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koeln.de

Polizeieinsatz

Kölner Zentralmoschee nach Drohmail geräumt

Die Polizei hat nach einer Drohmal die Zentralmoschee der Ditib in Köln in einem Großeinsatz geräumt. Der Verband spricht von einer Bombendrohung.

 

Die Kölner Ditib-Zentralmoschee ist nach einer Drohmail am Dienstag geräumt und der Komplex stundenlang weiträumig abgesperrt worden. Erst kurz nach 14 Uhr gab die Polizei Köln via Twitter Entwarnung: Die Durchsuchung sei beendet und nichts Verdächtiges gefunden worden.

«Der Inhalt hatte ein so hohes Drohpotenzial, dass wir unmittelbar handeln mussten», sagte ein Polizeisprecher zu der E-Mail. Zum genauen Inhalt des Schreibens wollte er sich nicht äußern. Ein Sprecher der Türkisch Islamischen Union Ditib sagte der Deutschen Presse-Agentur, es habe sich um eine Bombendrohung gehandelt.

Die Mail sei in korrektem Deutsch verfasst gewesen und mit «Volksfront» unterzeichnet gewesen, sagte Ditib-Sprecher Zekeriya Altug weiter. «Es scheint also aus der rechtsextremistischen Ecke zu kommen.» Die «Volksfront» - auch «Volksfront International» - ist eine aus den USA stammende rechtsextreme Organisation, die sich 2012 ofiziell aufgelöst hatte.

"Sie haben zwei Stunden Zeit"

Der «Express» zitierte aus der Mail: «Sie haben zwei Stunden Zeit und wissen, was zu tun ist.» Es sei in dem Schreiben außerdem mit einer Autobombe vor dem Haupteingang der Moschee gedroht worden. Der Ditib-Sprecher machte keine weiteren Angaben, «um die Ermittlungen nicht zu gefährden.» Der Staatsschutz nahm Ermittlungen «wegen des Verdachts der Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten» auf.

Die Polizei durchsuchte den Komplex ab dem Vormittag mit einer «sehr hohen Zahl von Einsatzkräften». Man habe «nichts gefunden, von dem eine Gefahr ausgeht», hieß es Stunden darauf. Erst am späten Mittag wurde der Einsatz beendet, die Moschee wieder vollständig freigegeben.

Laut Ditib - bundesweit größte Islam-Dachorganisation - verlief die Räumung ruhig. Wie viele Menschen sich zu dem Zeitpunkt in dem größten Moscheekomplex in Deutschland befanden, sei unklar. Neben Mitarbeitern gingen täglich viele Besucher ein und aus. Noch am Morgen seien zwei Schulklassen zu Gast gewesen.

«Wir sind besorgt, wir haben Angst, wir erleben gerade eine Konzentration von Angriffen gegen Moscheen», meinte Altug. «Eine Bombendrohung, das hat eine neue Qualität. Der Verband sprach nach dem Abschluss der Aktion auch mit Spürhunden von einem «traurigen Höhepunkt von Angriffen auf Moscheen». Vor einigen Tagen sei eine Moschee in Schleswig verwüstet worden, und gerade erst in der Nacht zu Dienstag habe es einen Angriff gegen die Ditib-Gemeinde in Karlsruhe gegeben.

Die Kölner Zentralmoschee war im vergangenen September vom türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan offiziell eröffnet worden. Das hatten auch Bundes- und Landespolitiker bemängelt. Kritiker werfen der Ditib fehlende strukturelle und politische Unabhängigkeit von der türkischen Regierung vor.

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