Köln in einem Tag entdecken

Groß St. Martin und Altstadt
Foto: Adobe Stock

Wer nur einen Tag für Köln übrig hat, auf den wartet ein strammes Programm: Die aufregende Millionenstadt am Rhein hat sehr viel zu bieten.

Wir stellen euch eine Rundtour vor, die ihr bequem zu Fuß laufen könnt. Falls eure Zeit sehr knapp bemessen ist, könnt ihr die ein oder andere Station auch ausfallen lassen.

Die Strecke im Stadtplan
Foto: Helmut Löwe

Der Kölner Dom

Wir starten unsere Tour am weithin sichtbaren Wahrzeichen der Stadt, dem Kölner Dom. Über den gibt es viele Fakten zu wissen – zum Beispiel, dass er vier Jahre lang das höchste Gebäude der Welt war. Und dass mehr als 600 Jahre an ihm gebaut wurde oder dass seine Westfassade die größte Kirchenfassade ist, die jemals errichtet wurde.

Hauptattraktion in seinem Inneren ist der Dreikönigenschrein aus dem 13. Jahrhundert. In diesm liegen angeblich die Gebeine der Heiligen Drei Könige. Einen Blick wert ist auf jeden Fall das 2007 vom Maler Gerhard Richter gestaltete „Richter-Fenster“ im Südquerhaus. Bei Sonnenschein erzeugt dieses wundervolle Farbmuster im Dom.

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533 Stufen nach oben

Wunderschön, jedoch anstrengend ist die Besteigung des Südturms. Denn wir müssen 533 Stufen erklimmen. Oben angekommen, werden wir mit einem wunderbaren Blick über Köln und den Rhein belohnt. Einen ähnlich guten Blick hat man auch bei einer Führung über das Dach des Kölner Doms. Für die allerdings ist eine frühzeitige Buchung nötig.

Abertausende Liebesschlösser an der Kölner Hohenzollernbrücke.
Foto: Helmut Löwe

Liebesschlösser

Nachdem wir den Dom verlassen haben, wenden wir uns in Richtung Rhein. Auf der Hohenzollernbrücke überqueren wir den Fluss und gehen vorbei an abertausenden sogenannter Liebesschlösser, welche von verliebten Paaren entlang des Fußweges auf der Südseite der Eisenbahnbrücke aufgehängt wurden.

Traditionell wird nach dem Aufhängen des Schlosses am Brückengeländer der Schlüssel in den Rhein geworfen, damit das Schloss (ebenso wie die damit besiegelte Liebe) ewig bleibt. Da wundert es nicht, dass einst eine Ankündigung der Bahn, die Schlösser entfernen zu lassen, für einen entsetzten Aufschrei unter den Liebhabern des Brauches sorgte. Vorerst allerdings dürfen die Schlösser hängen bleiben.

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Zwei Touristen genießen den Blick von der Aussichtsplattform des Köln-Triangles auf der rechten Rheinseite
Foto: IMAGO/Zoonar

Köln Triangle

Auf der anderen Rheinseite – auf der Deutzer Seite – angekommen, laufen wir fast direkt auf ein markantes, dreieckiges Hochhaus zu: das Köln Triangle, auch LVR-Turm genannt. Falls wir uns den beschwerlichen Aufstieg auf den Turm des Kölner Doms gespart haben, sollten wir hier auf jeden Fall einen Stopp einlegen. Denn die Aussicht ist gigantisch!

Der Weg nach oben ist ganz bequem: Es geht ruckzuck mit dem Aufzug auf die große Aussichtsplattform in rund 100 Metern Höhe. Von dieser genießen wir durch die riesigen Panoramascheiben einen großartigen Ausblick auf Dom, Rhein und die Kölner Altstadt. Bei gutem Wetter blicken wir weit ins Kölner Umland hinein, sogar Bergisches Land und Siebengebirge sind zu sehen.

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Menschen sitzen auf den Stufen des Rheinboulevards in Köln-Deutz und genießen den Blick auf den Kölner Dom
Foto: IMAGO / Ralph Peters

Rheinboulevard

Vom Köln-Triangle geht es zurück an den Rhein und dann am Ufer entlang in Richtung Süden. Wir gelangen auf eine riesige Freitreppe am Rheinufer, welche vor einigen Jahren als Bestandteil des Rheinboulevards im Stadtteil Deutz entstand.

Bei gutem Wetter ist das der perfekte Ort, um die Sonne, das Altstadtpanorama und die vorüberziehenden Schiffe zu genießen. Der tolle Ausblick hat sich herumgesprochen: An schönen und milden Sommerabenden kann es hier ziemlich voll werden. Und dann mischen sich Kölner und Touristen munter durcheinander.

