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Erdmöbel im Interview

"Kölner und Westfale passen bestens zusammen"

Sie sind eine Kölner Band, haben mit Karnevalsschlagern oder kölschen Klängen aber nichts gemein: Erdmöbel machen in Sachen Indie-Pop. Im Interview plauderte das Quartett mit koeln.de-Redakteur Helmut Löwe über seine Wahlheimat, Humor und verriet, warum Kölner und Westfale bestens zusammenpassen.

Zum Intervietermin hatten sich die vier Musiker im San Remo eingefunden, einem urigen Italiener im Eigelsteinviertel. Erdmöbel nutzten dazu die Pause während ihrer aktuellen Tour, die mit einem Auftritt am 9. Dezember im Gloria endet. Markus Berges (Gesang), Ekki Maas (Bass), Wolfgang Proppe (Keyboards) und Christian Wübben (Schlagzeug) ließen bei Pizza und Kölsch kein noch so heikles Thema aus - sei es Fußball oder Karneval.

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Schön, dass es mit unserem Treffen hier im San Remo, im urkölschen Veedel Eigelstein geklappt hat. Seid ihr öfter hier?

Wolfgang: Durchaus - das ist unser Stammlokal. Wir haben um die Ecke unser Studio („Musikkollektiv Eigelstein“; d. Red.), und wenn wir dort produzieren, gehen wir oft hierhin. Da wir im Moment auf Tour sind, waren wir längere Zeit nicht hier.

Ihr seid seit Anfang Oktober auf Tournee...

Ekki: Richtig, wir sind seit Oktober unterwegs (die Tour endet am 9. Dezember mit einem Konzert im Kölner Gloria; d. Red.), was sehr anstrengend ist; deswegen sitzen wir hier auch etwas mau rum. Gleich kommt aber Bier und es wird schlagartig besser – oder wir werden schlagartig müde (lacht).

Das Erdmöbel-Interview als Video

Wenn ihr nicht auf Tour seid und nicht im San Remo, wo geht ihr in Köln sonst aus?

Ekki: Der Kölner geht ja kaum aus seinem Veedel raus, und so ist das bei uns auch. Wolfgang und ich leben beide am Eigelstein, und wenn man hier zum Essen ausgeht, muss man sich mit deftiger Kost zufrieden geben. Und das tun wir auch.

Wolfgang: Ich gehe sehr gerne auf der Krefelder Straße aus. Da gibt’s das „Le Moissonnier“ (zwei Michelin-Sterne; d. Red.) – wunderbar – und um die Ecke das Gasthaus „Zur Linde“ – das ist auch gut. Alles je nach Geldbeutel.

Ekki: Und was machst du in Zollstock, Markus?

Markus: In Zollstock gibt es kein Zwei-Sterne-Restaurant. Wolfgang ist auch der einzige von uns, der monatlich ins „Le Moissonnier“ geht, wir anderen leisten uns das nur alle drei Monate (lacht). Ich wohne zwar in Zollstock ganz schön, aber zum Ausgehen finde ich das nicht so toll. Deswegen fahre ich gerne zum Eigelstein: sowohl zum Einkaufen als auch zum Ausgehen.

Und welchen Vorteil hat es, in Dünnwald zu wohnen?

Christian: Wie der Name schon sagt: Wald. Wir wohnen quasi mitten im Wald, auf der Odenthaler Straße. Da ist alles Grün drumherum und dort fühlen wir uns wohl.

Ihr kommt aus Münster in Westfalen. Was hat Euch nach Köln verschlagen?

Markus: Wir haben dort lange gelebt, als Erdmöbel bereits drei, vier Jahre Musik gemacht. In Köln musizierten wir bereits auch schon länger und kannten deshalb die Stadt ganz gut. In Münster hast Du als Musiker zwar auch gute Möglichkeiten, aber zum „Kunst machen“ herrscht in Köln einfach eine andere Luft. Ich wohne bereits seit 1995 in Köln, seit 1998 leben wir alle hier. Und etwa zur der Zeit, als wir unser zweites Album veröffentlichten („Erste Worte nach Bad mit Delfinen“, 1999; d. Red.), galten wir als Kölner Band und das war etwas Positives. Köln hatte eine interessante Band mehr, und das war irgendwie toll. Während wir in Münster eine Art „provinziellen Selbsthass“ erlebten, war es in Köln einfacher: In Münster gilt: „was hierher kommt, kann ja eigentlich nichts sein“, in Köln ist das genau umgekehrt. Was aus Köln kommt, gilt immer als ganz großartig – in unserem Falle stimmt es natürlich (Gelächter).

