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Politik ist ein dreckiges Geschäft

Schauspiel zeigt Ibsens "Volksfeind"

Politik ist ein dreckiges Geschäft. Geprägt von Eitelkeit, Lügen, Intrigen und Geschäftsinteressen. Von Machthunger, Angst und Feigheit. So jedenfalls sah es der Norweger Henrik Ibsen. Das Schauspiel zeigt jetzt sein Stück „Ein Volksfeind“.

Von Jürgen Schön 

Politik sollte – zumal in einer Demokratie – aber auch die Bevölkerung einbeziehen. Regisseur Roger Vontobel tut es – zumindest symbolisch. Da wird das ins Depot 1 strömende Publikum mit frischen Grillwürsten und Bier begrüßt (wird auf Wunsch auch an den Platz gebracht), zwei Zuschauertribünen schließen die Bühne nach hinten ab. Nun kann es das politische Geschehen wie in einer Arena den Kampf zwischen Wahrheit und Lüge, zwischen (vermuteter) Mehrheit und dem Individuum, zwischen Fortschritt und Beharrung – kurz zwischen gut und Böse – beobachten.

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Und darum geht es: Erst hat der Arzt den Bau des Kurbads forciert und wurde zu dessen Chef ernannt. Dann entdeckt er, dass das Wasser vergiftet ist - lebensgefährlich für Kurgäste und die Bewohner der Stadt. Abhilfe könnte eine Verlegung der Wasserleitung bringen. Zu teuer, findet der Bürgermeister, der in der Folge die Kosten immer höher rechnet. Das Kurbad müsste für drei Jahre geschlossen werden, Einnahmen gehen verloren und Jobs.

 

Immobilienpreise würden sinken, weshalb der Vorsitzende des Hausbesitzervereins gegen eine Veröffentlichung des verhängnisvollen Gutachtens ist. War er anfangs noch zögerlich dafür, droht er jetzt als Verleger des „Volksboten“ dem Chefredakteur mit Einstellung des Blattes, falls es doch zu einer Veröffentlichung kommt. Der knickt ein, nachdem er zunächst noch auf die Enthüllungsstory seines Lebens und die Entlarvung des korrupten Systems spekuliert hat.

Dem Badearzt – zum „Volksfeind“ erklärt – wird mit dem Verlust von Job und Wohnung gedroht, falls er auf seiner Warnung besteht: Damit setze er auch die Zukunft seiner Frau und der beiden Söhne aufs Spiel. Schließlich der hinterfotzigste Dreh: Der Schwiegervater des Arztes – ein Gerber und damit (mit-)schuldig an der Wasserverseuchung – kauft die abstürzenden Aktien des Kurbads. Eine ideale Vorlage für die Gerüchteküche: Der Arzt hat mit seinem „Gutachten“ den Kursverfall geplant, um sich und seiner Familie die Aktienmehrheit zu sichern

Inszenierung lebt von den Schauspielern

Es ist ein Inszenierung, die von den Schauspielern lebt. Da ist Katharina Schmalenberg als Ehefrau des Arztes: hin und her gerissen zwischen Sorge um die Familie und Unterstützung für den Ehemann. Ein Waschlappen, ein typischer „Ja, aber...“-Liberaler, der das eigene (finanzielle) Wohl hinter dem Einsatz für die Mehrheit versteckt ist Jörg Ratjen als Verleger und Vorsitzender des Hausbesitzervereins. Robert Dölle ist der Chefredakteur: Aus kämpferisch wird kriecherisch, begründet von der ambivalenten Aussage, die Presse müsse auf der Seite ihrer Leser stehen. Schließlich Bruno Cathomas als weinerlicher, intriganter, machthungriger, selbstherrlicher und polternder Bürgermeister, der letztlich auch keine familiären Skrupel kennt – der Arzt ist sein Bruder.

In der Titelrolle setzt Gastschauspieler Paul Herwig nicht nur durch ein minutenlanges Trommelsolo und eine Hasstirade auf die „Mehrheit“ den spektakulären Schlusspunkt. Überaus überzeugend spielt er den Aufklärer, den Einzelkämpfer, der nur mit Mühe Eitelkeit und Selbstgerechtigkeit überspielen kann.

Am Ende gibt es langen Beifall. Mehr als nur nachvollziehbar, wenn er der Kraft der Inszenierung und dem überzeugenden Ensemble gilt (noch Thomas Brandt als Redaktions-Maulheld, Paul Faßnacht als düsterer Schwiegervater und die beiden wechselnden Darsteller der Jungen). Die Bühnencharakter aber verdienten allesamt nur Abscheu und Buh-Rufe.

Ein Volksfeind“ – weitere Vorstellungen: 28. Mai, 8., 26. (20 Uhr) und 28 Juni (jeweils 19.30 Uhr) Schauspiel Köln, Depot 1 im Carlswerk, Schanzenstr. 6-20, 51063 Köln-Mülheim, Karten: Tel. 0221 / 22 12 84 00, Fax 0221 / 22 12 82 49, E-Mail: tickets@buehnenkoeln.de, dazu alle Vorverkaufsstellen von KölnTicket. Kartenservice mit Vorverkauf und Abo-Büro in der Opernpassage zwischen Glockengasse und Breite Straße.

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