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koeln.de

Premiere für Auftragsarbeit „Kimberly“ im Schauspiel

Singspiel mit Äpfeln und krachenden Kulissen

Von Jürgen Schön

Wegen seiner TV-Produktionen wie „Braunschlag“ oder seines Roadmovies „Nitro“ gilt der Österreicher David Schalko vielen als Kultregisseur. Als Auftragsarbeit für das Schauspiel Köln schrieb er jetzt mit dem Musiker Kyrre Kwam das Musikspiel „Kimberly“ und hat es auch gleich selber inszeniert. Am Freitag hatte es Premiere, das Publikum – nach der Pause deutlich gelichtet – spendete langen Beifall mit vielen Bravos.

Inspiriert ist die Geschichte vom wahren (?) Fall einer doppelten Männermörderin. Aus dem Gefängnis entlassen, nimmt sie den Namen Kimberly (Yvon Jansen) an und taucht als Nicht-Existierende in einem Dorf unter. „Mach mich wirklich“ fordert sie den selbsternannten Dorfdichters Konrad (Yuri Englert) auf, dessen Geliebte und Projektionsfläche sie macht. Der hat bei einem Autounfall seine Frau Katharina (Annika Schilling) zum Krüppel gefahren, die nun seine Liebe wieder erlangen will. Da ist aber auch noch Konrads todessehnsüchtige und missionarischen Schwester (Franziska Hackl), die ihren Bruder fast inzestiös liebt. Die Mutter (Sabine Orléans) der beiden wartet nach dem Tod ihres Mannes selber auf den Tod. Dann taucht ein trompetender alter Freund (Stefko Hanushevsky) auf und spannt Konrad Kimberly aus. Schließlich gibt es noch eine hysterische Psychologin (Sabine Waibel), die die Mörderin auch nach der Entlassung kontrollieren soll und in diese verliebt ist..

Es ist eine Geschichte von der Suche nach der eigenen Persönlichkeit, von Träumen und deren Platzen – entsprechend werden aus den großen Kulissenbausteinen Traumhäuser zusammengebaut oder sie werden krachend umgestoßen. Das sind schöne Bilder und Knalleffekte. Es ist eine Geschichte von unerreichbarer Liebe. Es ist eine Geschichte von Todessehnsucht, der als endgültige Erlösung erscheint. Um dieses Ziel zu erreichen, rennt man immer wieder gegen die Mauer – und als Konrad schließlich auch ermordet wird, wird er von seiner Schwester mit „nun hast Du es auch auf die andere Seite geschafft“ begrüßt.

Gelacht werden kann viel, es gibt tiefsinnige Sätze wie „jede Familiengeschichte ist eine Geistergeschichte“. Äpfel kullern über die Bühne, abwechselnd werden Assoziationen an den biblischen Apfel der Erkenntnis oder den vergifteten Schneewittchen-Apfel geweckt. Die Akteure üben sich in pathetischen Gesten und werfen bedrohliche Schatten.

Doch alles wirkt wie ein bunt zusammengestückeltes Puzzle. Bunt gemischt zwischen Rock und Klassik auch die Musik, wobei die Liedtexte oft in der Lautstärke untergehen. Ein Damentrio, das immer wieder wie ein antiker Theaterchor über die Bühne tanzt und singt, schafft immerhin einen verbindenden Rahmen. „Kimberly“ – weitere Aufführungen: 16. und 23. Dezember, 2., 6., 15. und 24. Januar (16 Uhr), jeweils 19.30 Uhr, Schauspiel Köln, Depot 1 im Carlswerk, Schanzenstr. 6-20, 51063 Köln-Mülheim, Karten: Tel. 0221 / 22 12 84 00, Fax 0221 / 22 12 82 49, E-Mail: tickets@buehnenkoeln.de, dazu alle Vorverkaufsstellen von KölnTicket. Kartenservice mit Vorverkauf und Abo-Büro in der Opernpassage zwischen Glockengasse und Breite Straße.

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