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koeln.de

Neuer Trainer des FC

Stanislawski will "Ärmel hochkrempeln" und Nachwuchs ranlassen

Holger Stanislawski, neuer Trainer des 1. FC Köln, hat klare Vorstellungen davon, was in den kommenden Monaten auf ihn zukommt: "Ärmel hochkrempeln" und den Nachwuchs gezielt aufbauen. Dafür lässt ihm der FC Zeit: Sein Vertrag ist "mittelfristig angelegt", auf zwei Jahre.

Stanislawski überraschte mit einer im harten Fußballgeschäft höchst erstaunlichen Aussage: "Sie sollen und dürfen Fehler machen", so der neue Chefcoach des 1. FC Köln bei seiner offiziellen Vorstellung am Dienstagmittag. Mit "sie" meint Stanislawski seine Mannschaft, den Kader der Geißböcke, aus dem er zukünftig eine schlagkräftige Truppe formen will, die den Weg zurück in die 1. Bundesliga finden soll.

Ja, zurück in Liga eins, das ist das Ziel, aber nicht unbedingt sofort, nicht plötzlich und mit aller Gewalt. Denn zuvor steht an, aus ängstlichen und verängstigten Absteigern ein Team zu formen. So verstehen Stanislawski und die FC-Bosse den neuen Weg des Umbruchs, der am Geißbockheim auch ohne Lukas Podolski eingeschlagen werden soll. Gemeinsam mit seinen Assistenten André Trulsen, der einst Profi in Köln war, und Klaus-Peter Nemet ist Stanislawski von einem überzeugt: "Alle Beteiligten haben uns das Gefühl gegeben, dass sich hier wirklich etwas ändern soll."

Finanzsituation lässt kein Topstarteam zu

Und auch muss. Nicht nur finanziell gesehen; 30 Prozent weniger Umsatz bedeutet ganz klar: Stanislawski wird kein Team von Zweitliga-Topstars bekommen, sondern muss eines aufbauen, bei dem frische Jugendlichkeit angesagt ist. Von Spielern, die den Personaletat bisher zu sehr belasten, wird sich der FC mit höchster Wahrscheinlichkeit trennen. "Wir werden verstärkt auf den Nachwuchs setzen", betonte Claus Horstmann als Vorsitzender der FC-Geschäftsführung.

Horstmann nahm auch von seinem neuen leitenden Angestellten Stanislawski sogleich den Druck, der gemeinhin bei abgestiegenen Vereinen aufgebaut wird: "Die Planungen sind mittelfristig ausgerichtet." Auf "mindestens" zwei Jahre ist der Kontrakt mit Zigaretten- und Kaffee-Genießer Stanislawski konzipiert, der den FC St. Pauli aus der Regionalliga in die Erstklassigkeit führte. Da hat Stanislawski ausreichend Zeit, die "Ärmel hochzukrempeln" und die Nachwuchskicker fit fürs Profigeschäft zu machen.

"Wir sind glücklich, dass Du hier bist"

"Für uns war klar: Wir wollen Stani holen", sagte FC-Vizepräsident Toni Schumacher, der zuvor klar gemacht hatte, dass der Neue den guten Nachwuchs "fließend in den Lizenzkader integrieren und in der Mannschaft für Disziplin und Charakter sorgen" soll. "Wir sind glücklich, dass Du hier bist", hieß Schumacher Stanislawski überaus herzlich willkommen. Und zeigte sich zufrieden damit, dass sich der Vorstand fortan aus den sportlichen Belangen heraushalten kann, denn dazu sei ja nun der neue Trainer da.

Stanislawski weiß: "Das wird hier keine leichte Aufgabe nach so einem bitteren Abstieg." Er sieht indes auch "die richtig große Chance" für den FC etwas Neues aufzubauen, etwas, das nachhält und dem Team nach dem fünften Sturz in die Zweitklassigkeit den Beinamen "Fahrstuhlmannschaft" nimmt. Stanislawski strebt mit den Spielern "Offensivfußball bei defensiver Grundstruktur an". Zudem müsse es für jeden seiner Profis "ein Privileg, aber auch eine Verpflichtung sein, Fußballspieler bei diesem Club zu sein". Denn Stadt und Mannschaft könnten, so Stanislawski, eine "unheimliche Wucht haben" - wenn man ein Team sei.

Keine Versprechungen

Nach dem erneuten Abstieg des FC aus der Bundesliga sei jetzt die Zeit für einen Neuanfang. "Es war eine Saison, die man nicht wieder erleben möchte. Es gab zu viele Brandherde, die man nicht löschen konnte", sagte der neue Kölner Chefcoach. Ziele für die Spielzeit 2012/2013 werde er später formulieren. Es werde aber grundsätzlich "nicht von heute auf morgen gehen, so schnell kann man das nicht umsetzen", fügte Stanislawski an. Und versprechen könne er schon gar nichts. Allerdings könne er garantieren, dass er und sein Trainerteam 24 Stunden am Tag für die Mannschaft da seien.(dpa, hl)

Bildergalerie: Holger Stanislawski, neuer Trainer des 1. FCKöln

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