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Von Feschwievern und geistlichen Grundstücksspekulanten

111 Kölner Orte: Der Fischmarkt

Das Martinsviertel wurde im Zweiten Weltkrieg zu 90 Prozent zerstört. Mit dem Stapelhäuschen steht am Fischmarkt (Nr. 1–3) aber immerhin ein Gebäude, das nur »mittelschwere Schäden« aufwies, dessen Originalzustand also recht problemlos wiederhergestellt werden konnte.


Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem Buch "111 Kölner Orte, die man gesehen haben muss" von Bernd Imgrund und Britta Schmitz (Fotos).
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Auch ansonsten ist der Fischmarkt in der Kölner Altstadt ein Ort, der noch heute einen gewissen Eindruck der »alten Zeiten« vermittelt. Enge, einstmals stickige Straßen wie Buttermarkt, Lint- und Mauthgasse münden hier in ein offenes, luftiges Areal.

Heutzutage kommt noch der weite Blick auf den Rhein hinzu, der bis Ende des 19. Jahrhunderts durch die hier entlang dem Ufer verlaufende Stadtmauer versperrt war. Bis um 1100 war der Fischmarkt Teil des Klosters Groß St. Martin.

Der aufblühende Handel sorgte seinerzeit für steigende Immobilien- und Grundstückspreise, die sich die Kirche zunutze machte, indem sie einen Teil ihres Geländes zur Bebauung freigab. Weil der Fischhandel vor allem per Schiff von Holland her beliefert wurde, entstand hier in der Folge der zentrale Kölner Umschlagplatz für alle Arten von Meeresgetier.

Schon im 12. Jahrhundert wird der Fischmarkt erstmals urkundlich erwähnt, als »forum piscium«, was bald durch Bezeichnungen wie »upme Vischmarte« und im 15. Jahrhundert »up dem Vyschmarte« abgelöst wurde.

Wie alle Kölner Gewerbezweige profitierte auch der Fischhandel immens vom 1259 verliehenen Stapelrecht: Sämtliche auf dem Rhein transportierten Güter mussten in Köln abgeladen und für drei Tage zum Verkauf angeboten werden. Jahrhundertelang wurden die Verkaufsstände dominiert von den »Feschwievern«, den Fischweibern.

Ihnen zum Gedenken ziert inzwischen ein Brunnen den kleinen Platz. Das Werk des Bildhauers Rainer Walk zeichnet kein verklärendes Idyll, sondern zeigt müde, abgearbeitete Frauen in hockender Haltung.

Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem Buch "111 Kölner Orte, die man gesehen haben muss" von Bernd Imgrund und Britta Schmitz (Fotos). Dieses Buch jetzt bestellen. Hier geht es zum Writer's Blog von Bernd Imgrund.

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