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koeln.de

Vom Weiberfastnacht bis Aschermittwoch

So läuft der Kölner Straßenkarneval

Der Straßenkarneval beginnt in Köln (und dem ganzen Rheinland) an Weiberfastnacht, wenn die Oberbürgermeisterin feierlich die Schlüssel der Stadt an das Dreigestirn überreicht. Von jetzt an bis Veilchendienstag wird fünf Tage lang ausgiebig Karneval gefeiert.

Weiberfastnacht (Wieverfastelovend)

An Weiberfastnacht (Wieverfastelovend), am Donnerstag, den 20. Februar 2020, wird der Straßenkarneval eröffnet. Auf dem Alter Markt findet dazu eine große Freiluftsitzung statt, die schon morgens um 10 Uhr beginnt. Um 11 Uhr wenden sich die jecken Regenten - das Dreigestirn, bestehend aus Prinz, Bauer und Jungfrau - an ihre tausenden Untertanen. Bis Aschermittwoch, den 26. Februar 2020, haben das Trifolium und die Jecken das Heft der Stadt in der Hand. Das Geschehen auf der Bühne wird auf eine Großbildleinwand auf den Heumarkt übertragen. Und auch in vielen Kölner Veedeln (Stadtteile) wird mit einem Bühnenprogramm gefeiert.

Alles zur Weiberfastnacht

Spätesten ab 11 Uhr 11 gibt es dann in der Stadt kein Halten mehr - den ganzen Tag und die ganze Nacht wird auf den Straßen, in den Kneipen und in den Büros gefeiert. Traditionell wird am Severinstor um 13:30 Uhr das Historienspiel "Jan und Griet" aufgeführt. Anschließend zieht das Reiterkorps Jan von Werth im ersten Karnevalsumzug der Session von der Südstadt bis zum Denkmal "Jan von Werth" am Alter Markt.

Das Historienspiel von Jan und Griet

Karnevalsfreitag

Am Freitag (21. Februar 2020) schalten viele Karnevalisten erst einmal einen Gang zurück: Erst am Abend geht es wieder richtig los - vor allem in den Kneipen der ganzen Stadt wird gefeiert. Wer das besondere Flair des Fastelovends mitbekommen möchte, sollte jene Kneipen besuchen, in denen die Kölner am liebsten feiern - leicht zu erkennen an den Schlangen vor der Tür und der kölschen Karnevalsmusik.

Die beliebtesten Karnevalskneipen

Die besten Karnevalsparties auf einen Blick

Wer schon vorher wieder fit ist, sollte unbedingt den Sternmarsch der Kölner Veedelszöch ansehen. Von vier Plätzen aus (Heumarkt, Laurenzplatz, Bollwerk und Eisenmarkt) ziehen die Jecken auf den Alter Markt, wo ab 18 Uhr ein karnevalistisches Programm mit viel Musik und dem Dreigestirn stattfindet. Mehr zum Sternmarsch

 

Karnevalssamstag

Am Karnevalssamstag (22. Februar 2020) geht es wieder relativ früh los: Ab 10:30 Uhr schlagen die Roten Funken ihr Biwak auf dem Neumarkt auf. Dort, wo 1823 der erste Kölner Karnevalsumzug stattfand, lädt das älteste der Traditionskorps zu Erbsensuppe und Kölsch ein. Neben Stippeföttche und Funkenmariechen gibt es ein karnevalistisches Bühnenprogramm. Mehr zum Funkenbiwak

Am Karnevalssamstag wird natürlich genauso wie am Freitag in den Kneipen, auf vielen Partys und Bällen und im Festzelt am Südstadion bei "Viva Colonia" gefeiert.

Ab Samstag ziehen auch in vielen Kölner Veedeln die Karnevalsumzüge durch die Straßen, ebenso am Sonntag und am Dienstag. Wer den ursprünglichen Karneval erleben möchte, hat die freie Auswahl.

Umzüge in den Stadtteilen

Hinweis: Der Geisterzug, der traditionell am Abend des Karnevalssamstags als Mischung aus politischer Demonstration und Karnevalsumzuig durch Kölns Straßen spukt, findet in diesem Jahr ausnahmsweise schon eine Woche früher statt.

