• Home
  • Do, 30. Jun. 2022
  • Stadtplan
  • Verkehr
  • KoelnMail
  • Newsletter
koeln.de

"Ohne Fans macht es keinen Spaß"

FC verliert erstes Geisterspiel der Bundesliga

Der 1. FC Köln kassierte im ersten Geisterspiel der Bundesliga-Geschichte eine unglückliche 1:2-Niederlage im rheinischen Derby bei Borussia Mönchengladbach. Die Atmosphäre war gespenstisch, der Kontrast zwischen lustlos runtergespulter Alltagsroutine und leeren Rängen grotesk.

Von Tobias Gonscherowski

Wäre der Borussia-Park nicht gähnend leer gewesen, man hätte meinen können, dass da gerade nichts Außergewöhnliches passiert. Vor dem Anpfiff gratulierte der Stadionsprecher einigen vermutlich abwesenden Sponsoren und Mitgliedern per Durchsage zum Geburtstag, die Vereinshymne wurde gespielt und die Mannschaftsaufstellungen verlesen.

Während des Spiels tauchten auf der Anzeigetafel die üblichen Sponsorenpräsentationen für das Eckballverhältnis, für Gelben Karten und Auswechslungen auf. Der Höhepunkt kam dann in der zweiten Spielhälfte, als die offizielle Zuschauerzahl verkündet wurde. "Heute gibt es keine", sagte der Stadionsprecher staubtrocken.

Mehr Menschen auf dem Rasen als auf der Tribüne

Ja, es gab bis auf die akkreditierten Journalisten und eine Handvoll Präsidiumsmitglieder und Vereinsmitarbeiter keine Zuschauer im Stadion. Vor dem Anpfiff tummelten sich auf dem Rasen fast mehr Menschen als auf der Tribüne.

Man konnte in Ruhe zusehen, wie sich erst die Spieler warmmachten, dann 16 Greenkeeper um den Rasen kümmerten und die Sanitäter Platz nahmen. In der Gladbacher Fankurve hing ein einsames Plakat mit der Aufschrift: "Holt den Derbysieg."

"Bundesliga ohne Fans macht keinen Spaß"

Es war so ruhig, dass jeder einzelne Ruf zu hören war. Auf der Pressetribüne konnte man der Reportage des Radiokollegen lauschen. Die Trainer- und Spielerkommandos waren lauter als so mancher Schiedsrichterpfiff. Das alles hatte was von Bolzplatz und absolut nichts von Fußball-Bundesliga, von Rheinderby, von Emotionen. "Es hatte Testspielcharakter. Bundesliga ohne Fans macht keinen Spaß", fand FC-Geschäftsführer Horst Heldt.

"Es war eigenartig", gestand auch FC-Trainer Markus Gisdol. "Wenn du auf einmal hörst, wie der Linienrichter dies und das zum Schiedsrichter sagt. Oder wenn ich mitbekomme, wie die gegnerische Bank coacht und sich untereinander Kommandos gibt. Ich habe ein paar Minuten gebraucht, um mich an diese außergewöhnlichen Informationen zu gewöhnen."

Nach einer gewissen Eingewöhnungsphase hatte sich aber auch der Kölner Coach den Umständen angepasst. "Wir haben es dann alle gut miteinander gemacht", fand Gisdol. "Es war schwierig. Und darauf kann ich gerne verzichten."

Rein sportlich ein ordentliches Spiel

Rein sportlich war es unter diesen Umständen ein ordentliches Spiel beider Mannschaften. Der FC bot dem Champions-League-Anwärter über 90 Minuten Paroli und hätte durchaus etwas Zählbares mitnehmen können, wenn sich die Abwehr nicht zweimal inklusive Eigentor hätte düpieren lassen.

"Es waren schwierige Umstände, um sich auf dieses Spiel konzentriert vorzubereiten. Wir haben zwei Mannschaften gesehen, die beide mit der Situation sehr gut umgegangen sind. Das Niveau war außerordentlich gut", urteilte Markus Gisdol.

"Wir haben ein richtig gutes Auswärtsspiel gemacht, hatten gute Ballbesitzphasen und den Gegner unter Druck gesetzt. Nach dem 0:2 war es schwierig zurückzukommen. Es wäre uns trotzdem fast gelungen. Wir hatten eine Riesenchance zum Schluss. Ich glaube, es hätte sich niemand beschweren können, wenn wir 2:2 gespielt hätten. Vielleicht wäre das auch gerecht gewesen. Aber im Fußball zählen die Tore", bilanzierte der Kölner Trainer weiter.

Heldt: Länderspiele jetzt sind ein Wahnsinn

Auf beide Teams warten nun am Wochenende die nächsten Geisterspiele ohne Fans. Unter dem Eindruck der ernüchternden Premiere forderte Horst Heldt die internationalen Verbände FIFA und UEFA auf, "so langsam aus der Deckung zu kommen und sich nicht zu verstecken. Vielleicht spielen wir einfach die Europameisterschaft im nächsten Jahr. Das würde uns allen Luft verschaffen." Ein reguläres Saisonende Mitte Mai erscheint nicht nur ihm zumindest fragwürdig.

In diesem Zusammenhang nannte Heldt es "einen Wahnsinn", die Länderspiele in zwei Wochen abzuhalten. "Die Spieler reisen um die Welt. Man sieht und hört nichts von ihnen. Das halte ich für den Oberwitz schlechthin", redete sich der Sportchef in Rage.

Vor der Länderspielpause muss der FC noch gegen Mainz und Düsseldorf zuhause ran. Holen die Kölner aus diesen Spielen drei, vier oder mehr Punkte, dürfte der Klassenerhalt perfekt sein und zumindest Planungssicherheit für eine weitere Saison in der Bundesliga herrschen. Wann und wie auch immer diese dann gespielt wird.

Onlinespiele

spiele_mahjong-koelsch-foto_1200.jpg
Mahjong op kölsche Aat - könnt ihr alle Steine entfernen? Mit Dom, Rhein, Karneval und Halver Hahn.  Mahjong spielen
spiele_exchange_1200.jpg
Bilde Reihen aus mindestens drei Steinen. Kombiniere Steine, erhalte Bonussteine! Schalte in der Level-Auswahl "Endlosspiel" ein: das entspricht der "Exchange-Classic"-Variante.  Jetzt Exchange Challenge spielen
spiele_bubblesnew_1200.jpg
Schieß Deine Bubbles auf mindestens zwei gleichfarbige Blasen und bring sie so zum Platzen.  Jetzt Bubbles spielen!