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Andenken an Überflutungen

Erstaunliche Hochwassermarken in der Kölner Innenstadt

Mit einen Pegelstand mit über 6 Metern führt der Rhein Anfang Juni 2016 Hochwasser (zum aktuellen Pegelstand). Ganze fünf Meter höher war der Rhein während einer Hochwasserwelle im Jahr 1784, die über 60 Menschen in den Tod riss und ganze Veedel überschwemmte. Mehrere Hochwassermarken erinnern an den unglaublichen Wasserstand von 13,55 Metern.

Es war das schlimmste in Köln je gemessene Hochwasser. Über sechzig Menschen starben in den Fluten. Die Eismassen zerquetschten sämtliche Rheinschiffe, kutschengroße Eisblöcke planierten zahllose Häuser in Ufernähe, und weite Teile der Stadt standen unter Wasser. Das rechtsrheinische Mülheim, so heißt es in den Chroniken, wurde völlig zerstört.

Die Überschwemmungen vom 28. Februar 1784 gingen einher mit einem Pegelstand von 13,55 Metern. Zum Vergleich: Das Jahresmittel liegt bei 3,48 Metern, und selbst das "Jahrhunderthochwasser" von 1995 ließ den Rhein nur auf 10,69 Meter anschwellen. Bereits im Jahr zuvor hatte die Erde von Europa bis nach Asien mit einer Reihe besorgniserregender Aktivitäten begonnen. Im Februar 1783 war Kalabrien durch eine Serie heftiger Erdstöße erschüttert worden, drei Monate darauf kam bei Vulkanausbrüchen ein Fünftel der Bevölkerung Islands ums Leben.

Eisschmelze beschleunigt Katastrophe


Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem Buch "111 Kölner Orte, die man gesehen haben muss" von Bernd Imgrund und Britta Schmitz (Fotos).
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Der folgende Winter begann mit extrem frühem Schneefall, in Köln schon im November. Beinahe jeden Tag bis in den Februar hinein sollte es nun schneien, Köln verschwand unter einer bis zu 1,50 Meter dicken Schneedecke. Gleichzeitig fror der Rhein zu, die Eisschicht erreichte eine Stärke von sage und schreibe drei Metern. Ganzen Fuhrwerken war es in diesem Winter möglich, trocken auf die andere Flussseite zu gelangen. Und dann, plötzlich, um den 23. Februar herum, ein Warmlufteinbruch!

Binnen weniger Tage schmolz der Schnee und brach das Eis. Das Wasser stieg alle zwei Stunden um einen ganzen Fuß. Heftige Regenfälle begleiteten die Schmelze und beschleunigten die Katastrophe. Fünf Tage später erreichte die Flut ihren Höhepunkt und mit ihr die Verheerung. Kein Wunder also, dass entlang dem Fluss zahlreiche Hochwassermarken an dieses historische Ereignis erinnern. Die eindrucksvollste findet sich über dem Portal von St. Maria Lyskirchen, in einer Höhe von rund 3,50 Metern. Weitere Marken sind am Haus Ecke Filzengraben/Am Leystapel, am Chor der Elendskirche St. Gregor und an der Schmitz-Säule vor Groß St. Martin zu sehen.

111 Kölner Orte, die man gesehn haben muss - das Beste aus Band 1 und 2

Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem Buch "111 Kölner Orte, die man gesehen haben muss - Band 2" von Bernd Imgrund und (Fotos). Dieses Buch jetzt bestellen. Hier geht es zum Writer's Blog von Bernd Imgrund.

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