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"Musik" im Palladium

Bravos und Buhs für Hegemanns Opern-Uraufführung

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Mit 15 erlebte sie die Aufführung ihres ersten Theaterstücks. Mit 18 veröffentlichte sie ihren Roman "Axolotl Roadkill", der zu einem Sensationserfolg wurde. Mit 21 schrieb und inszenierte sie ihre erste Oper, "Musik", die am Samstag in Köln Welturaufführung feierte. Ist Helene Hegemann ein multitalentiertes Wunderkind? Das Kölner Publikum fand keine einhellige Antwort, von "Buh" bis "Bravo" war alles dabei.

Die Vorlage für die Oper ist Frank Wedekinds gleichnamiges Drama aus dem Jahre 1907. Es ist verblüffend, dass in mehr als 100 Jahren niemand auf die Idee gekommen war, das Stück mit dem Namen "Musik" auch tatsächlich mit Musik aufzuführen.

Dramaturgin Janine Ortiz entwickelte das Konzept, Michael Langemann komponierte die Musik, Helene Hegemann schrieb das Libretto und verantwortete auch die Regie.

Die Bühnengestaltung von Janina Audirck erinnert an ein Popkonzert. Das Gürzenich-Orchester befindet sich im sogenannten "Golden Circle", wo sonst die treuesten Fans oder VIPs platziert werden. Eine Art "Laufsteg" führt um das Orchester herum und verlängert sich ins Publikum hinein.

Auf einen durchsichtigen Vorhang vor der Bühne werden fast während des gesamten Stückes Videos (Kathrin Krottenthaler) gezeigt, die das Live-Geschehen kommentieren oder spiegeln. Im Bühnenhintergrund dient ein Tryptichon als weitere Projektionsfläche. Videoclip-geübte junge Zuschauer werden mit der Bilderflut weniger Probleme haben als der "normale" Opern-Besucher.

Die Musik zitiert die verschiedensten Stile und Epochen. Von Wagner bis Punk ist alles dabei. Eine äußerst interessante Mischung. Und gerade bei einer Uraufführung muss man sich natürlich fragen: Hat man die Geburt eines künftigen Klassikers miterlebt? Meine Antwort: Eher nicht.

Das liegt aber nicht an der Qualität der Musik, des Orchesters und der Sänger, sondern an der heute nicht mehr tragenden Moral des Wedekind-Stückes vom Anfang des letzten Jahrhunderts.

Hegemann sagt zwar selbst, sie habe nur etwa zehn bis zwanzig Sätze des Originals unverändert gelassen, aber den Rest hätte sie vielleicht besser auch neu erfunden. (Dass sie sich im Kern an Wedekind hält, kann man verstehen, wenn man sich erinnert, wie sie bei "Axolotl Roadkill" mit Plagiatsvorwürfen zu kämpfen hatte).

Worum geht es also in "Musik"?

Die junge Sängerin Klara will berühmt werden, so berühmt wie "Madonna". Ihr Gesangslehrer Josef macht ihr klar, dass sie das nur schaffen werde, wenn sie bei ihm Privatstunden nimmt. Die enden im Bett, was nicht einmal Josefs Ehefrau Else stört. Das ändert sich, als Klara schwanger wird. Josef und Else verlangen, dass Klara das Baby abtreiben lässt, das nötige Geld steuert Elses Liebhaber Franz bei.

Klara verkraftet die Abtreibung nicht, wird in eine Anstalt eingeliefert. Erst als Josef und Else sich reumütig zeigen und sie zurückholen, rückt Klaras Traum von der großen Karriere wieder in greifbare Nähe.

Franz, Elses eifersüchtiger Liebhaber, droht allerdings damit, die neue Liebe zu dritt öffentlich zu machen und damit Ruf und Ruhm zu zerstören. Josef wirft Franz raus, Klara verkündet, sie sei wieder schwanger und wolle diesmal das Kind behalten. Das Kind stirbt bei der Geburt ...

"Wir sind doch keine Vorabendserie", lässt Hegemann eine ihrer Hauptpersonen sagen, doch genau so fühlt sich der Stoff heute an.

Was bei Wedekind Gesellschaftsdrama war, ist in der Opernform immerhin noch unterhaltend. Und das ist ja nicht so wenig, wenn man zum Beispiel ein jüngeres Publikum für die Oper begeistern will.

Und die erleben bei "Musik" ein erstklassiges Gürzenich-Orchester unter Walter Kobéra, mit Gloria Rehm in der Rolle der "Klara" eine herausragende Sopranistin, die besonders gefeiert wurde, mit Henryk Böhm als "Josef", Dalia Schaechter als "Klaras Mutter" und John Heuzenroeder als "Franz" weitere sehr gute Gesangssolisten und mit Judith Rosmai als "Else" eine Schauspielerin der Spitzenklasse.

Alles in allem ein interessantes Experiment, das im Dezember noch am 11./14./19. und 22. im Palladium in Mülheim zu sehen sein wird.

 

Wer es lieber klassisch hat: Ab dem 15. Dezember wird Humperdincks "Hänsel und Gretel" in der Oper am Dom wieder aufgenommen. Am 29. Dezember folgt "Die Fledermaus" von Johann Strauß in einer konzertanten Aufführung.

Weitere Infos auf der Website der Oper Köln. 

 

 

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