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Unwürdiger Auftritt

The Sisters of Mercy - ein Mythos wird demontiert

Von Helmut Löwe

Einst Wegbereiter für eine neue Stilrichtung in der Musik, heute eine Rockband, wie es sie wie Sand am Meer gibt. Mit einem uninspirierten, lust- und lieblosen Auftritt im Kölner E-Werk taten The Sisters of Mercy sich und ihren Fans am Freitag keinen Gefallen.

Sie gelten als Wegbereiter des Gothic-Rock - ein Ruf, der Andrew Eldritch, Sänger und Kopf von The Sisters of Mercy nie ganz geheuer war. "We are a rock'n'roll band. And a pop band", das ist es, als was er seine Band sieht. Trotzdem hinderte es die Musikszene und die Fans nie daran, The Sisters of Mercy zu Ikonen zu stilisieren, ihnen einen Mythos aufzudrücken. Vielleicht nicht zu Unrecht, wenn mann bedenkt, dass ihre Sounds Bandgenerationen später stilistisch beeinflusst haben. Ohne sie würde es Festivals wie das Amphi in Köln oder das M'era Luna sicherlich nicht geben. Doch nun arbeitet Eldritch offenbar mit aller Gewalt daran, den Mythos zu kippen: Dank eines uninspirierten, lust-, ja schon lieblosen Kölner Auftrittes bekommt das einst so stolze Denkmal des Waverocks und wegweisender düsterer Klänge bedenkliche Risse.

Gut 18 Jahre ohne ein neues Studioalbum - "Vision Thing", drittes Album der Sisters of Mercy, erschien 1990 -, trotzdem ein noch immer starker Run auf Tickets. Die Hallen sind zwar kleiner geworden - nicht mehr die Düsseldorfer Philipshalle wie in den 90er Jahren hielt her, sondern das E-Werk an der Schanzenstraße - aber die Atmosphäre eines Sisters-Konzertes war schon immer ein Magnet. So war es denn auch kaum eine Frage, dass die alte Industriehalle ausverkauft war. Wave- und Gothic-Fans sind treue Fans. Doch ob die Treue auch nach dem Kölner Auftritt noch anhält?

Langeweile und Tristesse auf und vor der Bühne

Denn allzu schnell wurde deutlich, dass von der einstigen Klasse der Sisters of Mercy nicht mehr viel übrig ist. Ein langweilig heruntergespieltes Set, magere Lautstärke, fast teilnahmlos agierende Protagonisten auf der Bühne, deren Lustlosigkeit mehr und mehr auf das Publikum überging. Selten sieht man plaudernde Grüppchen zusammenstehen, die lieber einer angeregten Unterhaltung denn dem bezahlten Konzert folgen. Während sich Eldritch, wie man es kaum anders von ihm kennt, langsam durch den Nebel bewegte, versuchten sich Chris Catalyst und Ben Christo in Rockstarposing, wie man es von x-beliebigen anderen Bands bereits gesehen hat. Wäre da nicht der unnachahmliche Gesang Eldritchs gewesen, hätte man meinen können, irgendeine Rockband würde sich an den Songs von The Sisters of Mercy versucht haben.

Und das in einer Art schlechten Kopie: technisch zwar absolut auf der Höhe, verwurstete die Saitenfraktion leider die so besonderen Titel aus der Anfangszeit von The Sisters of Mercy zu einem unwürdigen Rockbrei. Songs, ja beinahe schon Hymnen wie "Marian", "First and Last and Always" oder "Floorshow" wurden durch melodische Gitarrenläufe weichgespült, von Chorgesang breitgetreten, durch den Standard-Rock-Fleischwolf gedreht. Kaum zu glauben, dass "This Corrosion" vom Album Floodland, einst von der Hand eines Jim Steinman zu einer Rockoper à la Meat Loaf verproduziert, noch allerweltspoprockiger klingen kann, als im Original.

Selbst der immerwährende dichte Bühnennebel konnte das bittere Schauspiel nicht ganz und gar ungesehen machen. Und ungehört leider schon gar nicht. Schade, schade, der große Mythos der Sisters of Mercy ist gehörig ins Wanken geraten. Und wenn das Bandmanagement den Pressefotografen die Arbeit durch undurchsichtige Vereinbarungen erschwert sowie versucht, sich durch Knebelverträge die Urheberrechte an Fotos zu sichern, gibt es noch nicht einmal bildliches Zeugnis des Abgesanges.

Zwei Highlights sollen jedoch nicht vergessen werden: Zum einen "Alice", das ein wenig den früheren Glanz und die Qualität der Sisters-of-Mercy-Songs transportieren konnte. Zum anderen die Hallenbeleuchtung, die dem Spuk nach 80 Minuten ein Ende bereitete. Ratlosigkeit, Bestürzung und Enttäuschung war anschließend auf vielen Gesichtern im Publikum zu sehen.

Ach, Andrew Eldritch, was ist bloß aus deiner einst so fantastischen Band geworden?

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