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Stunksitzung-Premiere

Kein Fake-News: Kim Jong-un erobert Kölner Karneval

 

Satire, Poesie, Tanz, Klamauk und Selbstironie, mit fetziger Musik serviert – in ihrer 35. Auflage zeigt sich die „Stunksitzung“ wieder von ihrer besten Seite. Die alternativen Karnevalisten nehmen sich in gekonnter Manier menschliche Schwächen und die lokale und internationale Themen vor. Jetzt war Premiere im E-Werk, begeistert und lange gefeiert.

Biggi Wanninger zeigte sich als gut aufgelegte Präsidentin und führte mit aktuellen Spitzen und Witzen durch das – inklusive Pause – gut dreieinhalb-stündige Programm. Natürlich trat sie auch wieder als Engel Trude Herr auf: Frauhaft widerstand sie den Verführungskünsten der Männer des Ensembles. Die tanzten als sexy Bunnys auf die Bühne. Schließlich ist in diesem Jahr ja auch Playboy-Erfinder Hugh Hefner im Himmel gelandet.

Kochbücher sind Lügenpresse! 

Um Fake-News kommen auch die Stunker nicht herum. Kochbücher gehören zur Lügenpresse, in Wahrheit braucht ein Ei drei Stunden, um weichgekocht zu werden. Fake News auch im kölschen Liedgut, was Ecki Pieper mit seiner Hausband Köbes Underground flugs zu Richtigstellungen animierte – und das Publikum sang begeistert mit. Denn die Wahrheiten sind: Frau Schmitz ist nicht durchgebrannt, sondern wurde von ihrem Ehemann verbrannt, die erste Freundin hieß nicht Käthchen, sondern Dieter, und so superjeil war die Zeit früher auch nicht.

Kein Wunder, dass sich die Nubbel zusammenrotten und nicht mehr an allem schuld sein wollen. Vielleicht erhalten sie ja eine neue Chance, wenn Kim Jong-un den Kölner Karneval gekauft hat. So geschehen, weil es nirgends anders auf der Welt so viele Raketen gibt. Die wurden dann auch zackig und mit roten Fahnen in den Saal kommentiert. Zackig auch die Arbeiter- und Bauerngarde „Blau-Grau“, Pech für den Büttenredner, der die frittierten Haare des Diktators entlarvte – dafür ging’s mit Rakete ab nach Ossendorf. Und noch mal Karneval: Josef Piek durfte die Kamelle besingen, die jeder am Rosenmontagszug haben will – und die dann doch gegen Pralinen keine Chance hat und unbeachtet m Straßenrand liegen bleibt.

Bildergalerie: Stunksitzung 2017 

Wahlmüder Gollum 

Ob der Benefiz-Chor für die notleidende SPD Erfolg haben wird, bleibt abzuwarten. Und Karl Marx ist ja auch nicht mehr so ganz auf dem Laufenden, was die modernen Zeiten betrifft. Köstlich Martina Klinke als verzweifelter Gollum, der nicht mehr weiß, ob er die Grünen wählen kann: einst waren sie frech und revolutionär, heute angepasst und pragmatisch. Kein Wunder, dass er drei Monate brauchte, um in der Wahlkabine ein Kreuz zu setzen.

Ozan Akhan gab wieder den perfekt integrierten Ausländer. Diesmal den Flüchtling, der sich nach fünfjähriger Ausbildung als Müllsortierer qualifiziert hat und nun die feinsten Unterschiede für die Befüllung von blauer, brauner und gelber sowie Glastonne kennt: der kleine gelbe Beutel kommt zum Plastikmüll, die darin gesammelte Hundekacke in die braune Tonne. Vom Konfettisortieren ist er aber abgekommen.

Beim aktuellen Einhorn-Hype schöpfen die Stunker einmal mehr aus dem Vollen des tiefsinnigen Nonsens: Da rollen Easy-Rider auf rosa Einhörnern auf die Bühne und drehen sich aus dem Horn einen Joint, sie tanzen einen Pas-de-deux, Darth-Vader ruft sein „Fohlen“ auf die rosa Seite der Macht und schließlich tönt ein Horn Tatütata.

Willkommen bei Maybrit Maischberger

Grandios die Parodie auf eine TV-Talkshow. Herausgepickt hat man sich „Maybrit Maischberger“. Wenn sich dort die Talkgäste abwechselnd nur „These“ und „Antithese“ vor den Latz knallen, mit Zahlen nichts beweisen und in Wortgefechte verwickeln wie „Lassen sie mich jetzt empört rausgehen, ich habe sie eben auch empört rausgehen lassen“ – dann hat das höchstes Loriot-Niveau.

Schließlich wird der Pfusch beim Opernbau als Probe für eine gewaltige Theaterinszenierung entlarvt. Mit einem poetischen, liebevoll inszenierten Tisch-Theater fordern sie die Freilassung des in der Türkei inhaftierten Journalisten Deniz Yücel. Die Mexikaner übertrumpfen Trump beim MauerbauUnd zu Walzermelodien des „anderen Rieux“ lassen sich die dunklen Seiten der Kölner Plätze entdecken. Wie immer zeigen sich die Stunker als Meister, bekannte Schlager mit neuen Texten zu versehen, wie immer wird das Publikum zum Klatschen und Mitsingen animiert. Nur Schunkeln – das gibt’s in diesem Jahr nicht.

Und der Rest ist Schweigen – naja, nicht ganz. Wohl aber ein gewaltiger Flüsterchor des gesamten Ensembles – schließlich gilt es, die Sehnsucht des Kölners nach Nachtruhe zu achten. Doch der Chor wird immer lauter, unterstützt von „Bodypercussion“ – bis daraus ein wilder, getanzter Orkan wird. Und dann der lange Schluss- und Premierenbeifall. (Foto: Steffie Wunderl)

Insgesamt treten die Stunker in diesem Jahr 52 Mal auf. Termine und Restkarten unter www.stunksitzung.de

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