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1. FC Köln hat einen neuen Vorstand

Kölns mit großer Mehrheit neu gewählter Präsident Werner Wolf fasste die Mitgliederversammlung des 1. FC Köln mit drei Worten treffend zusammen. "Es war hochemotional." In der mehr als sechsstündige Veranstaltung ging es tatsächlich hoch her. Vor allem die beiden früheren Vizepräsidenten Toni Schumacher und Markus Ritterbach traten heftig nach. Und auch die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker bekam ihr Fett ab.

Von Tobias Gonscherowski

 

Exakt 3.456 Mitglieder des 1. FC Köln waren zu Beginn der Mitgliederversammlung um 13 Uhr anwesend, die einen mitunter turbulenten Verlauf nahm. Das lag weniger an den Fakten, die Vorstand und Geschäftsführung präsentierten. Denn allzu viel Neues gab es gar nicht zu berichten. Vielmehr ging es um verletzte Eitelkeiten und den Umgang der handelnden Personen miteinander.

Fangen wir mit der Nachricht des Tages an. Der 1. FC Köln hat einen neuen Vorstand. Das Trio aus Werner Wolf (Präsident), Eckhard Sauren und Jürgen Sieger (Vizepräsidenten) wurde mit über 78 Prozent der abgebenen Stimmen in seine neuen Ämter gewählt. Werner Wolf bemühte sich in einer ersten Stellungnahme darum, die zerstrittenen Lager innerhalb des Clubs versöhnen und insbesondere auch Toni Schumacher in einer neuen Rolle einbeziehen zu wollen.

Wolf will Schumacher die Hand reichen

"Es bleibt nichts hängen, wir reichen ihm die Hand", versicherte Wolf. "Wir sind mit dem Wahlergebnis sehr zufrieden. Jetzt liegt eine große Aufgabe vor uns: nämlich beide Parteien wieder an einen Tisch zu bekommen und ihnen das Gefühl zu geben, dass sie auch gehört und mitgenommen werden." Einfach dürfte das nicht werden. "Aber wenn sich der Staub gelegt hat, werden wir den Dialog fortsetzen", hofft der neue Präsident.

Die Unruhen im Verein waren das Eine, die positiven Zahlen, die Finanzchef Alexander Wehrle vorlegen konnte das Andere. So hat der 1. FC Köln die Zweitliga-Saison 2018/19 mit einem Gewinn von 2,4 Millionen Euro vor Steuern abgeschlossen. Der Umsatz betrug knappe 115 Millionen Euro. Die Verbindlichkeiten belaufen sich auf rund 14 Millionen Euro, auf der Eigenkapitalseite stehen 38,6 Millionen Euro. Kaum ein Zweitligist in Europa könne mit solchen Zahlen glänzen, meinte Wehrle.

Als neuen Berater des Vorstands konnte der 1. FC Köln seinen ehemaligen Trainer Erich "Mach et Otze" Rutemöller gewinnen, der zuletzt in gleicher Funktion beim rheinischen Rivalen Fortuna Düsseldorf tätig war. Traurig war die Neuigkeit, dass der beliebte Ex-Trainer Peter Stöger seine Mitgliedschaft beim FC nach den unsäglichen "Fangesängen" von Wolfsburg gekündigt hat.

Klare Worte an OB Reker

Die Projekte Stadionausbau und Ausbau des Geißbockheims entwickeln sich immer mehr zu Hängepartien. Es gibt Absichtserklärungen, aber kaum konkrete Neuigkeiten. Dafür markige Worte. An die Adresse der Oberbürgermeisterin gerichtet meinte Alexander Wehrle: "Wir haben zur Kenntnis genommen, dass unsere OB aufgrund der akut drohenden Klimakatastrophe in Sülz – ich will sagen, wegen machtpolitischer Interessen – zu neuen Erkenntnissen gekommen ist. Wir lassen uns nicht wegen solcher Machtkämpfe vertreiben."

