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Premiere im Schauspiel

"Troilus und Cressida": Verschenkte Kritik am Zeitgeschehen

Eine Liebe, der die Politik keine Chance gibt. Eine Politik, die geprägt ist von Machotum, Kriegslust, Ehrpusseligkeit. Und in der Frauen eine Ware sind. Shakespeares „Troilus und Cressida“ hätte Einiges zur aktuellen Lage in Köln und der Welt zu sagen. Doch die Inszenierung im Schauspiel schleppt sich dahin, die Zeitkritik versandet. Nach über drei Stunden und viel Nebelschwaden gab es höflichen Premierenbeifall.

Von Jürgen Schön 

Es ist eine personenreiche Geschichte aus dem Trojanischen Krieg, der nach sieben Jahren zum Stillstand gekommen ist. Der trojanische Königssohn Troilus hat sich in Cressida verliebt, deren Vater zu den Griechen übergelaufen ist. Die junge Frau will zuerst nicht, doch nach der ersten – vermittelten – Nacht ist auch sie verliebt. Doch inzwischen haben die Trojaner entschieden, sie gegen ihren Heerführer Antenor auszutauschen, den die Griechen gefangen genommen haben. Bei den Griechen gelandet, vergisst Cressida ihre Treueschwüre. Um sich der aufdringlichen Krieger zu erwehren, gibt sie sich einem von ihnen hin.

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Parallel dazu die Kriegspolitik: Sollte man den Griechen nicht die geraubte Helena zurückgeben? Troilus und sein Bruder Paris sind dafür. Eine Frage der Ehre: Hätte denn sonst der Tod der vielen Trojaner einen Sinn gehabt? Zuerst dagegen, schließt sich auch Hektor dem Entschluss seiner Brüder an. Also geht der Krieg weiter. Durchaus zur Freude der Griechen. Deren Problem: Ihr Kriegerstar Achill hat sich beleidigt zurückgezogen. Dem listigen Odysseus gelingt es, ihn umzustimmen. Nun besiegt Hektor erst Ajax, dann tötet er Patroklus. Was dessen Freund Achill so erbost, dass er zum Kampf antritt. Erst von Hektor besiegt, zeigt er sich wenig ritterlich und tötet ihn hinterrücks. Ruckzuck geht das.

Statisch und mit vielen Worten

Das alles wird mit viel Worten erzählt und meist statisch dargeboten. Regisseur Rafael Sanchez hat es comicartig und holzschnitthaft verpackt: Hier die Trojaner, lange Bänke sind der Lieblingsaufenhalt der Anzug tragenden Verwalter der Ehre, nur Hektor hebt sich durch Outdoor-Fashion ab; dort die Griechen im martialischen Lederbondage-Look, kiffenden Wilden gleich hausen sie auf einer Drehbühne in Zelten inmitten eines Urwaldes mit in den Himmel ragenden Bäumen. Lediglich der eitle Achill schmückt sich mit einem tuntig-goldenen Flattergewand.

 

Das alles zieht sich. Wird unterbrochen von Kurzauftritten der Königstochter Kassandras, deren düsteren Prophezeiungen die Trojaner nicht glauben. Helena wird von Paris über die Bühne geschoben. Hektor und Achill dürfen brüllen, König Priamos weinen, Odysseus gescheite Bücher lesen und Ajax seinen Absturz in den Schatten Achills bedauern. Das alles erledigen die 14 Schauspieler und Schauspielerinnen durchaus mit Bravour und sorgen für starke Momente. Aber eben nur Momente.

Doch wären da nicht Nikolaus Benda, Nicola Gründel und Bruno Cathomas, es wäre noch langatmiger geworden (die Premiere wurde übrigens um drei Tage verschoben, um – wie es heißt – Kürzungen vorzunehmen. Was dann auch zu einigen leeren Plätzen führte). Benda und Gründel spielen das Liebespaar, voll Zärtlichkeit und wohl wissend, dass Liebe sich mehr vornimmt, als sie halten kann. Gründel gibt dabei selbst dem Handels- und Sexobjekt Frau noch einen Hauch von selbstbestimmter Würde. Schließlich Cathomas: Als Kuppler zieht er alle Register des Komischen, darf schmierig und gerissen sein, endlos lachen und alte Asbach-Uralt-Reklame zitieren (Sie wissen schon: „Wenn einem so viel Gutes widerfährt....). Die Drei erhielten dann auch den meisten Einzelbeifall im nach der Pause noch lichter besetzten Depot 1.

 

„Troilus und Cressida“ – weitere Aufführungen: 17. und 28. Februar (16 Uhr), 8., 20., 24. und 28. März, jeweils 19.30 Uhr, Schauspiel Köln, Depot 1 im Carlswerk, Schanzenstr. 6-20, 51063 Köln-Mülheim.

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