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koeln.de

Vergeben und vergessen

Fans feiern Modeste beim FC-Trainingsauftakt

Stürmer Anthony Modeste stand wegen seines geplatzten Wechsels vom 1. FC Köln nach China zuletzt im Kreuzfeuer der Kritik. Doch vergeben und vergessen: die Fans feierten "ihren" Tony beim Trainingsauftakt des FC.

Er musste einen Spießrutenlauf befürchten, doch dann bekam der abtrünnige Anthony Modeste zum Trainingsauftakt des 1. FC Köln einen überschwänglich warmen Empfang bereitet. Als der Torjäger am Montag das Trainingsgelände betrat, schienen die Schlagzeilen nach seinem geplatzten Rekord-Wechsel nach China und Modestes öffentlicher Kritik an der Vereinsführung vergessen. Die über 1.500 Fans applaudierten lautstark, klopften dem Franzosen aufmunternd auf die Schulter und skandierten  geradezu euphorisch "Modeste, Modeste, Anthony Modeste".

Der Franzose genoss das Bad in der Menge, schrieb noch Autogramme und posierte für Fotos, als die meisten seiner Kollegen längst unter der Dusche standen. Und ein wenig gerührt war er obendrein ob der Herzlichkeit der Geißbockanhänger. Kurz zuvor hatte er sich die Kameras der Journalisten gestellt - und doch nur ein paar nichtssagende Worte geäußert: "Ich wollte nur sagen: Alles ist geredet. Ich habe am Sonntag alles gesagt. Mehr brauche ich nicht dazu zu sagen." Auf die Nachfrage, ob er bleibe oder nun einen Wechsel nach Frankreich oder England anstrebe, gab Modeste lediglich seinen Standardspruch ab: "Frag Schmaddi." Doch Sportchef Jörg Schmadtke wollte ebenfalls nichts sagen. "Egal. Ich auch nicht. Er ist der Boss», meinte Modeste daraufhin.

Bildergalerie: Trainingsauftakt 1. FC Köln am 3. Juli 2017

"Man muss keine Rakete sein"

Ein klares Bekenntnis zum FC vermied der Stürmer, der die Kölner im Vorjahr mit 25 Treffern zur ersten Europacup-Teilnahme nach 25 Jahren geschossen hatte, damit ebenso wie ein Signal zum sicheren Abschied und auch eine Entschuldigung in Richtung der Vereinsführung. Dieser hatte der 29-Jährige nämlich am Sonntag noch vorgeworfen, sie habe ihn trotz seines Wunsches zum Verbleib verkaufen wollen, um Kasse zu machen. "Man muss keine Rakete sein, um festzustellen, dass dies nicht den Tatsachen entspricht", hatte Schmadtke im Sportmagazin "kicker" auf diesen Vorwurf entgegnet.

 

Modeste wollte für 35 Millionen Euro zu Tianjin Quanjian wechseln, der FC legte nach einer wochenlangen Hängepartie aber sein Veto ein. Dass der Stürmer zum Rapport wird antreten müssen - Modeste war auch noch eigenmächtig nach China geflogen - bestätigte Trainer Peter Stöger. "Aber das wird ein Gespräch zwischen der Geschäftsführung mit Schmadtke und Alexander Wehrle, Tony und vielleicht seinen Beratern." Er selbst werde "wie immer mit ihm kommunizieren. Wenn er da ist, werde ich mich mit ihm beschäftigen. Wenn er andere Pläne hat, will ich seinem Glück nicht im Wege stehen. Und dann werden wir das hoffentlich gut kompensieren."

Bleibt er? Geht er?

Der Verbleib des drittbesten Bundesliga-Torschützen der vergangenen Saison bei den Geißböcken ist also längst nicht gesichert. Ausgeschlossen ist er ist aber trotz der Verpflichtung des Mainzer Stürmers Jhon Cordoba für 17 Millionen Euro nicht. Stöger machte klar, dass der Franzose und der Kolumbianer durchaus miteinander spielen könnten. "Wir haben Cordoba zu Modeste dazugeholt, weil wir uns davon was erwarten", erklärte der Österreicher.

Außer Cordoba war auch der für sieben Millionen verpflichtete Linksverteidiger Jannes Horn beim Auftakt dabei. Es fehlten Confed-Cup-Sieger Jonas Hector, U21-Europameister Lukas Klünter, der grippekranke Salih Özcan sowie Frederik Sörensen und Yuya Osako, die nach Länderspielen verlängerten Urlaub bis zum Trainingslagerbeginn in der zweiten Juliwoche bekamen. Verlassen haben den FC bisher nur Neven Subotic (Leihe beendet) und Marcel Hartel (Union Berlin).

Über das das Saisonziel wollte Stöger noch nichts sagen: "Das werden wir im zweiten Trainingslager erarbeiten. Und dann kommunizieren. Oder auch nicht." (dpa, hl; Foto: Helmut Löwe)

 

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