Drei Jungs, die anpacken können

Designiertes Kölner Dreigestirn vorgestellt

Das Foto zeigt das Kölner Dreigestirn der Session 2027.
Foto: Tobias Gonscherowski

Zusammen sind sie 99 Jahre alt, Köln „regieren“ werden sie 33 Tage. Das designierte Kölner Dreigestirn mit Prinz Marius I., Bauer Alex und Jungfrau Johanna von der Traditionsgesellschaft Kölner Narren-Zunft von 1880 wurde jetzt im MeisterCampus der Handwerkskammer Köln mit vielen Vorschusslorbeeren bedacht und vorgestellt. Die drei Freunde sind ganz jeck vor Vorfreude.

Von Tobias Gonscherowski

„Als Dreigestirn müssen sie viel können. Das tun sie, und jetzt haben sie es geschafft“, freut sich Narren-Zunft-Präsident Thomas Brauckmann, der selbst vor bald 30 Jahren Karnevalsprinz in der Domstadt war und den Kandidaten vor der offiziellen Bewerbung mächtig auf den Zahn gefühlt hat. Seine Gesellschaft stellt damit nun nach 1997 und 2017 zum dritten Mal das Kölner Dreigestirn.

Viel Lob gab es auch vom neuen Festkomitee-Präsidenten Lutz Schade. „Die drei passen sehr gut zusammen und füllen ihre jeweilige Rolle sehr gut aus“, sagte er. „Sie haben verstanden, was den Karneval ausmacht. Wir sind mit den dreien total glücklich.“  Gegen wie viele Mitbewerber sie sich durchgesetzt haben, wurde nicht verraten. Das gehört traditionell zu den bestgehüteten Geheimnissen im Kölner Karneval.

Wer sind also nun die Drei, die am 11.11. auf dem Heumarkt vor die Jecken treten und am 8. Januar bei der Proklamation im Gürzenich ihre Insignien erhalten werden? „Sie feiern den Karneval von morgen und sollten deshalb auch die Möglichkeit bekommen mit anzupacken“, meint Lutz Schade. Diese Einstellung vermittelt auch das Sessionsmotto 2027: Mit „Morje es, wat do drus mähs“ rückt das Festkomitee das Thema Zukunft in den Mittelpunkt.

Prinz Marius I. heißt mit bürgerlichem Namen Marius Wallenborn. In Porz geboren ist er mit seinen 32 Jahren der Jüngste der Drei. Er arbeitet als geschäftsführender Gesellschaft in der familieneigenen Wallenborn Sportorthopädie GmbH in Köln. Der Prinz ist lebenslanges Mitglied des 1. FC Köln sowie passionierter Golf- und Squashspieler. Schon als Kind half er im Kölner Rosenmontagszug mit, 2016 wurde er Senator der Narren-Zunft. 

„Wir wollen die Menschen in Köln, alle Jecken, verbinden. Ob das Jung oder Alt sind, ob da Gegensätze sind, das ist uns alles egal“, sagt der Prinz strahlend. „Wir wollen gucken, dass wir die Gemeinsamkeiten in den Vordergrund stellen, Verbindungen schaffen und Frohsinn verbreiten in Zeiten, die nach wie vor leider immer noch unschön sind.“ Außerdem stehe er aus gutem Grund in der Mitte des Dreigestirn. Schließlich müsse er schonmal den Bauern bremsen, der „gerne aus der Reihe tanzt“.

Der angesprochene Bauer Alex (Hagen) ist 34 Jahre jung und findet, dass er die Rolle des Bauern im Kölner Dreigestirn „körperlich und inhaltlich“ gut ausfüllt. Das Ornat des Bauern hält er ohnehin für das schönste. Er wurde in Zollstock geboren, lebt jetzt in Lövenich und verspürt einen „großen Beschützerinstinkt“.

Der Karneval wurde dem heutigen Wirtschaftsingenieur und Betriebsleiter „in die Wiege gelegt“. Seit der Krabbelgruppe mischt er in der fünften Jahreszeit mit, seit 2018 ist der FC-Fan in der Narren-Zunft, dort Senator und kooptiertes Vorstandsmitglied für digitale Themen. Der liierte Vater einer Tochter reist in seiner Freizeit gerne oder steht auf den Skiern oder auf dem Golfplatz.

Jungfrau Johanna alias Maximilian Roth ist selbständiger Kundenbetreuer einer Versicherungsgesellschaft mit eigener Niederlassung in Pulheim. Der 33-Jährige trägt den Namen Jungfrau Johanna zu Ehren seiner verstorbener Großmutter, von der er immer „viel Rückendeckung“ bekam.

Seit zehn Jahren ist er im organisierten Karneval aktiv und kann als Teil des „Tanzkorps Blaue Jungs“ auf viel Bühnenerfahrung zurückblicken. Als „artistische Jungfrau“ will er seinen Teil zu einer erfolgreichen Session beitragen. Seine Freizeit teilt er gerne mit seiner Lebensgefährtin, Familie und Freunden, wenn er nicht Fußball oder American Football schaut. Zusammen mit dem Bauern heckte Jungfrau Johanna den Dreigestirnsplan aus, von dem sie den Prinzen schnell überzeugen konnten.

Für die kurze und knackige Session hat das designierte Dreigestirn ein klares Ziel: „Wir möchten mit so vielen Menschen wie möglich in den Austausch gehen und vielleicht sogar die eine oder andere Idee einsammeln, wie wir unser kölsches Brauchtum in Zukunft gemeinsam gestalten können“, so der designierte Prinz Karneval Marius I.

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