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koeln.de

FC: BVB und "Drecksvirus" besiegt

War der Coup in Dortmund die Trendwende?

Der 1. FC Köln hat seine Horror-Sieglosserie beendet - und das mit dem total unerwarteten 2:1-Auswärtssieg bei Borussia Dortmund. Nach 267 langen Tagen und 18 Bundesliga-Spielen ohne Sieg gelang der Geißbockelf mit dem letzten Aufgebot eine große Überraschung. War das die lang ersehnte Trendwende?

Von Tobias Gonscherowski

Wie sehr es in Markus Gisdol in den letzten Monaten innerlich brodelte ließ er sich nie anmerken. Der Trainer des 1. FC Köln hatte stets die Contenance bewahrt und sich bis zum Spiel gegen Union Berlin am vergangenen Sonntag immer vor die eigene Mannschaft gestellt. Er hatte sie verteidigt als sie im Schlussspurt der vergangenen Saison versagte und eine gute Ausgangsposition - und gar die Chance auf Europa - leichtfertig weggeworfen hatte.

Er hatte ihr die 1:6-Blamage in Bremen am letzten Spieltag verziehen, die den Verein wichtige TV-Millionen kostete. Und er hatte die meisten der schwachen Auftritte in dieser Spielzeit schön geredet. Nach dem 1:2 gegen Union muss er nun die Schnauze voll gehabt haben. Er stauchte seine Truppe endlich öffentlich zusammen und richtete unter Woche dennoch die richtigen Worte ans Team.

Gisdol hat die Mannschaft bei ihrer Ehre gepackt

"Der Trainer hat eine sehr gute Ansprache gehalten, hat uns zusammengeholt und gesagt, dass wir jetzt einen Schlussstrich unter die Zeit ziehen, jetzt nochmal starten und alles reinwerfen", plauderte Timo Horn nach dem Coup in Dortmund aus dem Nähkästchen. Gisdol hat die Mannschaft wohl erreicht und bei ihrer Ehre gepackt. Er hat sie zumindest beim Spiel gegen den Vizemeister zu einer Einheit geformt, die allen Widrigkeiten trotzte.

Und das waren eine Menge: Angefangen bei der Sieglosserie von 18 Spielen über die berechtigte Kritik an ihrem schwachen und emotionslosen Auftritt gegen die Berliner bis hin zum kurzfristigen Ausfall wichtiger Schlüsselspieler wie Sebastin Andersson und Jorge Meré am Freitag vor dem Spiel. Nichts sprach für den FC in Dortmund, für den Trainer hätte ein Debakel beim BVB sein letztes Spiel als FC-Coach werden können.

 

Es kam anders. "Ich bin einfach glücklich, dass wir es geschafft haben", sagte er nach der Sensation in Dortmund. "Natürlich genieße ich das heute. Es ist jetzt ein Anfang gemacht. Wir haben Zählbares, drei Punkte. Und diese Serie, die schier unendlich schien, ist endlich vorbei. Wir sind trotz dieses Drecksvirus', den es gibt, trotzdem nicht verflucht, sondern können auch Spiele gewinnen."

Doppelpack von Skhiri 

Besonders schön war dabei, dass der FC den großen Favoriten durchaus verdient bezwang, dass die Mannschaft sich die drei Punkte nicht destruktiv ermauerte, sondern couragiert nach vorne spielte. Dass die beiden Treffer aus zwei identischen Eckbällen resultierten - Ecke Ondrej Duda, Kopfballverlängerung Marius Wolf, Abstaubertor des am langen Pfosten völlig blanken Doppelpackers Ellyes Skhiri - schmälerte den Erfolg nicht im Geringsten. Denn diese Variante war offensichtlich einstudiert worden und kein Zufallsprodukt wie noch so mancher Treffer in den vergangenen Wochen.

Auch Gisdols Personalrochaden saßen diesmal. Besonders seine mutige Entscheidung, den Youngster Arangel Cestic in der Dreierkette neben Rafael Czichos und Sebastiaan Bornauw ausgerechnet gegen die BVB-Sturmpower um Erling Haarland, Marco Reus, Julian Brandt und Jadon Sancho debütieren zu lassen, erwies sich als Glücksgriff. Eine ganz starke Bundesliga-Premiere des kopfballstarken Abwehrmanns.

Wichtiger Schritt gegen einen übermächtigen Gegner

"Ein großer Schlüssel für den Erfolg war der gute Zugriff. Wir waren sehr präsent, sehr lauffreudig", freute sich Gisdol weiter. "Es war eine abartige Laufleistung und eine geschlossene Mannschaftsleistung. Es war ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung gegen einen übermächtigen Gegner."

Mit der Verdopplung von drei auf nun sechs Punkte kletterte der FC auch zumindest vorerst auf Platz 15. Die Mannschaft erscheint in dieser Form doch konkurrenzfähig zu sein, auch wenn jetzt weitere Erfolge beweisen müssen, dass der Sieg von Dortmund keine Eintagsfliege war.

"Unsere Situation ist nach wie vor mehr als brenzlig", blieb Timo Horn trotz der drei Punkte realistisch. "Uns war auch klar, dass wir uns zeitnah steigern müssen, um in der Liga zu bleiben und am Ende unser Ziel Klassenerhalt zu erreichen. Das hat der Trainer gefordert und das wurde von uns, glaube ich, heute super umgesetzt."

An dieser Leistung müssen sich die Kölner in den kommenden Wochen nun messen lassen. In den Partien gegen Wolfsburg, in Mainz, gegen Leverkusen und in Leipzig warten nun ganz harte Brocken auf den Effzeh, drei weitere Top-5-Gegner und ein direkter Konkurrent aus dem Keller. Kann die Mannschaft auch gegen die Wölfe punkten, könnte erst einmal ein bisschen Ruhe einkehren, andernfalls brennt wieder direkt der Baum.

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