• Home
  • Di, 23. Jan. 2018
  • Stadtplan
  • cologne.de
  • Branchen
  • KoelnMail
  • Experten

Zum 500. Geburtstag des Malers

Wallraf-Richartz-Museum zeigt Werke von Tintoretto

 

Er war jung, er war stürmisch, er war selbstbewusst und ehrgeizig – und er war erfolgreich. „A Star Was Born“ heißt die Ausstellung im Wallraf-Richartz-Museum die jetzt an den Maler Jacopo Tintoretto erinnert: Mit Bildern, die so noch nie zusammen zu sehen waren – und mit einigen überraschenden Entdeckungen.

Die Ausstellung ist Teil eines weltweiten Ausstellungsreigen zum 500. Geburtstag Jacopo Tintorettos in diesem Jahr. Er starb 1594 in seiner Geburtsstadt Venedig. Und weil manche glauben, er sei erst 1519 geboren, reicht die Kölner Schau ins nächste Jahr hinein.

Hier konzentriert man sich auf Jacopo Tintorettos Anfangsjahre. So ist zum Beispiel das früheste von ihm erhalten Bild zu sehen: Eine „Anbetung der Könige“, gemalt 1537/38. Schon hier wird deutlich, was ihn auszeichnete: eine grandiose Raumtiefe, lockere Malerei, antikes und alttestamentarisches Sex and Crime, Experimentierfreude, Fantasie, Figuren, die aus dem Bild zu springen scheinen – und die Anleihe bei seinen Vorbildern. Was damals nichts Besonderes war.

Werke wurden wissenschaftliche erforscht 

74 Exponate sind zu sehen, neben Gemälden auch Zeichnungen, Druckgraphiken, Skulpturen. Auch von anderen Künstlern. Der Großteil der Ausstellungsstücke sind Leihgaben renommierter Museen in Amsterdam, Wien, London, Madrid oder Washington. Aber auch viele private Leihgeber sind dabei.

Mit dem Versprechen, die Objekte wissenschaftlich zu erforschen, konnte man viele Besitzer überzeugen, ihre guten Stücke nach Köln zu schicken. Und die Forschungsergebnisse haben es in sich. So wurde „Ein alter Mann“, den Tintoretto um 1553 porträtierte, als venezianischer Doge identifiziert. Ein wichtiges „kleines“ Forschungsergebnis.

Für mehr Wirbel dürften neue Zu- und Abschreibungen sorgen. So gilt jetzt ein Männerporträt, das bislang Annibale Carracci zugeschrieben wurde, nun eindeutig als Eine Arbeit von Tintoretto. Was die Verantwortlichen im Palazzi Pitti in Florenz, von wo das Bild ausgeliehen wurde, sicher sehr freuen wird. Alte Männer porträtierte er im Übrigen lieber als junge Damen.

Einblicke in Venedigs Malindustrie 

Schließlich geben Ausstellung und die Bilderklärungen einen Einblick in die „Malindustrie“ Venedigs während der „roaring forties“ im 16. Jahrhundert. So waren nicht nur Werkstätten üblich, in denen Spezialisten an einem Bild malten. Auch „Outsourcing“ war üblich. So sind die Kunstwissenschaftler überzeugt, dass Tintoretto als Subunternehmer auch das Porträt des jungen Genueser Adligen „Nicola Doria“ im Auftrag von Tizian malte, das dieser dann unter seinem eigenen Namen verkaufte.

Tintoretto selber hatte wohl in jungen Jahren auch einen älteren Geschäftspartner: Giovanni Galizzi. Tintorettos „Double“ wird er in der Ausstellung genannt. Beide malten gemeinsam an Bildern, mal fing der eine an, mal der andere. Stilistisch sind sie einander nah, wobei Galizzi als der handwerklich versiertere gilt. Erst langsam kommen die Experten dahinter, beide zu unterscheiden.

Tintoretteo malte nicht allein an seinen Bildern 

Mit dem Erfolg wuchs Tintorettos Werkstatt und die Zahl seiner Assistenten. Die ließ er zum Beispiel die kleinen Staffage-Figuren malen, an denen er kein Interesse hatte, die aber wichtig für die Komposition eines Bildes waren. Auch manche „gummiartigen Hände“ – so Kurator und Tintoretto-Fachmann Roland Krischel vom Wallraf-Richartz-Museum – hat der Meister wohl von seinen Helfern malen lassen. Und manches Bild fing er an und ließ es liegen. Erst zehn Jahre später wurde es von seinen Mitarbeitern vollendet.

So geschah es auch mit seinem „Liebeslabyrinth“. Das entrissen ihm aber 1961 Kunstexperten, schrieben es einem flämischen Maler zu. Erst eine gründliche Entfernung der Übermalung machte wieder den typischen Tintoretto sichtbar. Besser: die typische Tintoretto-Werkstatt. (js)

„Tintoretto: A Star Was Born“ – bis 28. Januar 2018, Wallraf-Richartz-Museum, Obermarspforte, Di-So 10-18 Uhr, jeden 1. und 3. Donnerstag im Monat 10-22 Uhr. Eintritt: 13/8 Euro. Umfangreiches Begleitprogramm. Katalog: 35 Euro

 

Onlinespiele

teaser_big_bubbles.jpg
Schießen Sie Ihre Bubbles auf mindestens zwei gleichfarbige Blasen und bringen Sie diese zum Platzen. Achtung! Suchtgefahr!   Jetzt Bubbles spielen!
spiele_exchange_classic_screensh_600.jpg
Bilden Sie Reihen aus mindestens drei Steinen. Wenn Sie es schaffen, vier oder fünf Steine miteinander zu kombinieren, bekommen Sie mächtige Bonussteine!  Jetzt Exchange Classic spielen
spiele_mahjong-koelsch-foto_225.jpg
Mahjong op kölsche Aat - können Sie alle Steine entfernen? Mit Dom, Rhein, Karneval und Halver Hahn.  Mahjong spielen