Der Kölner Rheinauhafen mit Kranhäusern
Foto: IMAGO/Westend61

Rheinauhafen

Vom Rheinboulevard geht es zurück auf die andere, aus Sicht der Kölner, „richtige“ Rheinseite. Dazu überqueren wir den Rhein auf der Deutzer Brücke und bummeln anschließend die Rheinuferpromenade entlang der Anleger der Ausflugsschiffe weiter in Richtung Süden zum Rheinauhafen.

Am historischen Malakoffturm, einem Überbleibsel der preußischen Rheinuferbefestigung, lädt der dortige Biergarten Hafenterrasse im Sommer zu einer Pause ein. Anschließend gehen wir über die Drehbrücke und stehen vor dem Schokoladenmuseum. Kölns meistbesuchtes Museum lockt Leckermäuler mit einer Ausstellung über die Herkunft und Geschichte des Kakaos und einem riesigen Schokoladenbrunnen, an dem wir naschen dürfen.

Sportgeschichte und Kranhäuser

Direkt nebenan liegt das Deutsche Sport & Olympiamuseum, das auf über 2.500 Quadratmetern mehrere hundert Jahre Sportgeschichte präsentiert. Wie es sich für ein Sportmuseum gehört, lädt es an vielen Stellen zum Mitmachen ein. Beeindruckend ist der Sportplatz auf dem Dach des Museums, auf dem wir uns mit Blick auf Rhein und Dom verausgaben können.

Anschließend schlendern wir weiter in Richtung Süden und passieren die spektakulären Kranhäuser, die in einem reizvollen Kontrast zu restaurierten historischen Hafengebäuden stehen. Am Ubierring verlassen wir den Rheinauhafen, um rechts in Richtung Südstadt abzubiegen.

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Blick auf die Severinstorburg am Chlodwigplatz in der Kölner Südstadt.
Foto: IMAGO/Beautiful Sports

Chlodwigplatz

Auf dem Weg zum Chlodwigplatz sehen wir auf der rechten Seite ein prachtvolles Gründerzeit-Gebäude: das einstige Rautenstrauch-Joest-Museum (Museum für Völkerkunde). Nachdem das Museum in einen modernen Neubau am Neumarkt umgezogen war, beherbergt das beeindruckende Gebäude nun eine Schule.

Nach rund 500 Metern kommen wir zum Chlodwigplatz. An dessen Ende steht die Severinstorburg – ein imposantes Überbleibsel der mittelalterlichen Stadtbefestigung Kölns. Der Platz ist seit der Sanierung vor einigen Jahren hübsch herausgeputzt mit schattenspendenden Bäumen und vielen Sitzgelegenheiten.

Startort des Rosenmontagszuges

Vom Chlodwigplatz startet übrigens zum Höhepunkt des Straßenkarnevals der Kölner Rosenmontagszug. In der Adventszeit sind hier Buden eines Weihnachtsmarktes aufgebaut. Ringsum erstreckt sich die legendäre Kölner Südstadt, die mit ihren vielen Kneipen und Brauhäusern einen eigenen Ausflug wert ist. Am Abend herrscht hier reger Trubel.

Das Brauhaus Sünner im Walfisch in der Kölner Altstadt mit der Kirche Groß St. Martin im Hintergrund
Foto: IMAGO/Zoonar

Altstadt

Wir lassen unsere Tour in der beliebten Kölner Altstadt enden. Wer nach der anstrengenden Tagestour erschöpft ist, kann sich hier in einem Brauhaus stärken –  z. B. im Brauhaus zur Malzmühle, in dem schon Bill Clinton beim G8-Gipfel im Jahr 1999 das hauseigene Mühlenkölsch genoss. Vom Heumarkt aus erkunden wir die Gassen der Altstadt oder gehen weiter zum Alter Markt mit dem Historischen Rathaus.

Ein echtes Highlight mitten in der Altstadt ist TimeRide, wo wir per VR-Brille eine beeindruckend realistische Straßenbahnfahrt im Köln der goldenen 20er Jahre unternehmen können. Ein Abstecher führt durch das Seidmacherinnengäßchen am Wallraf-Richartz-Museum vorbei zum Duftmuseum, in welchem wir die Geschichte des Eau de Cologne entdecken.

An diesem Ort produzierte Johann Maria Farina vor rund 300 Jahren das erste Eau de Cologne, welches seine Nachfahren noch heute herstellen. Das international viel bekanntere Haus 4711 kam mit seinem Kölnisch Wasser erst später auf den Markt und riecht ganz anders.

Die Strecke im Stadtplan

Varianten der Tour

Vom Chlodwigplatz aus bieten sich – je nach Interesse – drei verschieden Varianten zur Fortsetzung der Tour an: Wer sich für Kultur und Geschichte interessiert, wählt die Variante eins entlang der Severinstraße zum Heumarkt und geht auf den Spuren des Rosenmontagszuges an drei romanischen Kirchen vorbei zum Heumarkt in der Altstadt.

