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Energetischer Rock-Pop-Metal-Mix

Papa Roach lassen Mädchen kreischen

Nu-Metal, Punkeinflüsse und satter, schneller Power-Rock-Pop - Papa Roach entfachten am Montagabend in der ausverkauften Live Music Hall eine riesige Stimmung. Während sich die weiblichen Fans heiser kreischten, brachten ihre Freunde den Moshpit vor der Bühne in Aufruhr.

Von Helmut Löwe

Crossover, Nu Metal, Pop, Rock und Punk - um den Stil Papa Roachs zu beschreiben, muss man schon auf viele Richtungen der Musik zurückgreifen. Denn das kalifornische Quartett mischt die unterschiedlichen Spielarten locker-flockig durcheinander. Und das ziemlich erfolgreich, wenn man den von Papa Roach berauschten Fans in der Live Music Hall Glauben schenken durfte, die die etwa 1.500 Personen fassende Konzerthalle prall füllten.

Bildergalerie: Papa Roach, Filter und In This Moment in der Live Music Hall

Die Stimmung während des Auftrittes der Band um Sänger war grandios, das Publikum tanzte und sprang nahezu ununterbrochen - die ständig steigenden Temperaturen zeugten von reichlich Aktivität. Da war es kaum ein Wunder, dass die Sicherheitskräfte immer wieder vollkommen erschöpfte junge Mädchen aus den dicht mit weiblichen Teenies durchsetzten ersten Reihen über die Absperrung aus dem Getümmel zogen. Was die Nachwuchsrockerinnen allerdings nicht daran hinderte, sich in Begleitung ihrer Mamis wieder von hinten erneut in die wogende Menge zu drängen, um ihren Helden nahe zu sein und drauflos zu kreischen.

Metalkracher und stadiontauglicher Power-Rock-Pop

Das Songmaterial des Konzerts reichte, wie die Bandbreite der Papa-Roach-Alben auch, von Metalkrachern wie "Dead Cell" oder "Between Angels and Insects" vom 2000er Superseller "Infest" bis hin zum stadiontauglichen Power-Rock-Pop-Gemisch mit eingängigen Refrains und Chorgesang. Deutlich wurde die stilistische Entwicklung der Band von der Nu-Metal-Ecke bis hin zum charttauglichen und massenkompatibleren Rocksound, wie ihn viele Songs der neuen Scheibe "Metamorphosis" repräsentieren: Titel wie "Hollywood Whore", "Lifeline" oder "Had enough" könnten problemlos auf jeder High-School-Party zum Einsatz kommen, ohne bei Popfans Animositäten zu wecken.

Dies mag die Fans der ersten Papa-Roach-Stunde zwar nicht unbedingt zu Begeisterungsstürmen hinreißen, doch dem Erfolg der Musik und der Band ist dies keineswegs abträglich. Selbst, wenn man einer Wendung von einer metallastigen hin zu einer stadionrockambitionierten Band mit Neigungen zu Sounds à la Bon Jovi oder Aerosmith nicht gutheißen kann, so konnte man sich an diesem Abend der zum Teil überbordenden Konzertatmosphäre nicht verschließen. Ein ordentlicher und energiegeladener Auftritt der Amerikaner, der mit reichlich "Papa Roach"-Rufen und Applaus bedacht wurde.

Sehr viel schwerer hatten es da die zuvor aufspielenden Filter um den früheren Nine-Inch-Nail-Gitarristen Richard Patrick. Mit ihrem Prog-Rock samt Einflüssen aus der Industrial- und Grunge-Ecke konnten das Quartett nicht wirklich punkten. Die abwechslungsreichen Songs mit den Tempiwechseln trafen kaum den Geschmack der Papa-Roach-Fans: Man war gekommen, um seinen Lieblingen zu huldigen und sich zu verausgaben, nicht um ausgefeilte Songs zu hören. Da konnte der gute Set von Filter nichts daran ändern - die richtige Band zur falschen Zeit am falschen Ort.

Setlist Filter:

- Welcome to the Fold
- The Take
- Drugboy
- Trip like I do
- Take a Picture
- So I quit
- Jurassitol
- Hey Man, nice Shot

Setlist Papa Roach:

- Days of War
- Change or die
- Broken Home
- To be loved
- Getting away with Murder
- The World around you
- Forever
- Lifeline
- Hollywood Whore
- Had enough
- Time is running out
- She loves me not
- Alive
- Dead Cell
- Between Angels and Insects
----------
- Scars
- I Almost Told You That I Loved You
- Last Resort

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