make the secrets productive!

Was kann Kunst leisten in einer Zeit, die von Krisen, Unsicherheit und dem Verlust gemeinsamer Maßstäbe geprägt ist? Mit der Jahresausstellung „make the secrets productive!“ widmet sich das Kölner Kolumba vom 15.09.2025 bis zum 14.06.2026 dieser Frage und setzt ein bewusstes Zeichen für die gesellschaftliche Relevanz von Kunst.

Der Ausstellungstitel geht auf ein Zitat von Joseph Beuys zurück und versteht sich als Einladung, das Verborgene, Unausgesprochene und Irritierende als produktive Denkressource zu begreifen.

Unter dem programmatischen Untertitel „Kunst in Zeiten der Unvernunft“ versammelt die Ausstellung Werke aus neun Jahrhunderten. Historische Arbeiten treten in einen Dialog mit moderner und zeitgenössischer Kunst. In thematisch komponierten Räumen entstehen neue Bezüge, die nicht chronologisch, sondern gedanklich geführt sind. Kunst erscheint hier als Ort der Reflexion, des Trostes und der kritischen Auseinandersetzung mit der Gegenwart.

Dialoge über Epochen hinweg

Zu sehen sind Arbeiten unter anderem von Joseph Beuys, August Macke, Josef Albers, Donald Judd, Jannis Kounellis, Duane Michals und David Bowie. Die zurückhaltende, konzentrierte Präsentation ist typisch für Kolumba und lädt dazu ein, sich intensiv mit den einzelnen Werken auseinanderzusetzen. Politische, soziale und spirituelle Fragen werden dabei ebenso verhandelt wie die Kraft von Utopie, Spiel und gemeinschaftlichem Denken.

„make the secrets productive!“ versteht sich als Plädoyer für Kunst als systemrelevante Größe in einer demokratischen Gesellschaft. Die Ausstellung eröffnet Denk- und Erfahrungsräume, die über den Museumsbesuch hinaus wirken und lange nachhallen.