Für Shopping-Fans haben wir gleich zwei Alternativen parat: Bei Variante zwei geht es zum Shopping auf der Schildergasse und Hohe Straße zu Kölns beliebtesten Einkaufsstraßen mit großen Kaufhäusern und den Filialen bekannter Modeketten weiter. Oder ihr wählt Variante drei fürs Shopping abseits des Mainstreams im Belgischen Viertel und ihr stöbert in den dortigen kleinen Boutiquen.

  • Variante eins: Entlang der Severinstraße zum Heumarkt
  • Variante zwei: Shopping auf Schildergasse und Hohe Straße
  • Variante drei: Shopping abseits des Mainstreams im Belgischen Viertel

Variante: Entlang der Severinstraße zum Heumarkt

Wer jetzt noch gut zu Fuß ist, kann dem Verlauf des Rosenmontagszuges von der Severinstorburg aus in Richtung Innenstadt folgen. Der Weg ist rund 1,6 Kilometer lang und führt vorbei an drei romanischen Kirchen und dem ältesten Bauwerk Kölns, dem Ubiermonument.

Kurz nach dem Durchschreiten der Severinstorburg seht ihr auch schon den Kirchturm von St. Severin, der zweithöchsten romanischen Kirche Kölns. Die Strecke des Rosenmontagszuges, des „Zochs“, biegt bald nach rechts in die Löwengasse ab. Ihr aber bleibt auf der Severinstraße und passiert schließlich die Einsturzstelle des Kölner Stadtarchivs.

Während des U-Bahn-Baus in der Severinstraße sackte im März 2009 ein ganzer Abschnitt der Straße weg. Zwei Bewohner der benachbarten Häuser starben und unwiederbringliche Dokumente aus über 1.000 Jahren Kölner Stadtgeschichte wurden zerstört oder schwer beschädigt.

Kölns ältestes Bauwerk

Wenige Meter nach der Einsturzstelle steht auf der rechten Straßenseite St. Georg, eine weitere der insgesamt zwölf großen romanischen Kirchen Kölns. Nach St. Georg geht es rechts ab in die Georgstraße. Über die Matthiasstraße erreicht ihr das Ubiermonument, das älteste steinerne Bauwerk Kölns aus dem Jahre 5/6 n. Chr.

Weiter geht es über An der Malzmühle und bald darauf links in die Plectrudengasse. Vor euch liegt jetzt die prachtvolle romanische Basilika St. Maria im Kapitol, die auf den Überresten einer römischen Tempelanlage errichtet wurde. Von hier ist es nicht mehr weit bis zum Heumarkt, einem der großen Plätze in der Kölner Altstadt.

Die Einkaufsstraße Schildergasse mit Apple-Store in Köln.
Foto: Adobe Stock / EdNurg

Variante: Shopping auf Schildergasse und Hohe Straße

Wenn ihr an der Severinstorburg schon erschöpft vom Spazierganz durch Köln seid, könnt ihr euch in eine Straßenbahn der Linie 16 setzen und bis zum Neumarkt fahren. Von diesem zentralen Kölner Platz aus könnt ihr zu einer Shoppingtour auf Kölns Top-Einkaufsstraßen Schildergasse und Hohe Straße starten.

Hier findet ihr einfach alles – von Kaufhäusern wie Galeria Kaufhof über angesagte Läden wie Primark, Zara oder Bershka bis zu Sport-Scheck, dem Zalando-Outlet oder einem Apple-Store. Wenn die Füße vom Shoppen müde sind, biegt ihr einfach ab in die naheliegende Altstadt und gönnt euch in einem Brauhaus ein leckeres Kölsch und ein deftiges Gericht oder nehmt Platz in einem der dortigen Restaurants.

Shopping im Belgischen Viertel in Köln
Foto: Viola Lentze

Variante: Shopping abseits des Mainstreams im Belgischen Viertel

Wenn ihr eher auf verträumte und individuelle Boutiquen steht als auf die großen Modelabels, dann solltet ihr am Chlodwigplatz in die Linie 15 steigen und bis zum Friesenplatz fahren. Von hier könnt ihr durch Antwerpener Straße, Brüsseler Straße und Maastrichter Straße bummeln und nach unkonventioneller Mode, nach Schmuck und Accessoires Ausschau halten.

Am Ende der Maastrichter Straße überquert ihr den Hohenzollernring und schlendert die Ehrenstraße entlang. Auf dieser gibt es viele ausgefallene Läden zu entdecken – auch wenn hier inzwischen Ketten wie „& Other Stories“ oder „Scotch & Soda“ die Mieten in die Höhe treiben. Die Ehrenstraße geht in die Breite Straße über, die zu Kölns beliebtesten Einkaufsstraßen zählt.

Folgt ihr der Breite Straße und anschließend der Minoritenstraße, so kommt ihr schließlich in die Kölner Altstadt, wo ihr euch mit einem Kölsch und einem leckeren Essen belohnen könnt.

Die Strecke im Stadtplan