Drei ganz unterschiedlichen Produktionen kommen vom 28. Juli bis 23. August im Rahmen der 37. Auflage des Kölner Sommerfestivals auf die Bühne der Kölner Philharmonie. Junge, lebendige Erinnerungskultur, eine Tanz-Hommage an einen besonderen Songpoeten sowie Shakespeare einmal ganz anders. Der Vorverkauf hat begonnen.
Von Tobias Gonscherowski
Köln kann sich auf ein Sommerfestival auf höchstem internationalen Niveau freuen. Drei Produktionen werden gezeigt, die bislang noch nie in der Domstadt gastierten und alle auf ihre ganz eigene Art begeistern und inspirieren werden und auch Hoffnung geben können.
„Die weiße Rose“ – Widerstand als Musical
Den Auftakt bildet vom 28. Juli bis 2. August „Die Weiße Rose“, ein außergewöhnliches Musical über die gleichnamige studentische Widerstandsgruppe im nationalsozialistischen Deutschland um die Geschwister Sophie und Hans Scholl und andere.
Das Werk wurde beim Deutschen Musical Theater Preis 2025 gleich siebenfach ausgezeichnet – darunter als „Bestes Musical“ – und verbindet rockige, unangepasste Musik mit einem präzise recherchierten Buch über das Wirken der Weißen Rose. Dem hochsensiblen Stoff nahmen sich die Musical-Stars Alex Melcher und Vera Bolten an, die daraus ein Stück entwickelten, das sich den historischen Fakten und Zitaten mit großer Sorgfalt und Tiefe nähert.
Die Umsetzung ist offensichtlich gelungen, wie nicht nur zahlreiche Auszeichnungen zeigen, sondern Alex Melcher und Vera Bolten bei vielen Nachgesprächen nach den Aufführungen insbesondere vor Schülergruppen erfahren haben. „Das Feedback war überwältigend“, sagt Vera Bolten.
Tänzerische Hommage an Leonard Cohen
Danach bringt das renommierte Ballets Jazz Montréal aus Kanada vom 4. bis 9. August eine nicht nur tänzerische Liebeserklärung an den 2016 verstorbenen legendären Sänger und Songwriter Leonard Cohen in die Philharmonie. Inspiriert von den reichen und tiefgründigen Songs des aus Montréal stammenden Musikgenies kombiniert das vielschichtige Stück „Dance Me“ Tanz, Musik, Videosequenzen und ein ausgeklügeltes Licht-Design zu einer unvergesslichen Show.
Basierend auf 16 unvergesslichen Songs aus Cohens musikalischem Vermächtnis wie „Suzanne“, „So Long, Marianne“, „Lover, Lover, Lover,“ oder das weltberühmte „Halleluja“ entfaltet sich ein Bühnenwerk voller Emotion, Intensität und visueller Kraft. Die hochemotionalen Songs werden mit hingebungsvollen Choreografien auf die Bühne gebracht von einem 14-köpfigen Ensemble, das dabei Modern Jazz, neoklassische und zeitgenössischen Tanz zu einer fließenden, eleganten Bewegungssprache kombiniert.
Romeo und Julia als Pop-Musical
Zum Abschluss startet vom 12. bis 23. August „Romeo & Julia – Liebe ist alles“, das Erfolgs-Musical von Peter Plate & Ulf Leo Sommer (Rosenstolz), seine erste große Tournee durch Deutschland, Österreich und die Schweiz in der Kölner Philharmonie. Zuvor haben sich bereits über eine halbe Million Zuschauer im Berliner Theater des Westens verzaubern lassen, wo diese radikal neue, poetische und emotionale Version des berühmtesten Liebesdramas der Welt bis Ende Februar zu erleben war.
Das Besondere an dieser Version des Klassikers: Gesprochen wird hier in der historischen Schlegel-Übersetzung von Shakespeares Originaltext. Die Musik? Ein Wechselspiel aus neuen Pop-Songs und emotionalen Arien – voller Sehnsucht, Tempo und Kraft. Und mittendrin der „Rosenstolz“-Hit, der der Show seinen Titel gibt: Liebe ist alles.
Mit über 1,7 Millionen Zuschauern seit seinem Auftakt 1988 ist das Kölner Sommerfestival eine der längsten und erfolgreichsten Partnerschaften zwischen einem privaten Veranstalter und einem städtischen Haus in Deutschland. 30 Deutschland- und Europapremieren aus so unterschiedlichen Genres wie Show, Tanz, Musical, Performance und Musik unterstreichen die Relevanz des Festivals.