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Der Lysolphturm

111 Orte: Eine römische Insel im Stadtverkehr

Er wirkt auf den ersten Blick wie eine Verkehrsinsel, doch wenn man beim Vorbeifahren genauer hinschaut, erkennt man, dass der Steinklotz auf der Komödienstraße eigentlich mal ein bewohnter Turm war. Entdeckt wurde das mittelalterliche Bauwerk erst bei den Bauarbeiten der Nord-Süd-Fahrt.

Der Lysolphturm liegt wie eine Verkehrsinsel an der viel befahrenen Kreuzung von Nord-Süd-Fahrt und Komödienstraße. Es handelt sich allerdings um eine Insel, die zu einem Großteil Land unter hängt. Der Sockel dieses antiken Turmes liegt heutzutage nämlich einige Meter unter dem Straßenniveau, sodass man ein paar Stufen treppab steigen muss, um dorthin zu gelangen.

Ursprünglich war das mächtige Bauwerk Teil der römischen Stadtmauer, die im Schnitt 7,80 Meter hoch und 2,40 Meter dick ausfiel. Der Lysolph- und die rund 20 weiteren Wehrtürme hatten einen Durchmesser von 9,20 Metern. Die Insellage und die breiten Straßenschneisen ermöglichen dem Betrachter hier eine recht genaue Vorstellung vom Verlauf der alten Römermauer. Nach Westen hin sieht man die langgezogenen Reste hinter dem Stadtmuseum. Endpunkt war einst der bestens erhaltene Nordwestturm der Stadtbefestigung, der heute sogenannte Römerturm. Und nach Osten hin ahnt man anhand des dort in den Bürgersteig integrierten Fragments den weiteren Verlauf der Festungsanlagen zum Rhein hinunter.


Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem Buch "111 Kölner Orte, die man gesehen haben muss" von Bernd Imgrund und Britta Schmitz (Fotos).
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Um knapp vier Meter gekürzt

Der ungewöhnliche Name des Turmes geht zurück auf eine Familie Lysolph, die den Turm im Mittelalter bewohnt haben soll. Aus "Lysolph" (oder "Lysolf") entwickelte sich später »Lyskirchen«. So wiederum hieß eines der mächtigsten Patriziergeschlechter der Stadt, das seinen Sitz weiter südlich am Rhein hatte. Die romanische Kirche Maria Lyskirchen fußt auf der Familienkapelle, die erstmals 948 urkundlich erwähnt wird.

Der Lysolphturm wurde erst 1964 bei Bauarbeiten für die U-Bahn entdeckt. Weil er dieser im Weg stand, wäre er beinahe komplett abgetragen worden, aber die Denkmalschützer setzten sich letztendlich durch. Die Mauern wurden dabei allerdings zugunsten der Sichtverhältnisse für die Autofahrer bis auf eine Höhe von 3,90 Metern abgetragen.

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Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem Buch "111 Kölner Orte, die man gesehen haben muss - Band 2" von Bernd Imgrund und Britta Schmitz (Fotos). Dieses Buch jetzt bestellen

 

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