Wenn man jemanden fragt, was ihm zu Köln und Musik einfällt, dann erhält man entweder die Antwort „Elektro“ oder „Karnevalsmusik“ und „kölsche Klänge“ wie sie Höhner, Brings oder BAP machen. Kommt ihr euch hier nicht etwas exotisch vor?

Ekki: Nein, überhaupt nicht. Wir wären da ja in jeder Stadt eine Art Fremdkörper, da wir nicht dasselbe machen, was die jeweilige Szene vorgibt. Und ich glaube auch nicht, dass Köln eine starke Popmusikszene hat. Es gibt nicht sehr viele Bands und die haben auch kaum etwas miteinander zu tun. Karnevalsmusik ist da was anders – das ist „Gebrauchsmusik“. Die Musik aus den 80er, so wie Wolf Mahn oder BAP, das ist eindeutig Musik von früher. Zwischen denen und uns liegen fast 20 Jahre, obwohl es uns schon so lange gibt. Mit diesen Bands haben wir nichts gemein. In Hamburg oder Berlin wäre dies aber genau so. Dass wir in Köln wohnen, liegt vielmehr daran, dass wir uns hier als Personen wohlfühlen. Wir brauchen nicht das hier vorherrschende musikalische Klima. Was uns aber nicht davon abhält, Karneval zu feiern, den finden wir super. Mir gefällt Karnevalsmusik, wenn ich genug Kölsch getrunken habe – auch die Höhner.

Die Medien lobhudeln Euch momentan nahezu ohne Ende. Ist das O.K. für Euch, wenn ihr über den grünen Klee hinweg gelobt werdet?

Ekki: Wenn etwas O.K. ist, dann ist es Lob. Weil man ja selber gut findet, was man macht. Und wenn das andere auch gut finden, dann freut einen das selbstverständlich. Komischerweise wird man öfter gefragt, wie es ist, wenn man so gelobt wird. Klar freut man sich wie ein Kind, wenn man gelobt wird. Und dann macht man die nächste Platte noch besser.

Die taz schrieb vor einiger Zeit, ihr macht „Musik für denkende Menschen“. In der Tat habt ihr keine einfachen, eingängigen Texte. Woher stammt die Inspiration dafür?

Markus: Nun gut – die taz hat das geschrieben. Aber unser Ansatz ist nicht, „Musik für denkende Menschen“ zu machen. Denn das heißt ja nichts anderes, dass unsere Musik für „kluge“ Menschen sein soll. Was natürlich Schwachsinn ist, dass man sich etwas darauf einbilden kann, unsere Texte zu verstehen. Schließlich denken doch alle Menschen. Wir wollen, dass die Texte Teil der Musik sind, die jeder verstehen kann. Dazu braucht man kein Abitur oder sonst irgendeinen Scheiß. Unsere Musik muss vor allem emotional funktionieren, und dazu muss man nicht schlau sein oder studiert haben. Inspiration kommt zum Beispiel aus Atmosphären, aus Filmen, von Reisen. Die Quellen der Inspiration, etwas anders zu machen als vorher, sind groß.

Ein heikles Thema hier in Köln; aber welches ist Eure Lieblingsfußballmannschaft?

Wolfgang: Das ist wirklich lustig, uns das zu fragen. Denn bis auf Christian haben wir vom Fußball überhaupt keine Ahnung. Markus sagte neulich erst, dass er Fan vom „1. SC Köln“ ist – nee, quatsch, das ist ein Witz (lacht). Komm Christian, du kennst dich doch aus.

Christian: Hab’ ich behauptet, ich sei Fußballexperte? Ich weiß, dass der 1. FC Köln „1. FC Köln“ heißt, und nicht Borussia Köln.

Markus: Was ist das Wappentier des 1. SC Köln?

Christian: Lass mich raten, Adler?

Markus: Sie Dir da vorne die Fahne an (an der Empore im San Remo hängt eine Fahne des FC; d. Red.)!

Christian: Ach ja, richtig: Ziege.

Ekki: Letztes Jahr habe ich dafür gesorgt, dass der FC seine Heimspiele gewonnen hat. Ich war für einige Leute das Maskottchen: Während der Spiele musste ich immer an das Spiel denken, und so haben die gewonnen. Ich war sogar dabei, als der FC München besiegt hat, Bayern München sogar. Ich habe mich zwar im Stadion gelangweilt, aber mir eingeredet, die haben wegen mir gewonnen. Was einige Leute auch geglaubt haben. Seitdem werde ich öfter angerufen: „Heute ist wieder ein Spiel, denk mal dran“.

