• Home
  • Mo, 18. Mär. 2019
  • Stadtplan
  • Verkehr
  • KoelnMail
  • Newsletter
  • DE | EN
koeln.de

Premiere im Schauspiel

Beifall und Buhrufe bei der Premiere von Schillers "Räubern"

Generationen von Schülern wurden im Deutschunterricht mit Schillers „Die Räuber“ gequält. Ersan Mondtag inszenierte den Bühnenklassiker jetzt im Schauspiel Köln. Das Ensemble erntete kräftigen Premierenbeifall, in dem sich laute Buhrufe für den Regisseur mischten.

 

Es ist eine Geschichte vom Widerspruch zwischen Gesetz und Freiheit, Aufstand und Anstand, Liebe und Eifersucht, Verstand und Gefühl. Da ist Karl, vom Vater vergöttert, setzt er sich von der Familie ab und landet schließlich als Räuberhauptmann à la Robin Hood in den sächsischen Wäldern. Bruder Franz bleibt zu Hause, eifersüchtig auf den Erstgeborenen, will er das väterliche Erbe an sich reißen. Um das zu erreichen, verleumdet er seinen Bruder mit einem gefälschten Brief.

Zwei Lebenswelten - parallel auf einer Bühne

Beide Lebenswelten laufen parallel auf der großen Bühne ab, die das Ensemble regelmäßig vor akustische Probleme stellt. Rechts hat Ersan Mondtag das Familienschloss aufgebaut, eine Drehbühne erlaubt den Blick von außen und nach innen. Links läuft auf einer Leinwand das Räuberleben ab, gedreht in den herbstlichen Wäldern des Elbsandsteingebirges, unterlegt mit Käuzchenrufen und leisem Wolfgsgeheul. Darunter – der neue Bühnenbildtrend im Schauspiel – ein Wasserbassin, das am Schluss als Leichenauffangbecken dient.

In der Mitte eine große Statue von Vater Maximilian Moor: Sie erinnert an Monumente für Diktatoren der jüngeren Geschichte in Europa und Nahost. Dass sie später den Dargestellten unter sich begräbt und so bei dessen Selbstmord hilft – eine böse Pointe.

Auf der Drehbühne jagt Franz seinen Vater (ein in seiner Jämmerlichkeit bemitleidenswerter Bruno Cathomas) in den Tod und macht sich an Amalie heran, die sitzengelassene Geliebte seines Bruders. Jedoch ohne Erfolg. Als Karl seine Räubertruppe verlässt und – um sich mit seinem Vater zu versöhnen – nach Hause zurückkehrt, erweckt er diesen vom Scheintod. Was ihn aber erst recht in die Verzweiflung und zum Selbstmord treibt. Franz entzieht sich Karls rächender Räuberbande durch Selbstmord. Und Karl erkennt, dass seine Räuber-Rebellion nichts verändert hat.

Verkehrte Welt bei den Geschlechterrollen

Eine reine, „typische“ Männergeschichte also. Was Mondtag offensichtlich nicht gefiel. Also besetzte er (nicht nur) die beiden Hauptrollen mit Frauen. Einer ruppigen, machohaften Lola Klamroth mit hohen Stulpenstiefeln und Räuberdress als Karl Moor sieht man die Frau nicht an. Sophia Burtscher als Franz Moor dagegen zeigt sich im zarten Empire-Kleidchen und so burschikos sie sich auch geben mag – sie erfüllt alle Klischees des „zarten Weiblichen“. Mit langem Kleid ist auch schlecht fechten.

Amalie dagegen wird von einem Mann (Jonas Grundner-Culemann) in Männerkleidung gespielt. Doch sein massives Äußeres hilft ihm nicht: Der gewaltsamen Annäherung von Franz ist er nicht gewachsen und wird schließlich nackt vorgeführt. Auch der intrigante Hermann wird von einer Frau dargestellt (Ines Marie Westernströer). So werden die tradierten Geschlechterrollen getauscht, die Räuberbande erhält mit Kate Strong noch eine Quotenfrau. Mondtags Beitrag zur aktuellen Genderdebatte lässt den Schluss zu: Frauen sind nicht unbedingt die besseren Männer, die besseren Menschen schon gar nicht.

Nebelmaschinen im Dauereinsatz

Die Inszenierung ist, wenn auch stark gekürzt, werkgetreu. Ein schwarzgekleidetes Frauenquartett unterstützt das 12-köpfige Bühnenensemble mit melodiösem Gesumm und erinnert bisweilen an Rachegöttinnen. Nebelmaschinen sind im Dauereinsatz. Und es wird fleißig geraucht.

Zum Schluss gibt es dann einen moralisch-pädagogischen Rundumschlag: Thelma Buabeng rezitiert per Video-Großaufnahme einen Text der Publizistin Carolin Emckes, die allen selbsternannten Freiheitskämpfern die Leviten liest. Ihr Appell: Versteckt euch nicht hinter anderen, wenn ihr vorgebt, für die Freiheit zu kämpfen. Ehrlicher sei es, begründungslos zu handeln.

Nach dreieinhalb Stunden inklusive Pause ein starker Schlusspunkt für eine stellenweise überladene Inszenierung, in der nicht alles zusammenpasst, die sich in schönen Bildern verzettelt und allzu oft an der emotionalen Oberfläche hängen bleibt. Nicht alle Zuschauer kamen aus der Pause zurück.

„Die Räuber“ – die nächsten Vorstellungen: 24. und 27. März, 5. Februar, jeweils 19.30 Uhr. Schauspiel Köln, Depot 1 im Carlswerk, Schanzenstr. 6-20, 51063 Köln-Mülheim,

Jetzt Tickets für "Die Räuber" online bestellen

Karten: Tel. 0221 / 22 12 84 00, Fax 0221 / 22 12 82 49, E-Mail: tickets@buehnenkoeln.de, dazu alle Vorverkaufsstellen von KölnTicket. Kartenservice mit Vorverkauf und Abo-Büro in der Opernpassage zwischen Glockengasse und Breite Straße.

Onlinespiele

teaser_big_bubbles.jpg
Schieß Deine Bubbles auf mindestens zwei gleichfarbige Blasen und bring sie so zum Platzen.  Jetzt Bubbles spielen!
spiele_exchange_classic_screensh_600.jpg
Bilde Reihen aus mindestens drei Steinen. Eine Kombi aus vier oder fünf Steinen ergibt mächtige Bonussteine!  Jetzt Exchange Classic spielen
spiele_mahjong-koelsch-foto_225.jpg
Mahjong op kölsche Aat - können Sie alle Steine entfernen? Mit Dom, Rhein, Karneval und Halver Hahn.  Mahjong spielen
So verkaufen Sie Ihre Immobilie
Käuferportal
Immobilie zum Top-Preis verkaufen!
Mit unserem neuen Service finden Sie ganz einfach einen Käufer für Ihr Haus, Ihre Wohnung oder Ihr Grundstück. Immobilie zum Top-Preis verkaufen!