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Alte Grafiken und ein neuer Tintoretto

Museum zeigt Künstler-Marketing aus dem 16. Jahrhundert

Der venezianische Maler Tizian wusste schon im 16. Jahrhundert, wie er die Leute mit Geld „scharf“ auf seine Gemälde machte: Er ließ sie als Holzschnitte oder Kupferstiche vervielfältigen, die er dann als Appetizer an potenziellen Käufer brachte. Zugleich waren sie eine willkommene Nebeneinnahme. Eine Kammer-Ausstellung im Wallraf-Richartz-Museum gibt jetzt einen Einblick in diese Geschäftspraktik.

Tizian arbeitete dabei vor allem mit Cornelis Cort zusammen, er konnte den flämischen Kupferstecher in seine Werkstatt locken. Cort erfand Techniken – z.B. Moiré-Effekte – , die die Farbigkeit der Gemälde in Schwarz-Weiß umsetzten. Tizians Zeitgenosse und Landsmann Tintoretto war nicht ganz so geschäftstüchtig, doch mit Agostino Carraci hatte er einen ebenso meisterhaften Kupferstecher an seiner Seite. Mit 20 kleinen Meisterwerken aus der eigenen Sammlung stellt das Museum einen Aspekt der venezianischen Malerei vor, der sonst eher unbekannt ist.

Passend zu dieser Ausstellung kann man zugleich eine Neu-Erwerbung vorstellen: das Gemälde „Der Diplomat von Venedig“ von Tintoretto. Die Dauerleihgabe der Bundesrepublik Deutschland kam nach Köln, weil am Wallraf-Richartz-Museum mit Roland Krischel ein Tintoretto-Experte sitzt. Drei andere Museen hätten das Werk auch gerne gehabt.

Krischel hat auch durch gründliche Forschung herausgefunden, wen das Bild darstellt – den venezianischen Diplomaten Paolo Tiepolo (nicht verwandt mit dem gleichnamigen Maler). „Ein hochrangiger Strippenzieher“, so der Experte, der für Venedig in Frankreich, Deutschland und Rom tätig war und auch an den Vorbereitungen für die Seeschlacht von Lepanto beteiligt, bei der die Türken 1571 eine vernichtende Niederlage erlitten.

Das Diplomatenporträt passte deshalb – auch wenn keiner wusste, wer der Dargestellte war – gut in das Zimmer von Bundeskanzler Kurt-Georg Kiesinger, wo es seit 1967 hing und später von Willy Brandt übernommen wurde. Es war sogar auf einem Spiegel-Titelbild mit Brandts Chef-Diplomat Egon Bahr zu sehen.

Ursprünglich hing das Bild in Venedig. Es wurde im 19. Jahrhundert nach England verkauft. 1939 kam es nach einer Auktion zurück nach Italien, zwei Fahre später wurde es für das „Führermuseum“ erworben, dass Adolf Hitler in Linz/Donau erbauen wollte. Aus den Beständen der Bayrischen Oberfinanzdirektion, die diese Sammlung nach 1945 verwaltete, kam das Bild dann in die damalige Bundeshauptstadt Bonn. (js)

Kunst, Kalkül, Kommerz – Tizian und Tintoretto in der Druckgraphik“: bis 28.7.2013, „Der Diplomat von Venedig – Tintorettos Bildnis des Paolo Tiepolo“: bis 15.9. – Wallraf-Richartz-Museum, Obermarspforte, Di-Fr 10-18 Uhr, Do 10-22 Uhr (außer an Feiertagen), Sa und So 11 bis 18 Uhr, Begleitheft zu “Tizian und Tintoretto”: 7 Euro

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