Wenn ihr Besuch aus der alten Heimat bekommt, wohin führt ihr diesen, um ihm Köln zu zeigen. Den Dom lassen wir dabei aber außer acht.

Markus: Das Schönste ist es, jemanden Fremdes mit in den Karneval zu nehmen. Denn als Fremder muss man sich im Karneval extrem locker machen, das ist für einen Westfalen schon eine sehr schwierige Aufgabe. Ich habe öfter schon Freunde zum Karneval eingeladen – es wurde aber nur gelegentlich davon Gebrauch gemacht.

Ekki: Das stimmt übrigens nicht, das mit den Westfalen und Karneval: Ich bin Westfale durch und durch und schon immer großer Karnevalsfan gewesen. Münster rühmt sich ja auch, eine Karnevalshochburg zu sein. Trotzdem war es zu Weiberfastnacht immer so, dass ich der einzige Verkleidete in der ganzen Stadt war und überall rausgeflogen bin. Ich war sehr erleichtert, als ich in Köln ankam – hier war es so, wie ich es mir immer vorgestellt hatte. Es gibt also Westfalen, die den Karneval zu schätzen wissen.

Es stimmt also nicht, dass der Westfale zum Lachen in den Keller geht?

Ekki: Och – da gibt es ja andere Völker, die lachen nicht mal im Keller. Wir Westfalen sind aber sehr ironisch, wir verziehen keine Meine. Und es wird sehr viel gelacht – heimlich. Deswegen passen der Kölner und der Westfale viel besser zusammen, als beide voneinander annehmen.

Wolfgang: Wenn ich Besuch aus Westfalen habe, ist ein Eigelsteinrundgang Pflicht. Dann zum Rhein runter. Und das San Remo gehört auch dazu.

Und anschließend?

Wolfgang: „Elektra“ ist die Kneipe, wo man sich ein wenig „berlinig“ fühlt, da gehen wir auch gerne hin.

Was heißt „berlinig“ fühlen?

Ekki: Also ich fühle mich da kölsch, das ist o.k. da. Die Getränke sind super, es sind andere nette Leute da. Und es ist im Viertel. Man muss nicht so weit gehen.

Und wo ist in Dünnwald etwas los?

Christian: An der Haltestelle in die Stadt (lacht). Ich glaube, ich war in Dünnwald noch nie aus. Schwierig, schwierig – das liegt aber wohl daran, dass wir nicht so die Ausgeher sind. Ich würde mit meinem Besuch in Rheinpark, Jugendpark spazieren gehen, im ehemaligen Bundesgartenschaugelände. Oder da picknicken.

Was treibt ihr, wenn ihr während eurer auftrittsfreien Tage in Köln seid?

Markus: Zunächst mal freuen wir uns, nach Hause zu kommen. Wolfgang sagte kürzlich, als er das letzte Mal nach Hause gekommen ist, sei so richtig was von ihm abgefallen.

Wolfgang: Ja, ich bekam ein Glücksgefühl, wieder zuhause zu sein.

Markus: Ich glaube, so geht’s uns allen. Das Touren ist eine glücklich machende Quälerei und dann ist es schön, wieder nach Hause zu kommen. Zuhause erhole ich mich – heute habe ich viel geschlafen -, ich versuche, zu schreiben.

Christian: Ich gehe viel spazieren.

Markus: Wie, in Dünnwald?

Christian: Ja, gerade in Dünnwald, da kann man ja kaum was anderes machen (Gelächter).

Eure Tour endet, wie die vieler anderen Bands auch, in Köln. Ihr tretet im Gloria auf (Am 9. Dezember; d. Red.)...

Wolfgang: Darauf freuen wir uns schon drauf. Das hat Tradition, das letzte Konzert in Köln zu geben. Dann hat man den ganzen Klumpatsch hinter sich und kann so richtig abfeiern. Zu Gast ist dann Arndt Zeigler („Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs“, jeweils sonntags 23:45 – 00:15 Uhr im WDR-Fernsehen; d. Red.). Der legt bei der After-Show-Party zu „Arndt Zeiglers wunderbare Welt des Pops“ auf.

Und was legt Zeigler auf?

Ekki: Musik, wie wir sie gut finden. Zum Beispiel Schnulziges aus den 60ern.Er steht auf so manche Abartigkeit, die uns gut zu Gesicht steht.

Herzlichen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Helmut Löwe

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