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Premiere im Depot 1

Schauspiel lässt "Drei Schwestern" auf der Luftmatratze hüpfen

Eigentlich soll fröhlich Namenstag gefeiert werden. Doch stattdessen verfallen Gastgeberinnen und Gäste in Schwermut über verpasste Lebenschancen. Pinar Karabulut inszeniert Anton Tschechows „Drei Schwestern“ im Schauspiel auf die Bühne: wortgewaltig, aufwändiger Choreographie, Leuchtschrift und einer gewaltigen Luftmatratze.

Zumindest vor der Pause spielt die meterdicke Luftmatratze (Bühnenbild: Bettina Pommer) die tragende Hauptrolle. Sie bedeckt fast die ganze Bühne in Depot 1: Auf ihr kann das zehnköpfige Ensemble herumhüpfen und -springen oder sich mit aufblasbaren Riesenkissen verprügeln. Was dem Publikum sichtlich Vergnügen bereitet. Nur festen Halt – den bietet die Matratze nicht. So gewaltig und symbolträchtig ist dieses Bühnenmöbel, dass man glauben mag, die Regisseurin habe kein Vertrauen in Tschechows Text und ihre eigene Umsetzung.

 

Die drei Schwestern: Das sind Irina (Katharina Schmalenberg, klein zierlich, mal durch einen dicken Anorak geschützt, mal im kurzen roten Lackkleidchen. Kostüme: Teresa Vergho), Olga (eine obelixhaft aufgepolsterte Susanne Wolff – wie auch viele andere Mitwirkende sich durch grotesk verformte Körperteile auszeichnen) und Mascha (Yvon Jansen, mal in sexy schwarzen Lack-Kleid, mal ebenfalls im dicken Kapuzenanorak), die Einzige, die geheiratet hat. Nun sitzen sie – alle mit der gleichen Blondhaar-Perücke – in der russischen Provinz fest, in die sie der vor einem Jahr verstorbene Vater gebracht hat, und träumen von einer „richtigen“ Arbeit und von einem freien Leben in Moskau.

Unerfüllbare Zukunftsträume

Gefangen sind sie in Einsamkeit und ungeliebten Berufen, zudem wird ihr Leben von Natalia (Lola Klamroth, aufreizend als hochtoupierte Domina in enger schwarzer Lackhose und Federboa) bestimmt, der Frau ihres Bruders Andrej (Justus Maier in weißem Lackanzug). Zusammen leben sie im Elternhaus, auf das Andrej – ohne sie zu fragen – nach hohen Spielschulden eine hohe Hypothek genommen hat. Neben unerfüllbaren Zukunftsträumen bestimmt die angekündigte Verlegung der Heeresbrigade das Partygeplauder – dann wird das Dorf noch langweiliger. Dabei ist doch gerade ein vielversprechender Oberstleutnant aus Moskau eingetroffen. Ein Feuer im Dorf beendet die Feier, die Opfer werden im Haus aufgenommen, man muss enger zusammenrücken.

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Nach der Pause ist nicht nur die Luftmatratze verschwunden, auch einige Zuschauer haben ihre Plätze verlassen. Die Bühnenakteure stehen nun – fünf Jahre später – auf dem harten Boden der Tatsachen. Die Brigade ist abgezogen, mit ihr auch der schludrige Militärarzt Iwan (Wolf-Dietrich Sprenger), der als Einziger so etwas wie Vernunft und Verantwortung gezeigt hat. Irina hat mit Ex-Oberleutnant Tusenbach (Nikolaus Benda) geflirtet, der in einem Duell von ihrem zweiten Liebaber (Nicola Fritzen) getötet wird. Mascha gesteht ihrem Fedor (Yuri Englert), dass sie ihn nie geliebt hat, der hingegen sie aus tiefstem Herzen. Olga ist doch gegen ihre Absicht Schuldirektorin geworden. So wie bei ihr sind die Wünsche auf den ersten Blick irgendwie in Erfüllung gegangen – letztlich aber doch nicht.

Leuchtschrift hievt das Stück in die Moderne

Die Luftmatratze – sie hat schon kurz vor der Pause einiges an Luft verloren – vermisst man hier nicht, denn Karabulut hat noch andere Mittel, das Publikum zu fesseln. Da ist ihr sprachsicheres Ensemble, das vom hitzigen, verzweifelten, trägen Reden in stumme Erstarrung wechselt. Es bewegt sich in roboterhafter, perfekter Synchronisation und kommt sich selbst beim schnellen Überkreuz-Paradieren nicht in die Quere. Zur Not wird auch minutenlang auf der Stelle getänzelt. Dann die Leuchtschrift mit hunderten kleinen Lämpchen im Hintergrund, mit der Tschechows über 100 Jahre altes, zeitloses Stück in die Moderne gehievt wird. „Fuck“ ist da in Versalien zu lesen, love, kill, laugh, jump und forever. Oder auf Russisch „in aller Welt“. Strobolight und Dröhnmusik scheinen heute unverzichtbar – immerhin wird der Zuschauer davor gewarnt.

„There won’t be a next Time“ mahnt nach der Pause die Leuchtschrift, die letzte Chance zu ergreifen. Doch am Ende stellt sie fest: Ein Rezept für die Lösung aller Probleme gibt es nicht und meldet „Error 404“ – Datei nicht auffindbar.

Nach fast drei Stunden dann herzlicher Premierenbeifall.

„Drei Schwestern“ – die nächsten Vorstellungen: 9., 27. und 28. Oktober, 7. und 16. November. Schauspiel Köln, Depot 1 im Carlswerk, Schanzenstr. 6-20, 51063 Köln-Mülheim,

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Karten auch unter Tel. 0221 / 22 12 84 00, Fax 0221 / 22 12 82 49, E-Mail: tickets@buehnenkoeln.de, dazu alle Vorverkaufsstellen von KölnTicket. Kartenservice mit Vorverkauf und Abo-Büro in der Opernpassage zwischen Glockengasse und Breite Straße.

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