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Keine Kandidatur bei Neuwahlen

Kölns OB Schramma gibt Rückzug bekannt

Von EDGAR FRANZMANN

Köln - Der Kölner Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU) verzichtet auf eine erneute Kandidatur bei der in diesem Jahr anstehenden Kommunalwahl. Das gab Schramma am Sonntagnachmittag in Köln bekannt. Er sah mit seinem Rückzug die «einzige Möglichkeit» für seine Partei, die Krise nach dem Einsturz des Historischen Archivs am 3. März aus dem anstehenden Kommunalwahlkampf herauszuhalten.

Bildergalerie: Kölns Oberbürgermeister Fritz Schramma

Schramma wirkte angespannt und nervös, als er seine Erklärung vor dutzenden Journalisten, Fotografen und TV-Kameras abgab. An seiner Seite saß seine Frau Ursula, mit der er über den Rückzug gesprochen hatte.

Schramma hatte seine Erklärung schriftlich vorbereitet und las sie vom Blatt ab. Für Fragen und Interviews stand er nicht zur Verfügung.

In seiner Erklärung hieß es u.a.: "Die letzten Tage, auch die Ratssitzung am Donnerstag, haben mir sehr deutlich gemacht, dass das Unglück und seine Folgen immer mehr in den Wahlkampf gezogen wird. Es gibt Stimmen, die das begrüßen, die gegen jedes Wahlkampf-Tabu sind. Ich kann diese demokratietheoretische Argumentation nachvollziehen, ich respektiere sie. Ich teile sie aber nicht."

Schramma spielte damit auf einen Kommentar im Kölner Stadt-Anzeiger an, in dem festgestellt worden war, dass ein Ereignis wie der Einsturz des Historischen Archivs selbstverständlich auch im Wahlkampf thematisiert werden müsste. Wahlen seien schließlich für die Bürger die entscheidende Möglichkeit, die Arbeit der Politiker zu bewerten.

Schramma übte keine Selbstkritik und wies Kritik von anderer Seite an seinem Krisenmanagement zurück: Da werde "spekuliert, verdächtigt, verunglimpft, vorberurteilt."

Schramma machte deutlich, dass ihm der Rückzug schwer gefallen sei: "Köln ist mein Traumjob. ... Ich hatte noch viele Pläne, die weit über den 20.Oktober hinausgehen. ... Und eigentlich mache ich auch gerne Wahlkampf, traue mir auch zu, zu gewinnen, gegen diese Gegner allemal."

Das, so empfanden es viele der Zuhörer, passte nicht zu seinen vorhergehenden Worten, die schwierige Situation aus dem Wahlkampf heraushalten zu wollen. Und tatsächlich wird Schramma ja auch bis zum 20. Oktober noch in Amt und Verantwortung sein, einen vorzeitigen Rücktritt schloss er aus.

>> Schrammas Erklärung im Wortlaut

Schramma zog persönliche Konsequenzen daraus, dass er im Zusammenhang mit dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs und zweier benachbarter Gebäude am 3. März immer stärker unter Druck geraten war. Dabei waren vor rund vier Wochen zwei junge Männer im Alter von 17 und 24 Jahren ums Leben gekommen.

In einer repräsentativen Umfrage, die „Kölner Stadt-Anzeiger“ und Kölner „Express“ (Montag-Ausgaben) veröffentlichen, gaben in der vergangenen Woche nur noch 37,6 Prozent der Befragten an, in der OB-Wahl für Amtsinhaber Schramma stimmen zu wollen. 50 Prozent sprachen sich für Schrammas Herausforderer Jürgen Roters (SPD), 12,4 Prozent für einen anderen Kandidaten aus.

Schon am Wochenende waren Schrammas CDU-Parteifreunde erkennbar auf Distanz gegangen. Die Führung der Landespartei unter Ministerpräsident Rüttgers hatte sich öffentlich "besorgt" gezeigt.

Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Wolfgang Bosbach, stellte sich zwar verbal hinter Schramma, gab aber gleichzeitig bekannt, dass er von zwei Kölner CDU-Mitgliedern gefragt worden sei, ob er nicht als Oberbürgermeister-Kandidat antreten wolle.

Wer für die CDU als Spitzenkandidat nach Schramma antreten könnte, auch darüber wird heftig spekuliert. Möglicherweise will sie sich mit einem ganz prominenten Namen aus der Krise retten: Konrad Adenauer, Enkel des Alt-Bundeskanzlers, und Ratsmitglied von 1999 bis 2004, erklärte schon vor Schrammas Rückzug, er werde "zur Verfügung stehen". Andere erwarten, dass der Kölner CDU-Vorsitzende Hollstein jetzt kandidieren werde.

Jürgen Roters, gemeinsamer OB-Kandidat von SPD und Grünen, kommentierte Schrammas Erkärung gegenüber dem Kölner Stadt-Anzeiger: "Der Schritt kam nicht völlig überraschend. Nach der Kritik aus der Stadt, von vielen Bürgern, und nach dem verheerenden Medienecho konnte man vermuten, dass er das Handtuch wirft. Die Art und Weise, wie er mit der Katastrophe umgegangen ist, war nicht überzeugend. Sein Mangel an Führungskraft und an der Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, der auch in der Vergangenheit schon deutlich wurde, hat sich bei der Bewältigung der Katastrophe in besonderer Weise herauskristallisiert. Das hat nichts mit seiner persönlichen Integrität zu tun."

Jürgen Hollstein, Vorsitzender der CDU Köln: "... Wir haben großen Respekt von seiner Entscheidung! Sie verdeutlicht eindrucksvoll die absolute persönliche Integrität von Fritz Schramma. ... Er genießt das uneingeschränkte Vertrauen der Christlich Demokratischen Union. In seiner Amtszeit hat er sich größte Verdienste erworben und zur positiven Entwicklung unserer Vaterstadt beigetragen. Die CDU Köln dankt ihm für seine erfolgreiche und äußerst engagierte Arbeit, die erst mit Ablauf der Wahlperiode beendet sein wird. Wir werden dies im gebührenden Umfang würdigen."

 

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