achten Lebensjahr des Kindes zu übertragen.

Finanzieller Ausgleich durch Elterngeld

Durch die Elternzeit und der damit verbundenen Unterbrechung der Erwerbstätigkeit fällt das Einkommen einer oder gegebenenfalls beider Elternteile weg. Während der Elternzeit erhalten Familien zur finanziellen Unterstützung einen Zuschuss vom Staat, das sogenannte Elterngeld.

Dieser Anspruch auf finanzielle Unterstützung besteht insgesamt 14 Monate, wobei ein Elternteil die Leistung für mindestens zwei und höchstens 12 Monate beziehen kann. Wenn der Partner sich ebenfalls an der Betreuung des Kindes beteiligt, kann der Bezug des Elterngeldes untereinander aufgeteilt werden: In diesem Fall bezieht ein Elternteil höchstens 12 Monate Elterngeld, das andere Elternteil erhält zwei weitere Monate, sofern es seine Erwerbstätigkeit reduziert. Alleinerziehende können aufgrund des fehlenden Einkommens des Partners die vollen 14 Monate Elterngeld beziehen.

Neben dem bisherigen Basiselterngeld können Eltern, dessen Kinder ab dem 01.07.2015 geboren werden, das ElterngeldPlus beantragen. Das ElterngeldPlus richtet sich an Eltern, die Arbeit und Elterngeld kombinieren wollen. Gearbeitet werden darf jedoch nur in Teilzeitbeschäftigung mit maximal 30 Stunden die Woche. Das ElterngeldPlus wird dann für den doppelten Zeitraum gezahlt, was bedeutet, dass ein Elterngeldmonat zwei ElterngeldPlus-Monaten entspricht. Dafür wird der monatliche Betrag des ElterngeldPlus gekürzt und beträgt maximal die Hälfte des Basiselterngeldes.

Wie hoch das Elterngeld ist, hängt von dem Einkommen des Arbeitnehmers ab. Er erhält zwischen 65% und 100% des durchschnittlichen Einkommens aus den letzten 12 Monaten vor der Geburt des Kindes. Dies kann beim Basiselterngeld zwischen 300 Euro und 1.800 Euro monatlich betragen, beim ElterngeldPlus mindestens 150 Euro und maximal 900 Euro monatlich.

Wiedereinstieg: Zurück in den Job

Bereits während der Elternzeit ist es wichtig, den Kontakt zum Vorgesetzten und den Kollegen zu pflegen. Wenn der Arbeitnehmer zurück in den Job will, sollte dies frühzeitig signalisiert werden. Auch die Teilnahme an Meetings oder die Vertretung eines Kollegen im Krankheitsfall sorgen dafür, dass Väter oder Mütter bei den Kollegen präsent bleiben.

Ist die Elternzeit beendet, hat der Arbeitnehmer Anspruch darauf, zu seiner früheren Arbeitszeit zurückzukehren. Zwar kann er auf eine Rückkehr in Vollzeitbeschäftigung bestehen, die Besetzung seines alten Arbeitsplatz wird ihm jedoch nicht garantiert - es muss sich nur um einen gleichwertigen Arbeitsplatz handeln. Die neue Tätigkeit muss hinsichtlich Qualifikation, Bezahlung, Arbeitszeit und -ort der vorherigen Beschäftigung entsprechen. Auch der Anspruch auf eine Teilzeitstelle besteht nach der Rückkehr aus der Elternzeit. Allerdings muss der Wunsch einer Teilzeitbeschäftigung spätestens drei Monate vor Ablauf der Elternzeit schriftlich beantragt werden. 

Neben dem Wiedereinstieg in den alten Job ziehen einige Arbeitnehmer eine interne Versetzung oder einen Arbeitgeberwechsel in Betracht. Die Ursachen hierfür können beispielsweise eine Unzufriedenheit mit der neuen Position oder nachteilige Veränderungen in Bezug auf Vorgesetzte, Kollegen oder Arbeitsbedingungen sein. Arbeitnehmer, die einen Jobwechsel anstreben, finden passende Stellen in Online-Jobbörsen. Zwar ist ein Jobwechsel direkt nach der Elternzeit häufig schwieriger, mit dem richtigen Bewerbungsschreiben und einem überzeugenden Lebenslauf trotzdem möglich.