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Film der Woche

Piranha 3D

Von Marcus Wessel

Man nehme eine gefräßige Meute urzeitlicher Killerfische, ein vergnügungssüchtiges Partyvolk, jede Menge Blut, unzählige Silikonbrüste und zernagte Körperteile en Masse. Das 3D-Remake des Horrorklassikers „Piranha“ lässt von Beginn an keinerlei Zweifel zu, worauf es ihm ankommt. 

Bildergalerie: Piranha 3D

Der Film, auf den Horrorfreunde in aller Welt leidenschaftlich hinfieberten, bedient klare Vorgaben und lässt dabei keine Gelegenheit aus, die sicherlich hohen Erwartungen noch zu übertreffen. Hier werden Urinstinkte befriedigt und das mit voller Absicht. Der Franzose Alexander Aja, bekannt geworden durch erbarmungsloses Terrorkino wie „Haute Tension“ und „The Hills have Eyes“, beschert uns im Verlauf von 87 blutroten Minuten überdies das ersehnte Comeback des guten, alten Tierfilms.

"Piranha 3D" in den Kölner Kinos

Damit sind natürlich nicht die Werke eines Bernhard Grzimek oder Heinz Sielmann gemeint. Ajas Vorbilder heißen Joe Dante und Roger Corman. Deren noch heute in Genrekreisen kultisch verehrter Fisch-Horror nahmen Aja und seine Autoren Pete Goldfinger und Josh Stolberg zur Vorlage für ihre Version des Piranha-Massakers. Obwohl der Aufwand dieses Mal ungleich größer ist, hat sich der Film erfreulicherweise den immer leicht trashigen B-Movie-Charme des Originals weitgehend bewahren können. Dazu trägt vor allem die im positiven Sinn ziemlich dämliche Geschichte bei, in der eine ganze Reihe ziemlich dämlicher Charaktere erst auf- und später dann ganz oder in Teilen abtauchen.

Schauplatz der blutigen Begegnung zwischen Mensch und Killerfisch ist das beschauliche Städtchen Lake Victoria, das am Ufer des gleichnamigen Sees einmal im Jahr von Horden partywilliger Spring Breaker eingenommen wird. Für diese Zeit herrscht um den See ein bierinduzierter Ausnahmezustand. Inmitten von Saufwettbewerben, Wet-T-Shirt-Contests und lauter Party-Musik müht sich Sheriff Julie Forester (Elizabeth Shue) um die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung. Diese wird schon bald nicht nur von feierwütigen Studenten sondern auch von einem Schwarm äußerst hungriger Piranhas aus der Tiefe des Lake Victoria bedroht. In einem unterirdischen Gewässer – gewissermaßen einem See unter dem See – haben die hässlichen Fleischfresser die letzten Jahrtausende überlebt. Eine seismische Erosion spült sie ausgerechnet zum Spring Break wieder an die Oberfläche, wo sie umgehend nach Frischfleisch Ausschau halten.

„Piranha 3D“ schmuggelt in seine dünne Story immer wieder bemerkenswerte Momente voller Nostalgie und subversivem Humor ein. So gibt es ein Wiedersehen mit Christopher Lloyd, der als exzentrischer Wissenschaftler eigentlich nur seine Rolle aus „Zurück in die Zukunft“ nachspielt. Ex-Kinderstar Jerry O’Connell wiederum darf als notgeiler Porno-Produzent verbal so richtig Dampf ablassen und damit den anzüglichen Charakter des Films zusätzlich anheizen. Ajas schmutziger Ausflug in das B-Movie-Universum der Achtziger gelingt es perfekt, sich mit seiner fortlaufenden Übersexualisierung, seinen unzähligen, in 3D abgefilmten Silikonbrüsten und weiblichen Hinterteilen (samt Arschgeweih) als die ultimative Jungsfantasie zu empfehlen, womit er ganz nebenbei beweist, dass er die Wünsche seines Zielpublikums nur zu genau kennt.

Natürlich kann man so ziemlich nichts von dem, was hier geschieht, wirklich Ernst nehmen. Selbst die bemühte Erklärung, wie die Fische in der Tiefe des Sees überleben konnten, ist allenfalls ein bewusst pseudo-wissenschaftliches Feigenblatt. Die beste Pointe hebt sich das Drehbuch indes bis zur letzten Szene auf, die eine bereits angedachte Fortsetzung – favorisiertes Szenario: eine Moonlight-Party in Thailand mit Tausenden Opfern – grandios einleitet. Dass auf einigen Webseiten bereits fantasiereiche Trinkspiele zum Film kursieren, lässt sich im vorliegenden Fall durchaus als Ritterschlag der Fanbase bewerten. Aja liefert schließlich exakt den erhofften Mix aus derben Späßen, pubertären Wichsvorlagen und effektiven Gore-Attacken. Letztere sind in 3D gleich doppelt so eklig und exploitativ.

Überhaupt ist der Film zartbesaiteten Zuschauern trotz seines jederzeit trashigen Charakters nicht zu empfehlen. Dafür stolpert man hier in knapp 90 Minuten einfach über zu viele Gliedmaßen und andere abgebissene Körperteile. Aja durfte sich nach Herzenslust austoben, was insbesondere bei der finalen Piranha-Attacke auf die Party der Spring Breaker in eine regelrechte Gore-Orgie ausartet wie man sie außerhalb von Genre-Festivals nur selten im Kino geboten bekommt. Wenn dann noch Ving Rhames bewaffnet mit einem Außenbordmotor zum Gegenangriff übergeht und die Schuppentiere in mundgerechte Bouillabaisse-Häppchen zerteilt, ist „Piranha 3D“ dem Splatter-Himmel plötzlich ganz nahe.

Bildergalerie: Piranha 3D
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