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Gesellschaftsdrama ohne Schnickschnack

Schauspiel eröffnet die Spielzeit mit „Geschichten aus dem Wiener Wald“

Während draußen die Halloween-Geister Kölns Straßen bevölkerten, holte sich Schauspiel-Chef Stefan Bachmann die lebenden Untoten auf die Bühne: Menschen, die durchs Leben stolpern, die vom großen Glück träumen, es aber nicht erreichen. Mit „Geschichten aus dem Wiener Wald“ eröffnete er die neue Spielzeit.

Von Jürgen Schön 

Das Stück – es wurde zwischen den beiden Weltkriegen uraufgeführt – erzählt die Geschichte der auf den ersten Blick naiven Marianne (nicht nur mit ihrer großen Intellektuellenbrille zeigt Lou Zöllkau, dass sie – feministisch angehaucht – die Opferrolle der Frau durchschaut).

Sie soll – von ihrem Vater (Martin Reinke als knödelnder, selbstherrlicher Patriarch) arrangiert – den Metzger Oskar heiraten (Bruno Cathomas: ein Macho, dessen latente Gewaltbereitschaft sich hinter tänzelnden Schritten versteckt). Doch bei der Verlobungsfeier verliebt sie sich in den Hallodri Alfred (Robert Dölle als schleimig-großkotziger Vorstadt-Halbweltler) . Der trennt sich daraufhin von seiner Geliebten Valerie (Melanie Kretschann mit lasziv wackelnden Hüften), die ihn immer wieder mit Geld unterstützt hat. Der Vater verstößt seine Tochter.

 

Als Marianne und Alfred einen Sohn bekommen, bringt er das Baby auf dem Land bei seiner Mutter (Sean McDonagh) unter und macht sich aus dem Staub. Marianne muss ihr Geld als Nackt-Skulptur im Variete verdienen, wo sie von ihrem Vater und den ehemaligen Bekannten entdeckt wird. Nach einem Diebstahl-Versuch kommt sie in Untersuchungshaft. Wieder frei, erfährt sie, dass ihr Kind inzwischen gestorben ist – Alfreds Großmutter (Jörg Ratjen) hat es sterben lassen.

Am Ende steht eine große „Versöhnungsszene“: Alfred kehrt zu Valerie zurück, die gibt dafür dem deutschen Jung-Nazi Erich (Simon Kirsch) den Laufpass. Der Vater nimmt seine Tochter „zurück“ – auch weil sie ihm in seinem vor dem Ruin stehenden Spielzeug- und Zauberladen helfen kann. Und weil der „Bankert“ tot ist, kann Oskar endlich seine Marianne heiraten – was hier nichts anderes ist, als sie an der Kehle zu packen.

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Es ist eine geradezu spartanische Inszenierung, bei der Stefan Bachmann auf die sonst üblichen „schönen“ Bilder verzichtet, die viele Produktionen seiner bisherigen Intendanz prägen. Diesmal reicht ihm eine große kahle Drehbühne: Auf ihr können sich die Menschen abstrampeln, ohne je ihr Ziel zu erreichen. Nicht einmal Requisiten setzt er ein, vertraut stattdessen dem pantomimischen Können seines Ensembles.

Nichts lenkt ab, alles konzentriert sich auf Gefühle und Handeln der acht Protagonisten (die teilweise auch noch einige Nebenrollen übernehmen). Auch dank der schauspielerischen Stimmigkeit klappt die Herausforderung: Gute zwei Stunden und zehn Minuten ohne Pause dauert die Aufführung – und die vergehen fast wie im Flug, keine der anrührenden und abschreckenden, manchmal auch zum befreienden Lachen reizenden Sekunden möchte man missen. Der Premierenbeifall war heftig, aber überraschend kurz.

Geschichten aus dem Wiener Wald“ – weitere Termine: 3., 6., 7. und 21. November, Schauspiel Köln, Depot 1 im Carlswerk, Schanzenstr. 6-20, 51063 Köln-Mülheim,

Karten in unserem Ticketshop oder unter Tel. 0221 / 22 12 84 00, Fax 0221 / 22 12 82 49, E-Mail: tickets@buehnenkoeln.de, dazu alle Vorverkaufsstellen von KölnTicket. Kartenservice mit Vorverkauf und Abo-Büro in der Opernpassage zwischen Glockengasse und Breite Straße.

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