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koeln.de

Klartext-Runde beim Köln-Talk

Karl Lauterbach stellte sich seinen Kritikern

 

Am Donnerstagabend konfrontierten beim Köln-Talk "Loss mer schwade" Betroffene der Corona-Pandemie Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach mit ihren Fragen und diskutierten die politischen Entscheidungen der Vergangenheit und Gegenwart.

 

Vor allem Top-Gastronom Daniel Rabe ließ Dampf ab und beschwerte sich, dass die Rhetorik der Politik massive Umsatzeinbußen der Gastronomen zur Folge habe: „Wir machen 40 Prozent weniger Umsatz. Ein wirtschaftlich totaler Sargnagel. Wir müssen unsere Freiheit zurück haben. Das geht mir auf den Zeiger, dass man das nicht sagen darf. Kann man das nicht rhetorisch anders anpacken?“, fragte er.

„Die Botschaft wäre die: Die Inzidenz ist 4000. 'Geht raus, ihr jungen Burschen, man kann den Römer heben. Das ist ungefährlich'. Aber das wäre keine Botschaft, die vertretbar wäre. Ich kann nicht dazu beitragen, indem man sagt: Es passiert halt nichts. Es gibt Gruppen, die können wir sehr schwer schützen. Von daher ist es zu früh, zu sagen: Wir lassen es krachen", verteidigte sich Lauterbach.

Zweifel an Impfpflicht  

Mit Dr. Wolfgang Auer war ein honoriger Kollege aus Österreich zugeschaltet, der eindringlichst von der - auch von Lauterbach - propagierten Impfpflicht abriet: "Ich sitze jeden Tag mit 200 Patienten zusammen. Jemand, der sich nicht impfen lassen möchte, macht das nicht. Österreich hat vergangene Woche alle Maßnahmen gelockert. Die Konsequenz ist, dass wir Inzidenzen über 10 000 haben. Das ist nur die Dunkelziffer. Wenn man auf die Impfpflicht besteht, wird man früher oder später einen Rückzieher machen müssen.“

Clubszenen-Vertreter Yener Kisla fühlt sich von Lauterbach und Co. verraten: "Wir als Clubs mussten alle in die Röhre gucken. Die Politik hätte mit uns mal reden müssen!" Der Minister aber verteidigte die Schritte der langsamen Lockerungen: "Bei der letzten Ministerkonferenz haben wir gesagt: Wir öffnen in drei Schritten. Das haben wir vorausschauend gemacht. Wir öffnen jetzt aber – und die Inzidenz steigt zunehmend. Das ist schwierig. Wenn man reagiert, weiß man zumindest, dass man das Richtige tut. Es klingt immer dumm, aber es ist oft das Richtige.“

Wie geht's weiter mit den Testcentern? 

Doch wie geht es mit dem Testen weiter? Martin von der Hocht (Coronapoint) weiß nicht, wie es mit seinen mehr als 100 Testzentren weitergeht: "Es gibt keine Planungssicherheit. Bleiben die Tests kostenlos, oder nicht? Wir haben z.B. Probleme in Berlin, wo wir seit Oktober kein Geld bekommen. Da geht es um siebenstellige Summen und du fragst dich: Wie kann das sein? Auf der einen Seite wird gefordert zu testen, aber wir bekommen kein Geld. Es geht doch darum, viel und schnell zu testen. Aber wir stehen im Regen.2

Der Minister kündigte erstmals öffentlich an, dass bis zum 30. April alles erst einmal so bleiben werde wie bisher: "Die Mittel fließen auch noch bis zum 30.4, dann ändern wir die Verordnung ein wenig. Wie die Lage dann ist, muss man die Regeln mit Augenmaß anpassen. Wir werden noch eine lange Zeit auf die Leistungen der Testzentren angewiesen sein."

Fitness-Branche verliert massiv Mitglieder 

Mit dem Kölner Unternehmer Frank Böhme polterte ein Sprachrohr der Fitnessbranche, die mit erheblichen Verlusten durch die Lockdowns zu leben hatte, los: "Wir versuchen, die Langzeitschäden der Gesellschaft zu stoppen. Aber die Kündigungen werden wir nicht mehr einholen. Die gesamte Branche hat 25 Prozent Mitglieder verloren. Können Sie sich nicht vorstellen, die Fitnessbranche in die Gesundheit mit einzubinden?"

Lauterbach schlug versöhnliche Töne an: „Ich bin selbst den Fitnessclubs positiv gegenüber eingestellt. Wenn die Branche stärker genutzt würde, wäre das wünschenswert. Über Mehrwertsteuerabsenkungen habe ich nicht zu befinden, aber der Finanzminister trainiert sehr hart und wird dem Anliegen sehr gewogen sein. Ich nehme das Anliegen jetzt mal mit.“

Dann musste Lauterbach in die nächste Schalte, mit Bundeskanzler Olaf Scholz. Die LMS-Macher waren happy: "An einem Tag wie diesem den Minister derart offen bei uns zu haben, macht uns stolz. Es war eine Runde auf Augenhöhe, bei der niemand vergessen wurde", so Organisator Markus Krücken.

Am 31.3. findet Loss mer schwade wieder als Präsenzveranstaltung statt. Dann erstmals im "Zum Jan" in der Thieboldsgasse mit Gästen zum Karneval und 1.FC Köln.

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