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111 Kölner Orte

Der Düxer Bock: Vom gedemütigten Schneiderlein

Er hat nichts mit dem FC zu tun, dieser Geißbock von der Schäl Sick. Kein Maskottchen ist er, sondern Erinnerung an einen ganz profanen Streit unter Nachbarn. Er wurde 1963 aufgestellt und erinnert bis heute an diese Begebenheit.

Einst soll hier ein Schneider gewohnt haben, der für ein paar Pfennig mehr Singvögel züchtete und diese in Käfigen vor seinem Fenster ausstellte. Das frühe Gepiepe soll jedoch einen gegenüber wohnenden Steuereintreiber gestört haben, der morgens gern länger schlief.

Dieser, so erzählt man sich, sei nach so end- wie fruchtlosen Streitereien schließlich auf eine perfide Idee verfallen: Analog zu den Volieren steckte er einen Ziegenbock in einen Käfig an seiner Hauswand. Dessen Gemecker habe er durch karge Fütterung verstärkt, und der Spott – hier wird die Geschichte ein bisschen undurchsichtig –, der Spott sei voll und ganz auf den Schneider gefallen. Fortan habe man ihn allerorten nur noch den Schneider Meck-Meck-Meck gerufen.

The Final Countdown

Mit dieser Aktion überschlugen sich die Ereignisse, es kam zum Final Countdown. Zuerst verliebt sich des Schneiders Tochter (Gertrud) in den Sohn des Steuereintreibers (Fritz).


Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem Buch "111 Kölner Orte, die man gesehen haben muss" von Bernd Imgrund und Britta Schmitz (Fotos).
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Dann stirbt der arme Geißbock, wird jedoch stiekum durch einen steinernen ersetzt, der den Schneider weiterhin dem Hohn seiner Mitbürger preisgibt. Er verspricht, sein Federvieh zu entfernen, aber es ist zu spät, sein Nachbar bleibt bockig. Ergo verlässt der zutiefst gedemütigte Schneider die Stadt.

Natürlich darf die Geschichte hier nicht enden. Viele Jahre später, man hat es sich schon gedacht, kehrt die Schneiderstochter zurück. Inzwischen zu etwas Geld gekommen, ersteigert sie des verstorbenen Steuereintreibers Haus und heiratet ihre Jugendliebe. Und was die Realität betrifft: 1963 wird hier jener gusseiserne Bock aufgestellt, der bis heute an diese Begebenheit erinnert. Geschaffen hat ihn der berühmte Kölner Bildhauer Gerhard Marcks, der damit zu seinen Anfängen, den frühen Tierstudien im Berliner Zoo, zurückkehrte.

111 Kölner Orte, die man gesehn haben muss - das Beste aus Band 1 und 2

Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem Buch "111 Kölner Orte, die man gesehen haben muss - Band 2" von Bernd Imgrund und (Fotos). Dieses Buch jetzt bestellen. Hier geht es zum Writer's Blog von Bernd Imgrund.

 

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