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koeln.de

Bei Bergungsaktion

Taucher finden nur wenige E-Scooter im Rhein

E-Scooter auf dem Grund des Rheins sorgen seit Wochen für Ärger in Köln. Eine geplante Bergung im Juni war zunächst gescheitert. Am Montag haben die Anbieter einen zweiten Versuch gewagt - und erstaunlich wenig gefunden.

 

Am Montag haben die Anbieter damit begonnen, versenkte E-Scooter aus dem Rheinauhafen zu bergen. Mit zunächst erstaunlichem Ergebnis: Bis zum Mittag fanden die Spezialtaucher gerade einmal zwei E-Scooter. Dafür suchten die Taucher 18 Fundstellen ab, an denen Scooter vermutet worden waren.

Bereits seit einigen Wochen hatte die Bergungsaktion hohe Wellen geschlagen. Die Initiative Krake, die regelmäßig Aufräumaktionen im und am Rhein organisiert, schätzte die Zahl der E-Scooter im Rhein zuletzt auf etwa 500. Im Juni kündigten die Anbieter eine große Bergungsaktion an - die sie aber wegen eines fehlenden schlüssigen Konzepts absagen mussten.

Taucher erfühlen Scooter mit Füßen 

Am Montag folgte dann der zweite Anlauf - zunächst im Rheinauhafen, wo weniger Strömung herrscht. Dennoch war es kein leichter Job für die Taucher. "Da ist tiefer Schlamm, da müssen sie sich durchwaten", sagte Sebastian Schlebusch, Sprecher der Arbeitsgruppe Mikromobilität der Plattform Shared Mobility, ein Zusammenschluss der Anbieter. "Die Taucher fühlen mit den Füßen im Schlamm", erklärte Markus Hambüchen von der Taucher-Firma. "Der eine E-Scooter war so tief drin, den hat er nur mit den Zehenspitzen gefühlt." Ein Kran hob die E-Scooter dann an Land.

Ein Sonarboot hatte zuvor 60 Fundstellen im Rheinauhafen ausgemacht, an denen E-Scooter vermutet wurden. Im gesamten Rhein seien es 105 Fundstellen gewesen, sagte Schlebusch. Statt auf massenhaft E-Scooter stießen die Taucher auf Eisenträger, einen Stuhl und Blechkisten. Dass nur so wenige E-Scooter gefunden wurden, sei ein gutes Zeichen, sowohl für die Umwelt als auch die Anbieter, sagte Hambüchen.

Bergungsaktion geht weiter 

Am Dienstag soll die Bergung im Rheinauhafen fortgesetzt werden. "Wir wollen dann alle 60 Fundstellen abgetaucht haben", sagte Schlebusch. Die Bergung der E-Scooter aus den anderen Bereichen des Rheins sei etwas schwieriger zu organisieren, hier werde ein Spezialkranschiff gebraucht. "Die sind im Moment noch in den Flutgebieten im Einsatz", sagte Schlebusch. Wenn man dort auch nur wenige E-Scooter finde, sei das erfreulich, sagte Schlebusch. Immerhin ist die Bergungsaktion für die Anbieter nicht billig. Schlebusch schätzt die Kosten auf einen "sechsstelligen Betrag". "Sowas können wir uns nicht jede Woche leisten."

E-Scooter, die beispielsweise von betrunkenen Menschen in den Rhein geworfen werden, sorgen in Köln seit Wochen für Diskussion. Befürchtet wird, dass beschädigte Akkus der Scooter die Wasserqualität belasten könnten. Doch auch auf den Straßen sorgen falsch abgestellte E-Scooter und Unfälle mit den Rollern immer wieder für Ärger. Vor wenigen Tagen einigten sich die Anbieter mit der Stadt auf erste Maßnahmen, die unter anderem eine Begrenzung der Flottengröße und Parkverbotsflächen enthalten. (dpa, jvs; Foto: IMAGO / imagebroker)

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