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"Der Wilde schlägt zurück"

Wie die Eroberten ihre Eroberer sahen

Dieser furchterregende Europäer – lebensgroß und mit echten Zähnen im Holzkopf – stammt von den Nikobaren-Inseln im Golf von Bengalen und eröffnet die Ausstellung im Rautenstrauch-Joest-Museum. Foto: Jürgen Schön.

"Der Wilde" – damit verbanden die Europäer der Kolonialzeit Klischees wie Naturbursche, der sexuell Freizügige oder der Primitive. Wie aber wurden die Kolonialherren von den Eroberten gesehen? Die Ausstellung "Der Wilde schlägt zurück" im Rautenstrauch-Joest-Museum gibt darauf eine Antwort.

Zu sehen sind arrogante Herren mit Tropenhelm, Frauen im weiten Rock, Soldaten, Missionare, Männer mit Zylinder und Reitpeitsche, die den australischen Aborigines das Land weggenommen haben. Ganz besonders furchterregende Europäer dienten als "Schreckfigur", um Böses vom Haus fernzuhalten. Aber auch Mitglieder des eigenen Volkes, die als Händler zwischen Besatzern und Einheimischen vermittelten und daran verdienten. Viele Arbeiten sind Auftragsarbeiten, die von den Europäern als Souvenir mit nach Hause genommen wurden, also keine Kultgegenstände.

Die Zeichnungen und Figuren, die oft böse treffenden Karikaturen ähneln, aus Holz oder Bronze stammen aus der Sammlung von Julius Lips (1895-1950). Er hat sie rund um die Welt gekauft. Der Kölner war um 1930 Direktor des Kölner Museums und Professor für Völkerkunde an der Universität Köln.

1934 ging er nach New York ins Exil. Die Nationalsozialisten hatten ihn aller Ämter enthoben. Ihnen missfiel, dass er die Unterdrückten und Ausgebeuteten in den Kolonien als Menschen ernst nahm und damit auch ihre Kunst als Teil der globalen Kunstgeschichte. Das widersprach ihrer Ideologie der weißen Herrenmenschen. Das auch die Wissenschaft einige Zeit brauchte, um sich auf das Verständnis des „Provokateurs“ einzulassen, ist eine andere Geschichte.

Im New Yorker Exil hielt Lips seine Gedanken unter dem Titel „The Savage Hits Back or The White Man through Native Eyes“ fest. Die deutsche Ausgabe mit dem Titel "Der Wilde schlägt zurück"“ erschien erst 1985 in einem Leipziger Verlag – nach 1945 siedelte Lips mit seiner Ehefrau Eva in die DDR über. In Köln sind Teile seiner Sammlung nun zum ersten Mal in der Öffentlichkeit zu sehen, verbunden mit einer wissenschaftlichen Aufarbeitung. (js)

„Der Wilde schlägt zurück“ – bis 3. Juni 2018, Rautenstrauch-Joest-Museum, Cäcilienstr. 29-33 (Am Neumarkt), Di-So 10-18 Uhr, Do 10-20 Uhr, am ersten Donnerstag im Monat 10-22 Uhr (außer an Feiertagen). Eintritt zur Sonderausstellung 4/3 Euro, Kombiticket mit der Dauerausstellung 9/7 Euro. Katalog: 12 Euro

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