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Nur 12 Vertreter in den Mitgliederrat gewählt

FC-Mitgliederversammlung: Gereizte Stimmung trotz Rekordzahlen

Der 1. FC Köln präsentierte auf seiner Mitgliederversammlung Rekordzahlen und Rekordgewinne. Der Verein hat über 105.000 Mitglieder. Die Mannschaft ist aktuell Tabellenführer der 2. Bundesliga. Doch trotz der sportlich und finanziell guten Lage war die Stimmung in der Lanxess Arena überwiegend gereizt.

Von Tobias Gonscherowski

Sieben teilweise sehr zähe Stunden dauerte die Veranstaltung, erst weit nach Mitternacht waren alle Stimmen ausgezählt und die umfangreiche Tagesordnung abgearbeitet. Irgendwie wurde man den Eindruck nicht los, dass an diesem emotional aufgeputschten Abend am Ende mehr Verlierer als Gewinner übrig geblieben waren.

Von den 41 Bewerben um einen der 15 Plätze im Mitgliederrat fielen 29 durch. Für eine Wahl in das Gremium war mindestens eine Zustimmung der abstimmenden Mitglieder von 50 Prozent pro Person nötig. Nur zwölf Kandidaten schafften diese Hürde. Dem kommenden Mitgliederrat werden deshalb nur noch zwölf Personen angehören.

Sie heißen: Ho-Yeon Kim, Christian Hoheisel, Dr. Carsten Wettich, Walther Boecker, Josef Derkum, Stefan Müller-Römer, Fabian Schwab, Michael Trippel, Engelbert Faßbender, Nicole Bender, Fritz Guckuk und Frank Leifer.

Alle Satzungsänderungen abgelehnt

Auch alle drei beantragten Satzungsänderungen wurden abgelehnt, ebenso ein Antrag zur Änderung der Reihenfolge der Tagesordnung. Schon vor Beginn der Mitgliederversammlung hatten zwei Initiatoren ihren Antrag zurückgezogen. Ablehnung also wohin mal auch blickte. Alles bleibt erstmal beim Alten.

Am interessantesten waren noch die Berichte von Geschäftsführung und Vorstand. Dabei konnte wieder einmal FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle mit tollen Bilanzen glänzen. Umsatz und Gewinn sind erneut so hoch wie nie zuvor. Mit 171,8 Millionen Euro Umsatz und einem Gewinn von 27,4 Millionen Euro vor Steuern hat der 1. FC Köln in der abgelaufenen Saison 2017/2018 zum vierten Mal in Folge die besten Ergebnisse der Clubgeschichte erzielt.

Ziel bleibt der sofortige Wiederaufstieg

"Das alles sind Zahlen eines wirtschaftlich stabilen und gesunden Clubs. Es sind Zahlen, auf die der 1. FC Köln stolz sein kann. Unsere wirtschaftliche Substanz ist allerdings kein Selbstzweck. Sie ist die Voraussetzung dafür, dass wir, anders als 2012, sofort eine konkurrenzfähige Mannschaft auf die Beine stellen konnten, die das Ziel Wiederaufstieg erreichen kann. Denn das oberste Ziel des FC muss es sein, erstklassig zu spielen", sagte FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle.

Zu dem Ergebnis hat neben den gestiegenen Medieneinnahmen und den Erlösen aus der Gruppenphase der UEFA Europa League 2017/2018 auch ein hoher Transferüberschuss beigetragen. Der Jahresumsatz betrug 171,8 Mio. Euro (gegenüber 129,2 Mio. Euro im Vorjahr), das Jahresergebnis vor Steuern lautete 27,4 Mio. Euro (Vorjahr: 16,8 Mio. Euro). Das Jahresergebnis nach Steuern ergab 17,3 Mio. Euro (Vorjahr: 11,1 Mio. Euro). Das Operatives Ergebnis (EBITDA) betrug 48,6 Mio. Euro (Vorjahr: 28,6 Mio. Euro), das Eigenkapital 37,5 Mio. Euro (Vorjahr: 20,2 Mio. Euro).

"Wir wollen den Standort Müngerdorf nicht aufgeben"

Doch aller großartigen Zahlen zum Trotz ist der 1. FC Köln in der vergangenen Saison abgestiegen. "Wir haben die beste Ausgangssituation seit Jahrzehnten in den Sand gesetzt", musste Wehrle eingestehen. Der Geschäftsführer musste anders als der Vorstand keine Pfiffe hinnehmen. Er versprach den Fans auch beim Thema Stadion: "Wir wollen den Standort Müngersdorf nicht aufgeben. Aber unser Ziel ist, den Fans bei den Heimspielen mehr Plätze anzubieten. Wir werden alle Möglichkeiten prüfen, werden aber am Ende den Mitgliederwillen respektieren."

Vor Wehrle hatte der Vorstand das Wort ergriffen. Dabei überraschte FC-Präisdent Werner Spinner mit derAussage, dass "Jörg Schmadtke nicht freiwillig zurückgetreten ist. Wir haben uns von ihm getrennt. Und wir hatten Gründe dafür." Welche das waren, wollte er aber nicht verraten.

FC-Vizepräsident Toni Schumacher gestand eigene Fehler ein beim Umgang mit Schmadtke und dem ehemaligen Trainer Peter Stöger. "Wir haben zu lange gezögert. Das wird uns nicht mehr passieren." Jetzt gelte es, "den Unfall zu reparieren und keine Fahrerflucht zu begehen". "Wir laufen nicht weg", so Schumacher kämpferisch.

Müller-Römer: "Wir sind keine Folklore-Gruppe"

Harte Kritik äußerte Stefan Müller-Römer, der Vorsitzende des Mitgliederrats, gegen den FC-Sportchef Armin Veh noch vor zwei Wochen ätzte: "Der mit dem Doppelnamen ist unerträglich. Im Mitgliederrat sitzen Vollamateure, die meinen, sie müssten den Verein übernehmen."

Müller-Römer konterte, obwohl er sich inzwischen mit Veh ausgesprochen hat, mit den Worten: "Wir sind keine Folklore-Gruppe, sondern ein von den Fans gewähltes Kontrollorgan. Wir mischen uns nicht in das operative Tagesgeschäft ein." Er ließ keinen Zweifel daran, dass die Zusammenarbeit mit dem Vorstand alles andere als gut läuft. "Der Vorstand will unser Mitspracherecht einschränken", glaubt Müller-Römer.

Ritterbach: "Eine sehr konstruktive Veranstaltung"

Immer wieder wurden die Wortbeiträge von Zwischen- und Buhrufen unterbrochen, das eine oder andere Pfeifkonzert der gut 6.000 anwesenden Mitglieder machte die Runde. Kleinkarierte Streitereien um verschenkte Jubiläumspillover sorgten für Unmut. Das führte dazu, dass der sichtlich genervte Versammlungsleiter Thomas Schönig manchmal Mühe hatte, die Conentance zu wahren, während Toni Schumacher gewohnt angriffslustig in so manchen verbalen Zweikampf grätschte.

Am Ende bemühte sich Vizepräsident Markus Ritterbach um ein positives Fazit. "Es war eine sehr konstruktive Veranstaltung. Es gab keine großen Tiefschläge. Ich finde es gut, wenn eine Kultur herrscht, dass man Demokratie lebt. Das haben wir heute getan", sagt er. "Ich bin nicht sauer auf Gruppierungen, die zu laut waren. Das gehört dazu. Wir werden mit dem Mitgliederrat gut und konstruktiv zusammenarbeiten. Wir müssen jetzt an die Satzung ran und einen großen Wurf machen."(Foto: Tobias Gonscherowski)

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