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„Die Opferung von Gorge Mastromas“

Premiere im Schauspiel: Gier besiegt Moral

Nett und anständig und moralisch immer auf der richtigen Seite - oder stets auf den Eingennutz bedacht: Was macht den Menschen schließlich glücklich? Darum dreht es sich bei "Die Opferung von Gorge Mastromas", das jetzt im Schauspiel Premiere feierte.

Von Jürgen Schön

Was bestimmt den Menschen zu seinem Tun: Güte oder Feigheit? Das ist das zentrale Thema des Stücks „Die Opferung von Gorge Mastromas“, das jetzt im Schauspiel Premiere hatte. Heftigen Beifall gab es insbesondere für die vier Darsteller.

Als römischer Cäsaren-Chor beginnen Robert Dölle, Stefko Hanushevsky, Justus Meier und Annika Schilling, wunderbar begleitet vom Musiker Cornelius Borgolte (von Mozarts „Türkischem Marsch“ bis zu „Boys“). Abwechselnd erzählen sie die Geschichte von Gorge Mastromas. Erzählt ist hier zunächst wörtlich zu nehmen, denn gespielt wird erst später. Dann wirbelt das Quartett über die Bühne, reißt die Folien herunter, die die Bühne nach hinten abschließen, hinterlässt ein Chaos. Lässt das Publikum erschrecken, mitleiden und lachen.

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Erzählt werden Gorges erste 30 Lebensjahre. Danach ist Gorge das Ergebnis eines Geschlechtsakts, der nicht von Liebe geprägt war. Bis zu seinem 30. Lebensjahr handelt er – ob es um Freunde oder die Beziehungen zu Frauen geht – allein nach moralischen Gesichtspunkten, wobei ihm seine Umwelt manche Entscheidung auch abnimmt. Güte, wird das hier genannt. Oder ist es doch Feigheit, mit der er sich vor negativen Folgen drückt?

 

Dann wechselt Gorge die Seiten – und das Spiel auf der Bühne beginnt. Er übernimmt die Führung eines bankrotten Unternehmens, verrät dabei seinen Chef und bootet später auch die Frau aus, die ihn mit dem Versprechen auf Macht und Reichtum auf die andere Seite gelockt hat. Und es klappt: Gorge wird der Mächtigste und Reichste weit und breit. Robert Dölle spielt ihn dröhnend und eiskalt, ohne Selbstzweifel, ein Ekelpaket, verliebt in sich und die Lüge.

Inzwischen hat er sich in Louisa verliebt. Brutal nutzt er deren psychische Schwäche aus, die aus dem Missbrauch ihres Vaters herrührt. Sein Trick: Er stellt sich als der noch tiefer Verletzte dar. Seine – falsche – Autobiografie erreicht Millionenauflage. Doch da droht Gefahr: Sein verschollener Bruder taucht auf und droht alles zu verraten. Im Brudermord sieht Gorge den einzigen Ausweg. Was bleibt ist Einsamkeit bis zum Tod.

Doch zuvor taucht Gorges Enkel auf, dessen Existenz ihm ein ehemaliger One-Night-Stand verschwiegen hat (was Gorge damals die „moralische“ Entscheidung gegen eine Muss-Heirat erleichterte). Der ist politischer Aktivist und sucht nach Erklärungen für das Verhalten seines Opas. Er wird von Justus Maier gespielt, der zuvor den jungen Gorge zum Zeitpunkt seines Seitenwechsels verkörperte – schließt sich der Kreis?

Das Stück von Dennis Kelly mag an einigen Stellen zu plakativ, zu „moralisch“ sein, Hausregisseur Rafael Sanchez haucht ihm Leben ein. Und so lässt sich seine Inszenierung nicht nur als aktuelle Parabel auf das Verhalten des Individuums lesen, sondern auch von (politischen) Gruppen.

„Die Opferung von Gorge Mastromas“ – weitere Vorstellungen: 28. und 29. September, 4., 5. und 14. Oktober, jeweils 20 Uhr, Schauspiel Köln, Depot 2 im Carlswerk, Schanzenstr. 6-20, 51063 Köln-Mülheim, Karten: Tel. 0221 / 22 12 84 00, Fax 0221 / 22 12 82 49, E-Mail: tickets@buehnenkoeln.de, dazu alle Vorverkaufsstellen von KölnTicket. Kartenservice mit Vorverkauf und Abo-Büro in der Opernpassage zwischen Glockengasse und Breite Straßeoder in unserem Online-Ticketshop:

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