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Der vertikale Parkplatz

111 Orte: Eine Brandwand zwischen Messe und Kunst

Der Parkplatz an der Deutz-Mülheimer Straße 129 trennt Welten: Auf der einen Seite befinden sich die neuen Messehallen, auf der anderen das Kunstwerk - einer der größten deutschen Atelierkomplexe. Für das Architekturprojekt "plan" ein spannender Kontrast, der sie auf die Idee eines vertikalen Parkplatzes brachte.

Wer nie zur Messe geht, kommt hier auch nicht vorbei. Es sei denn, er fährt auf der Zoobrücke stadteinwärts und wendet den Kopf im richtigen Moment nach rechts. Dann sieht er ihn, diesen Parkplatz an der Deutz-Mülheimer Straße 129, der Welten trennt. Auf der einen Seite: die neuen Messehallen. Und auf der anderen: das "KunstWerk", einer der größten deutschen Atelierkomplexe (Deutschlands größtes selbstverwaltetes Künstlerhaus; d. Red.), untergebracht in einem alten Industrieareal.

 

Im Jahr 2006 dann nahm sich das Kölner Architekturprojekt "plan" dieses Parkplatzes an. Aus dem spannenden Kontrast der heterogenen Bebauung müsse doch etwas zu machen sein, dachte man sich. Nicht umsonst steht "plan" mittlerweile seit Jahren für originelle Ideen zur urbanen Stadtgestaltung. Als Kooperationspartner gewann man das "office for subversive architecture", kurz "osa". Die internationale Künstlergruppe arbeitet wie "plan" an der Schnittstelle von Kunst, Architektur und Stadtplanung.

Das Ergebnis der gemeinsamen Anstrengungen wurde dann im September jenes Jahres der Öffentlichkeit präsentiert. Der spitz zulaufende Parkplatz der Messehallen findet nun seine vertikale Fortsetzung auf der monumentalen, gut 1.000 Quadratmeter großen Backstein-Brandwand des Kunstwerks. Kreideweiße T- und Kreuzformen markieren die Grenzen der leicht schräg zum Rhein hin abfallenden Parktaschen.

 

Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem Buch "111 Kölner Orte, die man gesehen haben muss" von Bernd Imgrund und Britta Schmitz (Fotos).
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Auch die Assoziation von Waben ist nicht ganz falsch, sind doch genau hinter der Mauer die zahlreichen Ateliers der Künstler zu vermuten. Erst auf den zweiten Blick entdeckt man die im 90-Grad-Winkel aus einem Mauerloch ragende, von einem beschrifteten Dreiecksblock umgebene Metallstange. Sie entspricht genau den Laternen der Messeparkplätze.

Aber während jene unten auf dem Boden mit dem Hinweis "P Presse/ Press" beschriftet ist, setzt ihr in der Luft hängender Zwilling auf eine vielfältig interpretierbare Pointe: "P Künstler/Artists", liest man dort.

111 Kölner Orte, die man gesehn haben muss - das Beste aus Band 1 und 2

Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem Buch "111 Kölner Orte, die man gesehen haben muss - Band 2" von Bernd Imgrund und (Fotos). Dieses Buch jetzt bestellen. Hier geht es zum Writer's Blog von Bernd Imgrund.

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