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koeln.de

Laschet sucht den Konsens

Mehrheit für Karnevalsabsage wegen Corona

 

Köln (dpa) - Karneval ganz ohne Züge und Prunksitzungen? In dieser Session dürfte das Coronavirus auch dem bunten Treiben der Jecken einen Riegel vorschieben. In der Bevölkerung trifft eine mögliche Absage von Karnevalsveranstaltung auf breite Zustimmung. Noch gibt es aber kein konkretes Verbot.

 

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) will das gemeinsam mit den Karnevalsvereinen entscheiden. «Ich will es im Konsens machen», sagte Laschet am Samstagabend im WDR-Fernsehen. Er denke, «dass wir in zwei, drei Wochen Klarheit haben», betonte der Regierungschef.

Karneval sei für viele Menschen «auch ein Fest gegen die Obrigkeit», bei dem sie gerade das machten, «was der Staat nicht will», sagte Laschet. «Wenn dann am 11. 11. alle auf die Straße gehen und trotzdem feiern, ist es ganz schwer das durchzusetzen.» Deshalb sei ein Konsens mit den Karnevalisten nötig. Am Ende werde es «eine klare Ansage des Landes geben», sagte der Ministerpräsident.

Einer Umfrage zufolge befürworten zwei Drittel der Erwachsenen (67 Prozent) eine bundesweite Absage aller kommenden Karnevalsfeiern. Rund ein Viertel (23 Prozent) lehnen eine Absage ab, wie aus einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov hervorgeht. Befragt wurden am Donnerstag (20.8.) fast 1200 Personen.

Frauen und Männer sind sich recht einig bei dem Thema, auch wenn bei den Männern mehr die Absage «voll und ganz befürworten» (50 Prozent) als bei den Frauen (47 Prozent).

Schlechte Erinnerungen an Heinsberg 

Die Argumente, die für eine Absage sprechen, klingen einleuchtend: So wurde etwa nach einer Karnevalssitzung im Februar dieses Jahres der Kreis Heinsberg einer der ersten deutschen Corona-Hotspots.

Angesichts dessen sprach sich auch der dortige Landrat für eine Absage aus. «Ich glaube nicht, dass es nächstes Jahr Karneval geben wird. Unsere Aufgabe ist jetzt, Dinge aufrechtzuerhalten, die essenziell sind», sagte Landrat Stephan Pusch (CDU) der Deutschen Presse-Agentur. Dazu gehöre, Schulen und Kitas offenzuhalten. «Die anderen Dinge sind Luxus und Freizeitvergnügen, die müssen zurückstehen. Auch wenn der Karneval eine wahnsinnig ernste Angelegenheit ist.»

Pusch sagte: «Als wenn die Kölner «ein bisschen» Karneval feiern könnten. Das ist wie ein bisschen schwanger. Ich glaube, es wäre am besten, das jetzt abzusagen.» Das sei auch das, was er aus den Vereinen in seiner Region höre. «Sonst wabert das Thema ewig umher.» Heinsberg liegt in Nordrhein-Westfalen und ist der westlichste Kreis Deutschlands.

Zuletzt mehrten sich die Stimmen, die eine Karnevalssession 2020/2021 angesichts der Corona-Pandemie skeptisch sehen, darunter auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Laut Umfrage befürworten Jüngere (18 bis 24 Jahre) eine bundesweite Absage aller Karnevalsfeiern am häufigsten (77 Prozent); die 35- bis 44-Jährigen am seltensten (61 Prozent).

Menschen in Westdeutschland, wo sich die traditionellen Karnevalshochburgen wie Köln, Düsseldorf und Mainz befinden, befürworten eine Absage übrigens häufiger als Ostdeutsche (69 Prozent gegenüber 61 Prozent). Foto: Foto: Rainer Keuenhof

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