RE: Kollwitz – Bildstörung #2

Takeki Hayashida, Aber die Landschaft ist noch schön
Foto: Takeki Hayashida 2026

Re: steht für regarding [engl.], bezugnehmen auf – und zugleich für Weiterdenken und Neuinterpretieren. Im Studienjahr 2025/26 hat sich die Klasse für Fotografie von Heidi Specker an der HGB Leipzig intensiv mit Kollwitz auseinandergesetzt. Ergebnis sind 19 Arbeiten in verschiedenen Medien – von Skulptur über Fotografie und Film bis Installation. Acht dieser Beiträge sind von 29.9. — 15.11.2026 in der Reihe BILDSTÖRUNG im KOLLWITZ MUSEUM KÖLN zu sehen.

Die Positionen nähern sich Kollwitz aus unterschiedlichen Perspektiven: Als Künstlerin, als Frau, als Zeitzeugin oder als politisch engagierter Mensch. Sie beziehen sich auf ihr Werk, auf ihre künstlerischen Techniken ebenso wie auf ihre Selbstzeugnisse in Tagebüchern, Briefen sowie auf Fotografien. Entstanden sind Formen der Auseinandersetzung, die persönlich sind, ohne privat zu bleiben. Manche greifen Kollwitz‘ Bildsprache oder Motive auf, andere untersuchen die materiellen Bedingungen ihres Schaffens, die Person hinter dem Werk oder Leerstellen in ihrem Œuvre.

Was sie eint, ist der Versuch, Kollwitz nicht allein historisch zu betrachten, sondern ihre Themen und ihre Haltung aus der Gegenwart heraus neu zu befragen.

Bildstörung — die neue Ausstellungsreihe im Kollwitz Museum Köln

So sehr die Arbeiten von Käthe Kollwitz in Ausdruck und Botschaft unverwechselbar für sich stehen, so deutlich zeigt der Blick in die Geschichte wie auch in die Gegenwart, wie stark ihr Werk in einen fortwährenden künstlerischen Dialog eingebunden ist. Dieser Dialog reicht von einer allgemein thematischen, motivischen sowie technischen Nähe der Arbeiten anderer Künstler und Künstlerinnen aus allen Jahrhunderten bis hin zu einer konkreten Bezugnahme nachfolgender Generationen auf Käthe Kollwitz. In unserer neuen Ausstellungsreihe »Bildstörung« zeigen das Museum ab 2026 Positionen von Künstlern und Künstlerinnen, die auf unterschiedliche Weise mit den Werken Kollwitz´ interagieren. Eingebettet in die Sammlungspräsentation und in direkter Gegenüberstellung werden einerseits Parallelen sichtbar, gleichzeitig werden gewohnte Sichtweisen aufgebrochen, neue Assoziationen zugelassen und Diskurse erweitert.

„RE: KOLLWITZ. Klasse für Fotografie, Prof. Heidi Specker / HGB Leipzig“ ist die zweite Bildstörung in dieser Reihe. Das Museum präsentiert Arbeiten von Jana Ehls, Jonas Erler, Benjamin Friedle, Takeki Hayashida, Lucie Löchel, Heidi Specker, Stephen Stahn und Anita Olarescu.