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Komödie mit doppeltem Schluss

Premiere im Schauspiel: „Stirb, bevor Du stirbst“

Die neue arabische Nachbarin stellt sich mit Süßigkeiten vor. Die Alt-Eingesessene freut sich über deren laute Musik. So friedlich kann man zusammenleben. Mit diesem nachgeschobenen idyllischen Happy-End endet die Komödie „Stirb, bevor du stirbst“. Doch dafür mussten die Protagonisten erst einmal durch die Hölle gehen. Was dem Premierenpublikum im Schauspiel reichlich Freude bereitete.

Von Jürgen Schön 

Die Geschichte ist aktuell: Ein Jugendlicher verschwindet – um sich dem IS in Syrien anzuschließen, sagt die Polizei. Seine alleinerziehende Mutter und die Großmutter fallen aus allen Wolken. Magda, die neue arabische Nachbarin, hilft ihnen. Sie besuchen zusammen die Moschee, in der Philipp angeblich angeworben wurde. Der Imam beteuert seine Friedfertigkeit und muss erkennen, dass sich auch sein Sohn abgesetzt hat. Welch Irrtum: Die beiden kehren zurück – nicht von den Salafisten, sondern von einem Sufi-Workshop in der Türkei.

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Es ist ein irrwitziger Parcour durchs Zusammenleben der Kulturen und Religionen, der – so scheint es – beim heiligen Krieg des Islamischen Staats in Syrien endet. Doch so einfach ist es hier nicht mit Gut und Böse, dazu sind die Protagonisten zu schillernde Persönlichkeiten. Großmutter Gertrud (Margot Gödrös) steht kurz vor der Altersdemenz, ihre Tochter Sabine (Birgit Walter) ist erschöpft vom Schichtdienst als Krankenschwester. Dienstbeflissen, fremdenfreundlich, hilfsbereit und nicht blind auf dem rechten Auge der Polizist (Jakob Leo Stark).

 

Noch mehr von den Klischees entfernt sind die Rollen „mit Migrationshintergrund“. Die Nachbarin (Nicola Gründel), von einem Schwaben geschieden, trägt zwar Kopftuch, geizt aber sonst nicht mit ihren körperlichen Reizen. Der Imam (Benjamin Höppner) ist alles andere als der aufrechte Familienvater, als der er sich ausgibt: Er hat seine Familie verlassen, weil seine Frau Geld verdienen wollte, außerdem war er früher Kommunist.

Schließlich die beiden Söhne: bärtig und zum Sufismus konvertiert, der den Frieden propagiert (Philipp: Nicolas Streit, Mustafa: Justus Maier). Was Mustafa nicht davor rettet, dass ihn der Polizist aus vermeintlicher Notwehr erschießt – so das „erste“ Ende des Stückes.

„Stirb, bevor du stirbst“ ist eine Auftragsarbeit von Ibrahim Amir für das Kölner Schauspiel. In der vorigen Spielzeit wurde er für seinen Erstling „Habe die Ehre“ über einen Ehrenmord in einer muslimischen Familie gefeiert. Regie führte damals wie jetzt Rafael Sanchez.

An die Spritzigkeit von „Habe die Ehre“ kann diese Inszenierung trotz des guten Ensembles nicht anknüpfen, auch wenn sie komödiantisch daherkommt und immer wieder zu Lachern animiert. Doch scheint – auch dem Stück – der letzte Mut zur bitterbösen Satire zu fehlen: Unentschlossen schwankt es zwischen Kritik an den Auswüchsen der real existierenden Religion und einer weltlichen Gesellschaft, die ihren eigenen moralischen Ansprüchen nicht gerecht wird.

Stirb, bevor du stirbst“ – weitere Termine: 13. (ausverkauft) und 15. November, 2., 8., 12. 16. und 25. Dezember, jeweils 20 Uhr, Schauspiel Köln, Depot 2 im Carlswerk, Schanzenstr. 6-20, 51063 Köln-Mülheim,
Karten: Tel. 0221 / 22 12 84 00, Fax 0221 / 22 12 82 49; Kartenservice mit Vorverkauf und Abo-Büro in der Opernpassage zwischen Glockengasse und Breite Straße .
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