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Eine Gasse aus Basalt

111 Kölner Orte: Die römische Hafenstraße

Betongrau das Römisch-Germanische Museum, betongrau auch die Einfahrt zur Tiefgarage unter dem Dom, aber plötzlich: eine scheinbar gottverlassene Schneise. Abgewetzte, blaugrau schimmernde Basaltquader, erdig verfugt, markieren eine fünf Meter breite Straße, die gen Rhein führt.

Stadtplan: Hier finden Sie die alte römische Hafenstraße


Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem Buch "111 Kölner Orte, die man gesehen haben muss" von Bernd Imgrund und Britta Schmitz (Fotos).
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Entdeckt wurde sie bei Grabungsarbeiten zum Bau des Römisch- Germanischen Museums (eröffnet 1976). Da an dieser Stelle jedoch die Tiefgarage unter dem Dom beginnen sollte, beschloss man, zumindest ein Teilstück fünf Meter weiter südlich neu anzulegen. Wer es heute besichtigt, denkt spontan: Mein Gott, was wurden die armen Leute damals wohl durchgeschüttelt mit ihren hölzernen Reifen und ungefederten Achsen!

Die breiten Fugen und holprigen Anschlüsse verdanken sich jedoch angeblich einem Patzer der Archäologen. Nachdem die gesamten 65 Meter freigelegt waren, hob man die Steine aus und nummerierte sie durch – allerdings zum Schutz des Materials mit Kreide.

Diese wurde vom nächsten Regen hinweggespült, sodass nun niemand mehr wusste, wie dieses Puzzle zusammenzusetzen sei. Daraus folgt: Weder die Anordnung noch die Verfugung der heute zu besichtigenden Gasse entsprechen römischer Straßenbaukunst.

Irreführend ist wohl auch der Name »Hafenstraße«. Denn zum einen lag mindestens seit dem 2. Jahrhundert östlich dieser Fundstelle kein Hafenbecken mehr, zum anderen wurden die Kölner Straßen erst ab dem 4. Jahrhundert mit Steinen gepflastert. Wie man schon damals ausgediente Baumaterialien recycelte, lässt sich übrigens schön an jenem 1997 aufgestellten Stück des römischen Abwasserkanals studieren, das direkt neben dem Pflaster steht.

In der rechten Ecke ist unter anderem ein ehemaliges Säulenstück verbaut. Der Grund dafür: Das nahe Siebengebirge hielt zwar genügend Vorräte an – billigem – Baumaterial bereit, aber man scheute die hohen Transportkosten.

Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem Buch "111 Kölner Orte, die man gesehen haben muss" von Bernd Imgrund und Britta Schmitz (Fotos). Dieses Buch jetzt bestellen. Hier geht es zum Writer's Blog von Bernd Imgrund.

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