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Konzentrierte Inszenierung und glänzende Schauspieler

Gefeierte Premiere für Parzival im Schauspiel

Von Jürgen Schön

Es ist die Geschichte vom tumben Toren, der mit guten Worten in die Welt geschickt wird. Sich dort wider Erwarten als Ritter bewährt und als Mensch versagt, weil er aus Höflichkeit kein Mitleid zeigt. Der seinen Fehler erkennt, daran verzweifelt, sich läutert und doch noch sein Heil findet. Hausherr Stefan Bachmann hat Wolfram von Eschenbachs mittelalterliche Geschichte von „Parzival“ jetzt im Schauspiel auf die Bühne gebracht.

Eine gute halbe Stunde dauert es, bis das eigentliche Spiel um König Artus’ Tafelrunde und den Heiligen Gral beginnt. Bis dahin wird vor einem riesigen schwarzen Block, der die Bühne beherrscht, in einer Mischung aus Mittelhochdeutsch und aktuellem Deutsch die Vorgeschichte erzählt. Eine verwickelte Familiengeschichte von einem abendländischen Ritter, süchtig nach Aventuren und Minne, der zwei Söhne zeugt, Fairefis im Morgenland, Parzival in Wales. Am Ende des Abends treffen sie sich, bevor sie einander erkennen, kämpfen sie miteinander aus Leben und Tod.

Ein riesiger Klotz beherrscht die leere Bühne. Wenn das eigentliche Spiel beginnt, hebt sich der obere Teil, gibt einen erleuchteten Schlitz frei. Zu sehen sind Beine in schwarzen Hosen und Parzivals Mutter Herzeloyde. Ihr Sohn darf gewandt wie ein Affe zwischen den Beinen herumtoben, bevor er in die Welt geschickt wird. Und immer, wenn er eine Strecke auf seinem Lebensweg zurückgelegt hat, senkt sich der obere Teil wieder wie ein Sargdeckel.

 

Es ist eine typische Bachmann-Inszenierung: konzentriert im Detail, eng am Text, das Beste aus den Schauspielern herausholend. Stefko Hanushevsky, Jörg Ratjen, Melanie Kretschmann und Annika Schilling und Nikolaus Benda müssen sich dabei 22 Rollen teilen, brillieren dabei in jeder. Nur Marek Harloff darf sich ganz auf die Titelrolle konzentrieren und reißt das Publikum mit.

Es wird gekämpft, das Theaterblut fließt. Es wird vergewaltigt, von Ehre gesprochen. Man hüpft vom Bühnenblock und klettert wieder hinauf, verschwindet im Untergrund. Dumpfe Trommelschläge untermalen martialisches Gestampfe, eine traurige Jazztrompete erklingt. Bachmann weiß um die Macht der Bilder und Töne, überrascht das Publikum mit Effekten immer aufs Neue. Begräbt darunter allzu oft tiefergehende Fragen, etwa nach der möglichen Aktualität von Parzivals Streben.

Gralsbotin als 68er-Furie

Doch scheint ihm das selbst auf Dauer zu langweilig. Wenn Cundrie auftaucht, die Gralsbotin, wird die zu einer 68er-Furie: „Die Tafelrunde ist zerstört“ dürfen zwei Bühnenarbeiter als Transparent über die Bühne tragen, sie selber scheißt auf die ritterliche Heldentum und das Mittelalter, darf kurz über Bachmann-Vorgängerin Karin Beier lästern und kräftigen Szenenbeifall einheimsen.

Auch wenn Parzival Hilfe bei einem Eremiten sucht, der doch sich als sein Onkel zu erkennen gibt, wird’s grotesk. Nicht nur, weil der sich auf einer Elektroplatte seine Suppe kocht. Spätestens dann scheint Bachmann die Lust und die Luft ausgegangen zu sein. Im Eiltempo führt er die Geschichte zu Ende: Der geläuterte Parzival erlöst den verwundeten Amfortas und wird selber zum Gralshüter.

Dem Premierenpublikum hat’s gefallen, es spendete ausführlichen Beifall und Bravos. Und das gesamte Ensemble plus Bachmann & Co. Feierte sich mit einigen Siegesrunden rund um den schwarzen Block.

Parzival“ – weitere Termine: 8., 16 Uhr, 11., 20. und 28. Februar, jeweils 19.30 Uhr, Schauspiel Köln, Depot 1 im Carlswerk, Schanzenstr. 6-20, 51063 Köln-Mülheim,

Karten:

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