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Giftschrank und Schatzkiste

FC-VfL oder VfL-FC: unvergessene Derbyschlachten

Erneut steht es an, das Bundesligaderby zwischen 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach. Wir öffnen die Schatzkiste und den Giftschrank und haben einige der unvergessenen Derbyschlachten zwischen Geißböcken und Fohlen rausgesucht.

Von Tobias Gonscherowski

Mal wieder steht es an, das rheinische Bundesliga-Derby zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln. Außer dem Kräftemessen der ewigen Rivalen in der Bundesliga gab es auch reichlich Duelle in anderen Wettbewerben wie der 2. Bundesliga, dem DFB-Pokal, dem UEFA-Cup sowie der vor Einführung der Bundesliga ausgespielten westdeutschen Oberliga. Die beiden Traditionsvereine lieferten sich dabei etliche unvergessene Fußballschlachten.Wir blicken zurück auf die denkwürdigsten Duelle zwischen Geißböcken und Fohlen.

1973: Netzer wechselt sich selbst ein

Die Kölner traten in jenem Endspiel im Düsseldorfer Rheinstadion als Vizemeister als leichter Favorit gegen Borussia an, die Fünfter geworden waren. Gladbachs Trainer Hennes Weisweiler war damals sauer auf seinen Star Günter Netzer, der seinen Wechsel zu Real Madrid verkündet hatte. Netzer blieb erstmal draußen. Nach 90 Minuten stand es nach Toren von Wimmer (24.) für Gladbach und Neumann (40.) für Köln 1:1. Die Verlängerung musste entscheiden.

Bildergalerie: Unvergessene Derbyschlachten zwischen FC und VfL

In der verletzte sich Borussias Christian Kulik schon in der 91. Minute. Der sich bereits warm machende Netzer erkannte die Situation und beschied Weisweiler knapp, dass er dann jetzt mal auf den Platz gehen werde. Der Gladbacher Superstar wechselte sich quasi selbst ein und erzielte nur drei Minuten später spektakulär das Siegtor der Fohlen. "Ehrlich gesagt, ist mir der Ball beim Schuss über den Spann gerutscht. Der wäre sonst nie reingegangen", lachte Netzer nach dem Happy End.

1977: FC triumphiert auf dem Weg zum Titel 5:2 am Bökelberg

Unvergessen aus Kölner Sicht sind zwei weitere Auswärtssiege, damals noch im alten Bökelbergstadion. In der Saison 1977/78 walzten die Geißböcke am 10. Spieltag die Borussia mit 5:2 nieder. In jener Zeit waren die Fohlen das Nonplusultra im deutschen Fußball und wenige Wochen zuvor im Sommer zum dritten Mal in Folge und zum fünften Mal insgesamt Deutscher Meister geworden. Doch zu Beginn der neuen Saison lief bei Gladbach nicht viel zusammen, die Mannschaft dümpelte im Mittelmaß herum, stand aber immer noch einen Punkt besser da als der FC, für den die Spielzeit mit einem 1:5 in Düsseldorf begonnen hatte.

 

Wie auch immer, Köln nahm Gladbach auseinander, führte zur Pause mit 2:0 und ließ sich auch von Bonhofs Anschlusstor kurz nach der Pause nicht aus der Ruhe bringen. Am Ende hatten zweimal Prestin, Neumann, Dieter Müller und Konopka den bis heute höchsten Auswärtssieg herausgeschossen. Am Ende der Saison wurde es noch mal ganz knapp, als die beiden Rivalen am letzten Spieltag punktegleich an der Tabellenspitze standen, Kölns Tordifferenz aber zehn Tore besser war. Was folgte ist bekannt. Gladbach deklassierte Dortmund mit 12:0, der FC siegte in St. Pauli mit 5:0 und hatte den Vorsprung mit Ach und Krach zur Meisterschaft über die Ziellinie gerettet.

1984: Uli Sude wird zum Elfmetertöter

Unvergessen ist auch ein 5:1-Auswärtssieg der Gladbacher in Köln im November 1984. Das Ergebnis war klarer als der Spielverlauf, denn Borussia-Keeper Uli Sude gelang in Durchgang eins das Kunststück, zwei Elfmeter der Domstädter (von Stephan Engels und Klaus Allofs) zu parieren. Die Gladbacher gingen mit ihren Chancen nicht so fahrlässig um und feierten nach Toren von zweimal Rahn, Dreeßen, Mill und Bruns den höchsten Sieg in Köln überhaupt.

Die gesamte Statistik der Derbys zwichen FC und VfL

Schließen wollen wir mit einem kuriosem Remis. 33.000 Zuschauer wurden im Müngersdorfer Stadion im Oktober 1979 Zeuge eines 4:4-Unentschiedens. Nach furiosem Start lag der FC zur Pause mit 3:0 vorn, um dann binnen 13 (!) Minuten in Rückstand zu geraten. Dieter Müller rettete dann mit seinem Ausgleich eine Viertelstunde vor Schluss zumindest noch den einen Punkt. (Foto: imago images/Frinke)

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