Karnevalssonntag

Am Sonntag (23. Februar 2020) steuert der Straßenkarneval auf den Höhepunkt zu: Als Vorgeschmack auf den Rosenmontagszug ziehen ab 10:30 Uhr die Schull- und Veedelszöch (Schul- und Stadtteilzüge) durch die Stadt  - (fast) auf dem gleichen Zugweg wie der Rosenmontagszug. Die phantasievollen Kostüme der vielen Kölner Schulgruppen und der Veedelsvereine locken die Menschenmengen an den Zugweg.

In vielen Stadtteilen Kölns sowie den umliegenden Dörfern erreicht der Straßenkarneval seinen Höhepunkt. Wie schon am Samstag und noch bis Veilchendienstag feiern die Karnevalisten in den Veedeln ganz unbeeindruckt vom Mammutspektakel in der Innenstadt ihren Fastelovend.

Umzüge in den Stadtteilen

Rosenmontag

Der Rosenmontag (24. Februarr 2020) ist der absolute Höhepunkt des Straßenkarnevals. Der berühmte Kölner Rosenmontagszug geht um 10 Uhr am Chlodwigplatz los und braucht für den gesamten Weg quer durch die Innenstadt etwa 3,5 Stunden. Im Jahre 2020 steht er unter dem Motto "Et Hätz schleiht em Veedel". Bereits Stunden, bevor die Blauen Funken traditionell als erste Gruppe den Umzug anführen, beziehen viele Jecke schon ihre Plätze am Straßenrand, ausgestattet mit Campingstühlchen, Proviant und Kölsch. Zur Musik aus den mitgebrachten Radios und Boomboxen schunkelt man sich warm.

Zugweg und weitere Infos im Karnevalsstadtplan

Tipp: Mit so vielen Freunden und Bekannten wie möglich gemeinsam zum Zug gehen. So vergeht die Zeit am Zugweg wie im Fluge, man trinkt, tanzt und schunkelt. Wer zum ersten Mal dabei ist: Tüten für die Kamelle, Strüßjer und sonstige Wurfartikel, die von den Wagen herab unter das jecke Volk geworfen werden, nicht vergessen!

Wo Besucher den besten Blick auf den Rosenmontagszug haben

Veilchendienstag

Nach dem anstrengenden Montag, an dem die meisten Kölner frei haben, kehrt am Veilchendienstag (25. Februar 2020) ein wenig Ruhe ein. Am Nachmittag ziehen wieder viele Karnevalszüge durch die Stadtteile, zum Beispiel durch Ehrenfeld, Nippes, Deutz oder die Südstadt

Am Abend wird ein letztes Mal in den Kneipen der Stadt gefeiert. Auf keinen Fall verpassen solltet ihr die die Nubbelverbrennung: Der Nubbel ist eine lebensgroße Strohpuppe, die während der Karnevalstage vor vielen Kölner Kneipen hängt.

Er muss für alle Sünden büßen, die während der tollen Tage begangen wurden und wird unter großem Wehklagen, Beschimpfungen und dem Singen von fröhlichen Karnevalsliedern verbrannt. Anschließend strömt das Volk in die Kneipen, um den letzten Karnevalstag der Session gebührend ausklingen zu lassen. In diesen Kneipen brennt der Nubbel.

Aschermittwoch

Am Aschermittwoch (26. Februar 2020) ist - nicht nur getreu eines alten Karnevalsschlagers des Kölner Sängers Jupp Schmitz aus dem Jahre 1953 - alles vorbei (Video bei YouTube). Wer von der vielen Feierei noch einen dicken Kopf hat, der bekämpft seinen Kater beim traditionellen Fischessen, zu dem viele Kölner Gastronomiebetriebe einladen.

Ein Hinweis: In Köln kann man an den tollen Tagen von Weiberfastnacht bis Veilchendienstag wirklich nur Karneval feiern. Das restliche Leben kommt weitgehend zum Stillstand. Die städtischen Museen sind geschlossen. Einkaufsbummel gestalten sich schwierig, da besonders an Weiberfastnacht (Donnerstag) und Rosenmontag die meisten Geschäfte geschlossen haben. Aber auch an den anderen Karnevalstagen kann man vor geschlossenen Türen stehen oder gerät unterwegs in Umzüge oder sonstige Festivitäten.