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Starke Bilder

Schauspiel zeigt moderne Version der antiken "Medea"

Das Schauspiel Köln zeigt eine moderne Version des antiken Dramas "Medea" - mit starken Bildern und über drei Stunden lang.

Aus Liebe zu Jason tötet Medea ihren Bruder und verleiht ihm ewiges Leben. Und während sie altern muss, wird sie von Jason betrogen. Der spannt sogar seinem Sohn die Braut aus und verstößt Medea. Die rächt sich und bringt die beiden gemeinsamen Söhne um. Robert Borgmann hat die düstere Version des antiken griechischen Dramas von Hans Henny Jahnn jetzt für das Schauspiel inszeniert.

 

Wer sich das Stück ansehen will, sollte Englisch können, denn mit einer Zivilisationskritik - auf Englisch vorgetragen von einem Kentaur auf Sprungprothesen - beginnt die Inszenierung. Eine trendy Herausforderung, sei's drum. Dann wälzt sich eine Schauspielerin hinter einem halb-transparenten Vorhang quer über die Bühne. Schließlich sind im Hintergrund eine Mutter und zwei Jungs an einem Tisch zu erahnen. Plötzlich fallen die beiden Kleinen vom Stuhl - die Mutter legt sie in einer Tiefkühltruhe ab.

Doch schon bald klettern die beiden nun groß gewordenen Kinder heraus: Marek Harloff als der ältere Sohn, Kristin Steffen als sein jüngerer Bruder. Beide verbindet mehr als nur Geschwisterliebe - doch die zerbricht, als der Ältere vom Duft eines geilen Hengstes angesteckt wird und die Tochter des Königs Kreon heiraten will. Am Hof des Königs von Korinth haben Medea und Jason nach dem Raub des Goldenen Vlies' Asyl gefunden. Jason wird als Brautwerber vorgeschickt - doch heiratet er die Königstochter selber. Und Kreon verbannt Meda und ihre Söhne als „Fremde" aus der Stadt. Ein aktueller Bezug - hier nicht mehr als ein schnell überspielter Zufallsfund im Text.

Besetzung als Beitrag zur Genderdiskussion

Wohl um die Geschwisterliebe zu unterstreichen, hat Borgmann die Rolle des „jüngeren Knaben" mit einer Frau besetzt. Dass Jason von Astrid Meyerfeldt gespielt wird, lässt sich dagegen eher als nicht zwingender, aber trendy Beitrag zur Genderdiskussion verstehen. Was nicht gegen die Schauspielerin spricht. Sie ist ein samenstrotzender Feger, quirlig ewig jung, der schönste Mann der Stadt.

Sich dagegen zu behaupten hat es Melanie Kretschmann schon etwas schwer. Anfangs robbt sie sich im wallenden langen schwarzen Abendkleid über die Bühne. Doch aus der klagenden Tochter des Helios wird im Laufe der Zeit eine durchaus selbstbewusste Frau in Jeans und hochhackigen Schuhen: Sie kann sich dem Schicksal entgegen stellen. Dass sie über einen Weg von Fichtenzweigen laufen muss, deren Knirschen bedeutungsschwanger durch ein mitwandelndes Mikrofon verstärkt wird, ist sicher mit der Liebe Borgmanns zu starken Bildern zu erklären.

Neonlicht schwebt als Heimmelsgewölbe über der Bühne

Und die liefert er, auch wenn sie oft mehr verhüllen als freigeben. Seien es Schattenspiele im Nebel oder blendendes Neonlicht. Das schwebt zunächst als Himmelgewölbe über der Bühne. Später sinkt es als Gefängnismauer nieder, vor der das Ensemble sich als Silhouette zum Schlussbild drapiert. Phantasievoll auch die Kostüme von Bettina Werner. Sophia Burtscher als Amme darf gleich fünf Brüste vor sich hertragen, und Max Mayer als blinder Bote trägt ein zweites Gesicht auf dem Kopf.

Über drei Stunden dauert „Medea". Nach zwei Stunden ist eine Pause angesagt. Nicht alle Zuschauer kehren danach auf ihre Plätze zurück. Ihnen entgeht Borgmanns letzter Griff in die Kiste der klassischen und modernen Bühnentechniken, die sich zu einem Bilderbombast überlagern. (js)

Medea" - die nächsten Vorstellungen: 25. und 28. April, 9. und 10. Mai, jeweils 19.30 Uhr. Schauspiel Köln, Depot 1 im Carlswerk, Schanzenstr. 6-20, 51063 Köln-Mülheim, Karten: Tel. 0221 / 22 12 84 00, Fax 0221 / 22 12 82 49, E-Mail: tickets@buehnenkoeln.de, dazu alle Vorverkaufsstellen von KölnTicket. Kartenservice mit Vorverkauf und Abo-Büro in der Opernpassage zwischen Glockengasse und Breite Straße.

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