Wehrles Geschäftsführerkollege Armin Veh legte nach: "Wenn Sie keinen Spitzensport in der Stadt wollen, sprechen Sie es offen aus, Frau Reker." Solche Sprüche kamen bei den Mitgliedern selbstverständlich gut an. Ob sie aber der Sache dienlich sind, bleibt abzuwarten. Beim Thema Stadionausbau gibt es zwar neue Machbarkeitsstudien. So wurde kurz der Entwurf eines ausgebauten RheinEnergieStadions für 75.000 Besucher eingeblendet. Doch vor dem Jahr 2028 dürfte sich wohl nicht viel tun.

Versöhnlicher Brief von Ex-Präsident Spinner

Kommen wir dann also zu den eingangs erwähnten Emotionen. Der souveräne Versammlungsleiter Karl-Ludwig Kley verlas einen Brief des abwesenden Ex-Präsidenten Werner Spinner, der Größe bewies und seinen Frieden mit dem FC geschlossen zu haben scheint. Kein Nachkarten, keine Schuldzuweisungen. Man ist geneigt zu sagen: Das war präsidiales Handeln mit Niveau.

Weit weniger Klasse bewiesen dagegen Toni Schumacher und Markus Ritterbach, die ihre Verbitterung über ihr unfreiwilliges Ausscheiden aus dem Vorstand nicht verbergen konnten. Mit ihren Äußerungen lösten beide immer wieder abwechselnd Beifallsstürme und Buhrufe und Pfeifkonzerte aus. Die Zerrissenheit und die Gräben zwischen den Strömungen innerhalb des Clubs wurden offensichtlich.

Schumacher keilt gegen Müller-Römer

"Es gibt Menschen, die vertauschen gern Ursache und Wirkung und begeben sich in die Opferrolle", keilte Schumacher. "Lasst euch nicht blenden. Ihr müsst diesen wunderbaren Verein nicht reformieren. Er ist kerngesund." Oder ebenfalls an die Adresse von Stefan Müller-Römer, den Intimfeind der ehemaligen Vizepräsidenten gerichtet. "Viele wollen jetzt mit Frauenfußball glänzen. Wir haben ihn vom ersten Tag an gefördert."

So ging es munter weiter. "Ein Fußballverein ist keine Großkanzlei, kein Konzern und schon gar keine Bank. Fußballkompetenz im Vorstand bedeutet für mich, dass man Erfahrung und Gefühl für einen Verein mitbringt." Und: "Man kriegt vielleicht Toni Schumacher aus dem FC heraus. Aber man kriegt den FC nie, nie, nie aus Toni Schumacher heraus. Wenn ich gefragt werde, werde ich da sein."

Während sein Mitstreiter Ritterbach beteuerte, nicht verantwortlich für die Indiskretion gewesen zu sein, die zum Rücktritt Spinners im März geführt hatte, blieb Schumacher eine eindeutige Aussage auf die ihm konkret zu diesem Vorfall gestellte Frage schuldig. Ritterbach sprach dann auch lieber darüber, warum eine Zusammenarbeit mit Müller-Römer nicht möglich gewesen sei.

"Irgendwann war das Vertrauensverhältnis zerstört"

"Man kann sich überlegen, wer seit 15 Jahren im Zentrum aller Streitigkeiten des 1. FC Köln steht. Das bin doch nicht ich", sagte Ritterbach und meinte Müller-Römer. "Wir haben es am Anfang versucht, aber irgendwann war das Vertrauensverhältnis derart zerstört, dass ich zum Aufsichtsrat und zum Beirat gegangen bin, dass wir die Dinge ab dann im Gemeinsamen Ausschuss abhandeln und der Verein weiter geführt werden kann."

Der dermaßen heftig kritisierte Stefan Müller-Römer hatte vor Schumacher und Ritterbach gesprochen und dabei betont, "keine schmutzige Wäsche waschen zu wollen". Immerhin. Auch später verkniff sich der "Interimspräsident" verbale Retourkutschen.

Dass es schließlich doch noch gelang, Schumacher und Ritterbach mit Stil zu verabschieden, war einem netten Video und Versammlungsleiter Kley zu verdanken, der persönliche und auch kritische Worte an die beiden richtete. Wenn sich auch künftig alle Beteiligten mehr zurücknehmen und dem Verein dienen würden, wäre dem Effzeh schon sehr geholfen.(Foto: Tobias Gonscherowski)

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