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Proteste

Rund 800 Menschen bei Pro-Palästina-Kundgebung in Köln

 

Köln (dpa) - Rund 800 Menschen haben am Samstag in Köln gegen Israel und für Palästina demonstriert. Sie schwenkten palästinensische Flaggen und Schilder mit Aufschriften wie "Freiheit für Palästina" und "Stop the Genocide" (Stoppt den Genozid), aber auch "Gegen Zionisten - nicht gegen Juden".

 

Da etwa doppelt so viele Menschen gekommen waren wie angemeldet, konnten die Corona-Abstände auf dem für die Kundgebung vorgesehenen Platz in der Kölner Altstadt nicht eingehalten werden. Deshalb habe die Versammlungsleiterin die Demonstration vorzeitig beendet, sagte ein Polizeisprecher.

Zwei Teilnehmer kletterten während der Kundgebung auf ein Reiterstandbild und entrollten dort eine palästinensische Flagge. Auf Aufforderung der Polizei - die mit massiven Kräften anwesend war - kamen sie aber wieder herunter. Ein Unbekannter versuchte demnach, eine israelische Flagge anzuzünden. Als die Polizisten eingreifen wollten, verschwand er jedoch in der Menschenmenge.

Nach der Auflösung der Aktion weigerten sich bis zu 150 Demonstranten, den Platz zu verlassen. Die Einsatzkräften drängte die Gruppe auseinander. Ein Mann soll dabei einen Polizisten ins Gesicht geschlagen haben. Er wurde in Gewahrsam genommen. Zudem sollen Einsatzkräfte später massiv angepöbelt und eine Polizistin beleidigt worden sein. Drei weitere Menschen kamen in Gewahrsam.

Anlass der Demonstration war der sogenannte Nakba-Tag, den Palästinenser am 15. Mai begehen. Er bezieht sich auf die Flucht und Vertreibung arabischer Menschen aus dem britischen Mandatsgebiet Palästina.

Die Antisemitismusbeauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP), hatte vorab gemahnt, dass das Versammlungs- und Demonstrationsrecht nicht für die Verbreitung von Judenhass missbraucht werden dürfe. Sie wünsche sich, dass sich die Veranstalter der Nakba-Demo von jeglicher Form des Antisemitismus distanzierten. "Dazu gehört selbstverständlich auch, das Existenzrecht Israels nicht in Frage zu stellen oder den Staat Israel zu dämonisieren." (IMAGO / Dominik Bund)

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