O. M. Ungers – Architektur als Idee

O.M. Ungers, Haus Belvederstraße, Köln 1990 (Foto: © Dieter Leistner)
O.M. Ungers, Haus Belvederstraße, Köln 1990 (Foto: © Dieter
Leistner)

Wie denkt Architektur – und wie wird aus Denken Raum? Das Museum für Angewandte Kunst Köln widmet sich vom 22. Mai bis zum 27. September 2026 dem Werk des Kölner Architekten Oswald Mathias Ungers (1926–2007). Die Ausstellung„O.M. Ungers – Architektur als Idee“ nimmt euch mit in das gedankliche Zentrum eines der einflussreichsten Architekten des 20. Jahrhunderts. Anlass ist sein 100. Geburtstag. Im MAKK erlebt ihr Architektur nicht als bloßes Bauen, sondern als geistige Disziplin, in der Maß, Proportion, Kunst und Raum zu einer Idee verschmelzen.

Architektur beginnt mit dem Denken

Ungers verstand Architektur als materialisierte Idee. Für ihn stand am Anfang jedes Entwurfs ein gedankliches Prinzip, das alle Ebenen des Bauens bestimmt. Die Ausstellung zeigt, wie konsequent er dieses Verständnis verfolgte – von der städtebaulichen Ordnung bis ins Detail von Möbeln, Farben und Gärten. Ihr seht, wie Architektur bei Ungers zu einer kulturellen und geistigen Praxis wird, die den Menschen, den Raum und die Welt miteinander in Beziehung setzt.

Im Mittelpunkt stehen Modelle, Zeichnungen, Fotografien und Objekte, die Ungers’ Denken anschaulich machen. Sie zeigen nicht nur fertige Bauwerke, sondern auch den Weg dorthin. Entwurfsskizzen und konzeptionelle Arbeiten machen nachvollziehbar, wie aus abstrakten Ordnungsprinzipien konkrete Architektur entsteht. So bekommt ihr ein präzises Bild davon, wie Idee und Form bei Ungers untrennbar zusammengehören.

Architektur als Gesamtkunstwerk

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Ungers’ Vorstellung vom Gesamtkunstwerk. Wenn es die Bauherren zuließen, gestaltete er nicht nur Gebäude, sondern auch Innenräume, Möblierung, Farbkonzepte und Außenanlagen. Die Ausstellung präsentiert unter anderem Projekte, in denen dieser Anspruch besonders deutlich wird, etwa die Residenz des Deutschen Botschafters in Washington, D.C., die Badische Landesbibliothek in Karlsruhe oder die Geschäftsräume der Hypo Bank in Düsseldorf. Hier greifen Architektur, Design, Kunst und Landschaft ineinander und bilden eine geschlossene Ordnung.

Für Ungers war Kunst am Bau kein dekoratives Beiwerk. Er verstand sie als integralen Bestandteil des architektonischen Gedankens. In enger Zusammenarbeit mit Künstlerinnen und Künstlern entstanden Räume, in denen sich Architektur und Kunst gegenseitig erweitern. In der Ausstellung begegnet ihr Arbeiten und Kooperationen mit renommierten Positionen wie Gerhard Richter, Rosemarie Trockel, Sol LeWitt oder Markus Lüpertz. Auch die Landschaftsarchitektur, etwa in Zusammenarbeit mit Bernhard Korte, spielt eine wichtige Rolle.

Ort: MAKK – Museum für Angewandte Kunst Köln, An der Rechtschule 7, Köln
Laufzeit: 22. Mai bis 27. September 2026
Öffnungszeiten: Di – So + Feiertag 10 – 18 Uhr; 1. Donnerstag im Monat bis 22 Uhr (außer Feiertag)