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Rheingold

  • Land
    Deutschland
  • Länge
    138 Minuten
  • Jahr
    2022
  • FSK
    16
  • Regie
    Fatih Akin
  • Darsteller
    Emilio Sakraya, Julia Goldberg, Kazim Demirbas
  • Genre
    Drama

Giwar Hajabi alias Xatar steht an der Spitze der Charts. In den 1980er-Jahre ist er allein aus dem Irak nach Deutschland immigriert, da seine ganze Familie dort im Gefängnis sitzt. Um an Geld zu gelangen, arbeitet er sich zum Großdealer hoch. Als eine Ladung Kokain verloren geht, versucht er, seine Schulden mittels eines Goldraub zu begleichen. Doch dieser befördert ihn ins irakische Gefängnis. Xatar gibt nicht auf.

Bewertung durch die FBW

Der neue Film in der Regie von Fatih Akin (auch Drehbuch) basiert auf den autobiografischen Erinnerungen des Rappers Xatar und nimmt sich die künstlerische Freiheit, die Handlungsstränge an manchen Stellen dramatisch zu überhöhen. Genau das macht den großen Unterhaltungswert dieser "fiktiven Biographie" aus, die dennoch immer authentisch wirkt und ihr Erdung vor allem durch das phänomenale Spiel des Hauptdarstellers Emilio Sakraya erhält, der mit dem porträtierten Xatar verschmilzt und trotz der nach außen getragenen Härte immer auch das verletzliche Flüchtlingskind Giwar durchscheinen lässt, das als Jugendlicher kongenial von Ilyes Raoul verkörpert wird. Dass der Film als Thriller und Gangsterfilm funktioniert, liegt auch an dem Können des Teams, die Spannung geschickt aufzubauen, sowohl im Drehbuch als auch in der exzellenten Montage und Kameraarbeit. Durch das Einbauen von Momenten des Scheiterns wird Xatar, der seine Coolness wie ein Schutzschild vor sich herträgt, zu einer menschlichen Figur, der man mit Empathie durch die Geschichte seines Lebens folgen kann. Die Beats des passenden Soundtracks sind treibend, bei der Sprache der Jugendlichen untereinander wird auf "street credibility" geachtet, ohne anbiedernd zu wirken. Die komplexen familiären Verhältnisse, die Trennung der Eltern, das Hadern mit den Erwartungen, das Fremdsein in dem neuen Zuhause: auf all das geht Akin ein und erzählt damit mehr als "nur" die starke und manchmal märchenhaft wirkende Geschichte eines einzelnen Protagonisten. Akin erzählt eine Geschichte über Migrant:innen der zweiten Generation, die sich einen Platz in der Gesellschaft suchen müssen - irgendwo zwischen den mitgebrachten traditionellen Wurzeln und dem Beat einer neuen Zeit. Genau das macht RHEINGOLD zu einer im besten Sinne "deutschen Geschichte". ...mehr

Diese Rezension wurde von der Filmbewertungsstelle Wiesbaden verfasst.